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Die Protagonisten der wieder einmal höchst gelungenen Wirtshausmusik.

Wirtshausmusik der Freien Wähler schwabhausen

Mitsingen und kranklachen

Einmal im Jahr bitten die Freien Wähler aus Schwabhausen zum Wirt nach Rumeltshausen: Dann ist wieder Wirtshausmusik angesagt. Das lässt keinen Zuhörer kalt.

Rumeltshausen Im ausverkauften Saal des Gasthauses Göttler in Rumeltshausen trafen sich die Geschwister Reitberger mit ihrer Gspusi Musi und Hubert Mittermeier alias „Erdäpfekraut“ zur Jubiläumsveranstaltung der Freien Wähler Schwabhausen. Der Vorsitzende Harald Jörg begrüßte die zahlreichen Besucher aus Schwabhausen und umliegenden Gemeinden und legte in einem humorvollen Gedicht den Werdegang der bisher zehn durchgeführten Wirtshausmusikabende dar.

Die Geschwister Reitberger mit der Gspusi Musi stellte er als Gründungsmitglieder vor, denn mit ihnen begann 2009 der erfolgreiche Volksmusikabend. Von urig-herzlich, fröhlich-unbekümmert bis andächtig, gern aber auch mal zum Sinnieren über Gott und die Welt anregend: So recht in eine Ecke stecken lassen sich die Geschwister Reitberger nicht. Außer vielleicht in einem Punkt: Immer gibt es von den drei liebenswerten Musikern aus Diepoltshofen im Schrobenhausener Land echte, handgemachte Musik, nicht selten aus der eigenen Feder. Volksmusik, die die Seele berührt. Mit Texten, in denen sich die Menschen wiederfinden, mit dreistimmigem Gesang, der ins Gemüt geht. Sie begleiten sich einfach selbst und begeistern – im Wirtshaus und auf der Kabarettbühne.

Davon konnten sich die Besucher selbst überzeugen. Mit Texten, die Geschichten aus dem Hier und Jetzt aufgreifen, bereichern sie ihr Liedrepertoire. So beschreiben sie den Unterschied zwischen Stadt- und Landleben, geben der „aussterbenden“ Spezies der Landwirte Platz und machen die unterschiedlichen gemeinsamen Lebensformen z.B. mit dem Lied des Hausfreunds oder die Einflussnahme eines Papageis in den Hausfrieden zum Thema.

Auch das Einkaufsverhalten und Modebewusstsein der heutigen Zeit kommt auf den Prüfstein. Sie präsentieren sich auf der Bühne, so wie sie sind: authentisch, ehrlich und geradeheraus.

Abgerundet wird der Auftritt mit der gemeinsamen Musik der Gspusi Musi, die nicht nur in traditioneller mitreißender Volksmusik verharrt, sondern auch alte, jazzmäßig angehauchte Tanzmusik durchscheinen lässt. Neben den bekannten Auftritten in Rundfunk und Fernsehen sind die Reitbergers jetzt auch als Referenten auf Volksmusikseminaren in ganz Oberbayern unterwegs.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Hubert Mittermeier, „Erdäpfekraut“. Allein schon das in Tracht gefasste Erscheinungsbild des aus Rohr in Niederbayern stammenden Gstanzlsingers, erweckte die Aufmerksamkeit des Publikums. Als er dann durch die Besucherreihen ging, sich seine Opfer aussuchte, um sie anhand von Kleinigkeiten in seiner spezifischen Art zu derblecken, waren Lachsalven garantiert. „Lacht‘s eich krank, dann bleibt‘s g‘sund.“ So lautet seine Devise, wenn er sich über Berufe, Kleidung, Frisur und Haarpracht, Piercing, Schmuck, Essverhalten und Sonstiges seinen Reim macht. Da treibt es schon so manche Lachträne in die Augen, die er wiederum gnadenlos analysiert. Es bedarf schon einer besonderen Auffassungsgabe und Stegreifsängerqualität, wenn er aus dem gerade Erfassten nicht nur schnell einen Reim erstellt, sondern dieser auch noch als musikalischer Spott beim Publikum ankommt. Dieses Metier beherrscht Hubert Mittermeier bis ins letzte Detail.

Musik und Gstanzl wurde von den Künstlern in wohldosierter Weise dargeboten. Zum Ausklang durfte das bekannte Lied „Frederikerl“ natürlich nicht fehlen, bei dem die Zuhörer kräftig mitsangen.

mm

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