Debatte im Gemeinderat Schwabhausen

Träger für Mittagsbetreuung gesucht

Soll an der Grundschule Schwabhausen eine Mittagsbetreuung eingeführt werden? Diese Frage sollte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung klären.

Schwabhausen – Bereits im Vorfeld hatte es Ärger gegeben, denn die Gemeinde hatte bei einer Bedarfserhebung auch einen Preis für die tägliche Betreuung bis 14 Uhr genannt: stolze 280 Euro im Monat.

Bürgermeister Josef Baumgartner (FW) erklärte in der Sitzung, dass der Betrag ohne reelle Zahlen ausgerechnet worden sei. „Die Höhe des Elternbeitrags ist derzeit unverbindlich und hängt von den tatsächlichen Anmeldezahlen, der Betreuungsorganisation und der tatsächlichen Kostenkalkulation des potenziellen Trägers ab.“

Außerdem ein wichtiges Kriterium: Welche Summe steuert die Gemeinde bei? Laut der Umfrage, bei der 256 Fragebögen versandt und 115 zurückgeschickt worden waren, besteht insgesamt bei 22 Eltern Bedarf für eine Mittagsbetreuung – ab zwölf Kindern muss ein Angebot bereit gestellt werden.

Allerdings sind nur sechs der 22 an einer Betreuung an allen fünf Wochentagen interessiert, drei an vier Tagen, acht an drei Tagen und fünf an nur zwei Tagen.

Schulleiterin Irene Fromberger, die in die Sitzung gekommen war, betonte: „Wir werden an einer Mittagsbetreuung nicht vorbeikommen, wenn mehr als zwölf Schüler diese brauchen. Der Bedarf steigt jedes Jahr.“

Doch wie soll diese organisiert und vor allem finanziert werden? Harald Jörg (FW) schlug vor, bei der Suche nach einem Träger auch die Möglichkeit einer Elterninitiative in Betracht zu ziehen. „Eine Mittagsbetreuung ist auch mit Müttern ohne pädagogische Ausbildung möglich.“ Den errechneten Betrag stellte er in Frage: „280 Euro bei 22 gemeldeten Kindern erscheint mir extrem hoch.“   

Bürgermeister Baumgartner signalisierte sofort Unterstützung für die Idee einer Elterninitiative. Dieter Rubner, UBV-Fraktionsvorsitzender, sprach sich ebenfalls für die Einführung einer Mittagsbetreuung aus. „Ich finde, wir müssen den Eltern eine Alternative bieten.“ Er schlug vor, die Mittagsbetreuung mit der gleichen Summe zu unterstützen, wie Hort und Ganztagesklasse gefördert werden. Das sind etwa 38 000 Euro im Jahr.

Wolfgang Hörl (Bürgerblock Arnbach) befürchtet in dem zusätzlichen Betreuungsangebot eine unerwünschte Konkurrenz. Und er wies darauf hin: „Das Geld, das wir ausgeben, müssen wir woanders wieder reinholen, weil wir keine schwarze Kasse haben.“

CSU-Gemeinderat Florian Scherf plädierte dafür, den gleichen Betrag wie der Staat dazuzugeben. Das sind rund 3300 Euro. Fritz Büchler (UBV) schlug vor, auf der Basis dieses Zuschusses einen Träger zu suchen. Wenn einer gefunden werde und konkrete Zahlen vorlägen, „kann der Gemeinderat immer noch sagen, wir erhöhen den Zuschuss“. Schließlich einigte sich das Gremium einstimmig darauf, die Trägerschaft auszuschreiben und zunächst mit einem gemeindlichen Zuschuss in Höhe von 3300 Euro zu rechnen. Lediglich Dieter Rubner und Heinz Rebentisch (UBV) plädierten für einen Zuschuss von 38 000 Euro.

sue

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