Gemeinderat Schwabhausen verabschiedet Zahlenwerk für 2018

Ein historisch früher Haushalt

Nur Dachau war schneller: Schwabhausen hat  erstmals in seiner Geschichte den neuen Haushalt noch im alten Jahr auf den Weg gebracht. Er beinhaltet Investitionen in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro.

Schwabhausen – Zum erstenmal überhaupt hat die Gemeinde Schwabhausen bereits im alten Jahr den Haushalt für das neue Jahr aufgestellt. Am Dienstagabend verabschiedete der Gemeinderat das Zahlenwerk, das ein Volumen von annähernd 20 Millionen Euro aufweist.

„Es ist der erste Haushalt der Gemeinde, der schon im Vorjahr beschlossen wird. Nur die Stadt Dachau war noch etwas schneller als wir“, verkündete Bürgermeister Josef Baumgartner nicht ohne Stolz. „Dadurch kann im neuen Jahr schon früher als sonst mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen werden. Und wir haben wirklich viel vor nächstes Jahr.“

Investitionen in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro sind im Haushalt berücksichtigt. Das ist eine ordentliche Steigerung, denn „in den vergangenen fünf Jahren wurden im Schnitt 2,89 Millionen Euro jährlich investiert“, hat sich der Gemeindechef von seiner Kämmerei ausrechnen lassen. Die bekam später in Person von Monika Sandmair ein dickes Lob von allen drei Fraktionen im Gremium. Perfekt vor- und aufbereitet habe sie das Zahlenwerk.

So perfekt, dass nur eine einzige Sitzung des vorberatenden Finanzausschusses notwendig gewesen ist: „Es war die schnellste Finanzausschusssitzung aller Zeiten“, betonte etwa Martina Purkhardt, die für die Fraktion Freie Wähler/Bürgerblock Arnbach sprechen durfte. Sie freute sich über dieses Zeichen, „dass alle an einem Strang ziehen“.

„Wir stimmen vorbehaltlos zu“, bekräftigte Dieter Rubner für die UBV, und Florian Scherf von der CSU war „glücklich, dass wir den Haushalt schon im Dezember aufstellen. Das war das Ziel, und es ist der Beweis, dass es geht.“ Scherf war lange Zeit im Gemeinderat der einsame Rufer gewesen, hatte immer wieder angeregt, den Haushalt noch im alten Jahr zu verabschieden, auch um eine rechtlich einwandfreie Grundlage für Investitionen zu schaffen.

Die größten Posten bei den Investitionen sind die Bau- und Ausstattungskosten für das neue Kinderhaus unterhalb der Jahnstraße in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro sowie die Baukosten für die Neuordnung der Abwasserbeseitigung von Arnbach, die sich auf etwa 1,45 Millionen Euro belaufen sollen.

Viel Geld nimmt die Kämmerei zudem in die Hand für die Ausstattung der gemeindlichen Feuerwehren. So bekommt die Oberrother Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik, und die Kameraden aus Puchschlagen dürfen sich auf einen Tragkraftspritzenanhänger freuen – 128 000 Euro sind für die beiden Fahrzeuge vorgesehen. Für Brandschutzmaßnahmen und Gartengestaltung an der Schule werden 200 000 Euro fällig, und 500 000 Euro sind für den Erwerb von Grundstücken eingeplant. Knapp 200 000 Euro sind eingestellt für den Bau des Geh- und Radwegs vom Bahnhof Schwabhausen zur Ortsverbindungsstraße nach Puchschlagen. Für Straßenerschließungsmaßnahmen werden 300 000 Euro bereitgehalten, und weitere 925 000 Euro werden für die Verlegung von Wasserleitungen und die Erstellung von Ringleitungen benötigt.

Einen Kredit muss die Gemeinde für all diese Investitionen nicht aufnehmen, sie kann sich aus den angesammelten Rücklagen „bedienen“. Diese betragen zu Jahresbeginn noch 4,13 Millionen Euro, werden aber im Laufe des Jahres 2018 um rund 3,4 Millionen Euro „erleichtert“.

Seit 2014 ist die Gemeinde praktisch schuldenfrei. Auf der Sollseite stehen lediglich die so genannten „rentierlichen Schulden“ aus dem Bereich der Abwasserbeseitigung, die aber über die Gebühren mittelfristig auf die Bürger umgelegt werden müssen.

Die größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro sowie die Betriebskosten für die Kindertageseinrichtungen mit 2,6 Millionen Euro. Hierfür gibt es allerdings eine staatliche Förderung von 1,1 Millionen Euro.

Die Kämmerei rechnet nächstes Jahr mit Steuereinnahmen von knapp 7,55 Millionen Euro. Den Löwenanteil machen dabei die Einkommensteuerbeteiligung mit gut 5 Millionen sowie die Gewerbesteuer mit 1,25 Millionen Euro aus.

tor

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