+
Aus einer Gaudi wurde eine Geschäftsidee: Laura und Christoph Forstner.

Von Dachau ins World Wide Web

Jung, wuid –und erfolgreich

Bayerische Lebensgefühle auf T-Shirts gedruckt: Mit dieser Idee starteten die Schwabhauser Geschwister Christoph und Laura Forstner durch – ins Internet.

Stetten – „Nimm mi mit ans Meer“, „Habedere!“, „Schmusen warad jetz schee“ oder „Heid gehma moang erst ins Bett“ – mit diesen und vielen anderen bayerischen Sprüchen haben Christoph und Laura Forstner aus Schwabhausen im Internet Karriere gemacht. Denn die Geschwister verkaufen auf ihrer eigenen Homepage erfolgreich Bekleidung mit bayerischem Lebensgefühl darauf.

Alles fing in der Berufsschule an

Angefangen hatte alles vor rund fünf Jahren in der Berufsschule in Fürstenfeldbruck: Christoph Forstner machte dort eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Während des Unterrichts zeichnete der Schwabhausener auf seinem Block herum – zum Beispiel den Schriftzug: „Die mim Huat san guat“. 

Enthusiastisch zeigte er seine Werke immer wieder seinem Sitznachbarn, der irgendwann völlig entnervt antwortete: „Druck es dir doch auf ein T-Shirt und lass mir meine Ruhe!“ Als Gaudi machte Christoph genau das und präsentierte sein Shirt in der Berufsschule – sogar die Lehrerin fand’s gut.

So bestellten die ersten Kunden T-Shirts mit bayerischen Sprüchen bei Christoph. Der 25-Jährige war für die Sprüche zuständig, seine zwei Jahre jüngere Schwester Laura, die Mediengestalterin ist und Kommunikationswissenschaft studiert, übernahm das Design der Oberteile. „Zuerst haben wir bei einem großen Onlineshop unsere Ideen hochgeladen, auf T-Shirts drucken lassen und verkauft“, erzählt Christoph Forstner. 

Abnehmer waren Spezl, der Bekanntenkreis, dann lief das Geschäft über Facebook. „Damals haben wir in einer Woche etwa zwei Shirts verkauft“, erinnert er sich. Dann ging es weiter über Instagram – und es wurde immer mehr. „Das Bayerische auf T-Shirts, die modisch sind und schön verpackt – das hat es noch nicht gegeben“, erklärt er sich den Erfolg.

Die Forstners haben aufgestockt

Das Geschäft lief. Nach etwa zwei Jahren merkte der findige BWL-Student: „Das könnte wirklich mein Job werden.“ Angetrieben wurde der Verkauf zusätzlich durch Geschichten über das Geschwisterpaar auf Radio Arabella und in der Bildzeitung. Zudem nahm das Traditionskaufhaus Hirmer in München ihre Kollektion ins Geschäft. „Das waren Meilensteine, die uns vorwärts gebracht haben“, erzählt Christoph Forstner. 

Seit etwa eineinhalb Jahren haben die Forstners einen eigenen Online-Shop, produzieren in Dachau. Von hier aus werden die Waren auch verschickt. Es gibt mittlerweile nicht nur T-Shirts, sondern auch Pullover, Kindersachen („I wars fei ned“), Caps und Jutetaschen, die Farben wechseln regelmäßig.

„Inzwischen arbeiten wir jeden Tag dafür“, berichtet Christoph – und sie können davon „gut leben“. Die täglichen Zugriffe liegen im vierstelligen Bereich, mehrere hundert Bestellungen werden pro Woche registriert. Ein paar Läden in Rosenheim, München, Passau und Eggenfelden vertreiben die selbst designten Shirts. Eine Werbeagentur kümmert sich um die Webseite. „Doch das Meiste läuft über Instagram und Facebook“, sagt Forstner, der gerade in Amsterdam ein Praktikum im Rahmen seines Studiums (Internationale BWL) absolviert.

Christoph Forstner: „Es geht um authentische Aussagen“

Die meisten Kunden kommen aus Bayern und Österreich. „Unsere Intention ist es nicht, dass die Touristen auf der Wiesn mit bayerischen Sprüchen auf ihren T-Shirts herumlaufen, sondern uns geht es um authentische Aussagen, die jeder gerne liest und versteht.“ Und das ist nun mal vor allem in Bayern und Österreich der Fall, also für die Schwabhauser eine „Gmahde Wiesn“.

Von Conny Kirmaier

Vom Landkreis ins Web

Weitere Geschichten von Menschen aus dem Landkreis, die mit ihrer Geschäftsidee im Internet erfolgreich sind, lesen Sie hier: 

- Schriftsteller Christian Wagner aus Dachau hat eine Homepage, die Phantasienschmiede.de. Hier berichten Autoren von ihren Schreibplätzen.

- Anna, Marc und René Ruhland starten mit „Myposter“ mit Sitz in Breitenau im Web durch. Es gehört zu den wachstumsstärksten Unternehmen in Deutschland. 

- Petra Wendel und Tilo Klesper haben das größte Möbelgeschäft in Welshofen - Petra Wendel sagt: „Ich lebe Ebay“

- Wie man Groß und Klein gesundes Essen schmackhaft macht, erzählen Julia Trejo und Andrea Matz auf ihrem Blog „Healthy Schnitzel“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Indersdorfs Gräber kosten künftig mehr
Wer in Indersdorf künftig ein Grab braucht, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Gemeinderäte haben jetzt eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Grund: Die …
Indersdorfs Gräber kosten künftig mehr
Kleines Kulturfestival für Karlsfeld
Karlsfeld bekommt ein Kulturfestival – zunächst einmal ein kleines. Schon 2018 ist Premiere.
Kleines Kulturfestival für Karlsfeld
Hier begeben Sie sich aufs Glatteis
Wenn es auf den Straßen glatt wird, ist höchste Vorsicht geboten. Straßenexperten erklären, wo man im Landkreis besonders aufpassen sollte.
Hier begeben Sie sich aufs Glatteis
Verbilligte Grundstücke nach Punktesystem
Ein umfangreiches Regelwerk arbeitete der Marktgemeinderat am Dienstagabend durch. Es ging um die Neufassung des Baulandmodells, das nach EU-Richtlinien geändert werden …
Verbilligte Grundstücke nach Punktesystem

Kommentare