Kindertageseinrichtungen in Schwabhausen

Nach dem Trägerwechsel holpert es noch

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Das erste Betreuungsjahr läuft noch, doch weil schon einige Weichen für das nächste gestellt werden müssen, haben jetzt Vertreter des neuen Trägers von einigen Kindertagesstätten in Schwabhausen, Denkmit, eine erste Bilanz gezogen. Die fiel nicht nur positiv aus – und aus einem Bereich zieht sich Denkmit sogar zurück.

Schwabhausen– Die Tschu-Tschu-Bahn an der Agricolastraße ist mit 125 Kindern voll belegt. Dagegen sind – im Kinderhaus neben der Schule – in der Kinderkrippe „Löwenmäulchen“ nur 41 von 48 Plätzen vergeben und im Hort „Rappelkiste“ sogar nur 45 von 90. Das erklärte Gebietsleiter Matthias Albrecht vom privaten Träger Denkmit, der im vergangenen September besagte Einrichtungen übernommen hatte.

Auf einen entsprechenden Vorhalt von Gemeinderat Simon Sedlmair (Freie Wähler) hin nahm Albrecht zusammen mit Denkmit-Geschäftsleiter Adrian Storp insbesondere Stellung zu angeblichen Personalproblemen. „Es hat uns schon überrascht, dass das komplette Team letzten Sommer weggegangen ist“, räumte etwa Storp ein und lieferte den Hauptgrund für die Anlaufschwierigkeiten. Denn sämtliche vom vorherigen Träger BRK angestellten Erzieherinnen hatten das Übernahmeangebot von Denkmit ausgeschlagen.

Der neue Träger hat also ein völlig neues Team auf die Beine stellen müssen. Albrecht schilderte anschaulich, mit welchen Schwierigkeiten das verbunden war. Da hätten Bewerberinnen zum Beispiel wenige Tage vor Dienstantritt ihre Zusage zurückgezogen oder jemand sei wenige Wochen nach Dienstantritt in Mutterschutz gegangen. Selbst jetzt noch sucht Denkmit Erzieherinnen. Und vor einigen Wochen sei krankheitsbedingt ein absoluter Engpass aufgetreten, in dessen Verlauf jeweils nur noch eine Erzieherin für eine ganze Gruppe zuständig gewesen sei. Inzwischen habe sich die personelle Situation wieder entspannt.

Dass es grundsätzlich aber mit dem Betreiber gut laufe, bestätigten einige Gemeinderäte. Und sowohl Bürgermeister Josef Baumgartner als auch Heinz Rebentisch (UBV) betonten, dass sich ihre Enkelkinder in der Einrichtung sehr wohl fühlten.

Als gescheitert sieht Denkmit dagegen das Pilotprojekt, die Schüler der Ganztagsklasse an der Grundschule ab Mittag zu betreuen. Obwohl man keine Erfahrung auf diesem Gebiet hatte, habe Denkmit es versucht. Doch „wir können das nicht weiterführen“, erklärte Adrian Storp. Zu groß seien die Probleme im arbeitsrechtlichen Bereich, mit Verantwortlich- und Zuständigkeiten. Auch sei der administrative Aufwand höher als erwartet. Die Schule ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Träger.

Derweil hat der Gemeinderat beschlossen, die Förderung des Ganztagszugs nicht mehr nur trägerbezogen zu gewähren, sondern ganz generell. Für jede Ganztagsklasse stellt die Gemeinde maximal 4000 Euro pro Schuljahr zur Verfügung. Das Geld soll für Bildungs- und Betreuungsangebote Verwendung finden.

Eine Änderung wird sich auch bei der Verpflegung von Krippe und Hort ergeben, wie Denkmit erklärte. Denn der bisherige Caterer habe gekündigt. Die Mensa werde deshalb mit einem anderen Caterer weitergeführt, der allerdings in anderen Einrichtungen mit Denkmit schon erfolgreich zusammenarbeite, wie Storp versicherte.

Im Übrigen könne man die Mittagsverpflegung auch weiterhin für die Ganztagsschüler anbieten.

Weiterhin anbieten könne man auch die Betreuung der Ganztagsschüler in den Ferien. Allerdings nur, wenn das Angebot in den Hortbetrieb integriert werden dürfe. Denn einerseits sei die Nachfrage deutlich geringer als erwartet – die Rede war davon, dass stets weniger als zehn Kinder zu betreuen waren. Und andererseits tue man sich auch mit der Personalplanung leichter, wenn alles in den Horträumen stattfinde. Ein positiver Nebeneffekt für die Eltern seien die längeren Öffnungszeiten des Horts, dafür werde es teurer: Statt 12 werden dann 15 Euro pro Tag und Kind fällig.

Der Gemeinderat erklärte sich schließlich mit den Änderungsvorschlägen allesamt einverstanden und stimmte anschließend in der nichtöffentlichen Sitzung den entsprechenden Vertragsabschlüssen zu.

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