Zwei Häuser
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Wie es an der Kirchenstraße in Schwabhausen weitergeht, ist wieder völlig offen. Links das Gebäude, in dem früher auch der Kindergarten St. Michael sein Zuhause hatte, rechts das Jugendzentrum.

Höhere Kosten als erwartet

Kirchenstraßen-Pläne werden auf Eis gelegt – Arbeitskreis wird wiederbelebt

  • Torge Wester
    vonTorge Wester
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Der Gemeinderat Schwabhausen hat in seiner jüngsten Sitzung die Umbau- und Sanierungspläne für das Gebäude an der Kirchenstraße erst einmal auf Eis gelegt.

Schwabhausen – Es war beschlossene Sache, dass das Gebäude an der Kirchenstraße in Schwabhausen, das der Gemeinde gehört, nach dem Auszug des Kindergartens St. Michael ertüchtigt und für eine neue Nutzung umgebaut werden sollte. Doch die eigene Stellplatzsatzung macht diesem Vorhaben erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Der Gemeinderat beschloss am Dienstagabend, die Umbau- und Sanierungspläne vorerst auf Eis zu legen. Jetzt soll ein Arbeitskreis zusammentreten und ausloten, wie weiter verfahren werden soll.

„Im Rahmen der notwendigen Nutzungsänderung der Kirchenstraße 3 müssten laut Stellplatzsatzung 24 Stellplätze auf dem Grundstück (...) nachgewiesen werden“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Hörl in der Sitzung. Das würde einerseits bedeuten, dass das Jugendzentrum (Kirchenstraße 5) sofort abgerissen werden und andererseits auch rund die Hälfte des Gartenbereichs den Stellplätzen geopfert werden müsste.

Der nächste Schock kam, als die Verwaltung daraufhin das Planungsbüro nochmal die anfallenden Kosten für eine nachhaltige Sanierung des Gebäudes ermitteln ließ. Statt der bisher vermuteten 150 000 Euro für Brandschutz- und Elektro-Maßnahmen standen in der neuen Kostenschätzung plötzlich rund 700 000 Euro.

Jetzt zog der Gemeinderat deshalb auf Vorschlag der Verwaltung erst einmal die „Handbremse“, wie es Georg Sonnenberger von den Freien Wählern formulierte. Einstimmig beschloss das Gremium, die Planungen zu stoppen und den Arbeitskreis wieder ins Leben zu rufen, mit je einem Vertreter aus jeder Fraktion. Dieser Arbeitskreis soll möglichst schnell zusammentreten und dann möglichst mehrere Lösungsvorschläge liefern, wie es an der Kirchenstraße weitergehen soll. Denn die Volkshochschule, die zusammen mit der Blaskapelle derzeit Teile des Gebäudes nutzt, braucht mehr Platz, und auch die Jugendarbeit soll hier unterkommen, wenn das benachbarte Jugendzentrum einmal der Abrissbirne zum Opfer fällt, das ja nicht mehr groß saniert werden kann.

Saniert worden ist vor einer Weile die Gebäudehülle der Kirchenstraße 3. „Das hält noch eine ganze Weile, ohne dass wir etwas dran machen müssen“, erinnerte Georg Hillreiner von der CSU-Fraktion. Der Architekt rechnete den Kollegen überschlägig vor, dass ein Abriss und Neubau mit einem vergleichbaren Raumangebot die Gemeinde 4,5 bis 5 Millionen Euro kosten würde. Deshalb sei das Gebäude unbedingt zu erhalten. Wie, das soll der Arbeitskreis herausfinden.

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