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Gleich geht‘s los: Moderatorin Nikola Obermeier mit den Kandidaten Thomas Hack, Florian Scherf und Wolfgang Hörl (v.l.nr.)

Hatten inhaltlich viel zu bieten

Viele Fragen, noch mehr Antworten

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Die Kandidaten wurden mit Fragen gelöchert und hatten auch viele Antworten. Bei der Podiumsdiskussion in Schwabhausen machten die Bürgermeisterkandidaten eine gute Figur.

  • Bei der Podiumsdiskussion in Schwabhausen wurden die Kandidaten mit Fragen gelöchert.
  • Sie hatten inhaltlich viel zu bieten.
  • Einige Themengebiete, mit denen die Schwabhauser die Kandidaten befragten.

Schwabhausen –  Thomas Hack (UBV), Wolfgang Hörl (BBA/FW) und Florian Scherf (CSU) machten ihre Positionen deutlich – und grenzten sich in einigen Dingen auch klar voneinander ab. Ein Überblick über die Antworten des Trios auf die Fragen, die an diesem Abend an sie gerichtet wurden.

Schulden

Auf die Frage von DN-Redaktionsleiterin und Moderatorin Nikola Obermeier, ob die Bürgermeisterbewerber für Investitionen auch Schulden machen würden, erklärte Florian Scherf, mit ihm sei eine Neuaufnahme von Schulden denkbar, „wenn sie sinnvoll sind“. Im Übrigen herrsche in der Gemeinde ein großes Missverhältnis zwischen den Einnahmen aus Gewerbe- und der Einkommensteuer, deshalb müssten dringend Möglichkeiten für Gewerbeansiedlungen gefunden werden. Auch mit Wolfgang Hörl („Schulden, das ist mein Thema!“) sind Kreditaufnahmen nicht ausgeschlossen, allerdings „habe ich ein Problem, wenn Schulden für Konsum gemacht werden!“ Thomas Hack schließlich findet: „Einmal in den Miesen – immer in den Miesen!“ Die vergangenen sechs Jahre sei in der Gemeinde „sehr gut gewirtschaftet“ worden, „so müssen wir weitermachen“.

Wohnbauentwicklung

Am Beispiel der Ringstraße in Stetten, wo sich die Anlieger gegen die von der Gemeinde angedachte massive Bebauung wehren, wollte Nikola Obermeier wissen, wie die Kandidaten über die Wohnbauentwicklung denken. „Muss das da sein?“ stellte Thomas Hack eine Gegenfrage und warf zugleich seinen Mitbewerbern vor, offenbar nicht „nah dran“ zu sein an den Bürgern – es sollte nicht das einzige Mal an diesem Abend sein. Florian Scherf erinnerte daran, dass die Gemeinderäte den ablehnenden Brief der Anlieger damals nicht zu Gesicht bekommen hätten, gab aber zu, „ein absoluter Verfechter“ dafür zu sein, dass die Gemeinde Grundstücke selbst „entwickle“, um sozialen Wohnungsbau, Wohnungen für Senioren usw. zu forcieren. Im konkreten Fall müsse noch mal „mit der Bevölkerung vor Ort“ gesprochen werden. Ganz ähnlich äußerte sich Wolfgang Hörl: „Wer, wenn nicht wir, soll sozialen Wohnraum schaffen?“ Und auch beim Thema Verdichtung „kommen wir nicht aus!“ Im Übrigen müssten die Bürger künftig in vielen Dingen stärker eingebunden werden, „auch außerhalb der Sitzungen“.

Altersgerechtes Wohnen

DN-Leser Markus Richter aus Schwabhausen hatte gefragt, wie die Kandidaten zur Schaffung altersgerechten Wohnens stehen. Im Privaten praktiziere er das ja gerade mit dem Bau eines Mehrgenerationengebäudes, sagte Hack. Keine Lösung sei jedenfalls, „einfach ein Altenheim zu bauen“. Erst einmal müssten die Notwendigkeiten ermittelt werden, die dann zur Frage führten: „Was wollen wir?“ Mehrere Lösungsansätze sieht Hörl. Ein positives Beispiel sei etwa der Neubau der Volksbank in der Ortsmitte. „Da sind wir vom Investor gefragt worden: Was braucht ihr denn? Und unsere Botschaft lautete: Kleinere, altersgerechte Wohnungen!“ Denkbar seien auch die Einbindung von Genossenschaften oder bezahlbare Wohnungen in Gemeindehand. Grundsätzlich würde Hörl kein Gemeindegrundstück an Dritte weitergeben, denn: „Sozialer Wohnungsbau – das können wir!“ Scherf blickt derweil „neidvoll auf andere Gemeinden wie Röhrmoos“, denn „ich verstehe überhaupt nicht, warum Schwabhausen keine Tagespflegeeinrichtung hat“.

Umwelt & Natur

Monika Sailer aus Schwabhausen erfragte konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Naturschutzes. Unter Thomas Hack wird es definitiv mehr Bäume in der Gemeinde geben, denn „als erstes ist uns aufgefallen: Es fehlen Bäume!“ Wolfgang Hörl will überlegen, wie gemeindeeigene Flächen naturgerechter bewirtschaftet werden können und auch mehr Bäume und Sträucher pflanzen. Und Florian Scherf findet: „Schwabhausen soll aufblühen!“ Allerdings gibt er zu bedenken: „Naturschutz geht nur, wenn alle mitmachen.“

Radwegenetz

Zuhörer Andreas Meier war geschockt, dass er abends nur drei Fahrräder am Gasthaus zur Post entdeckte, und forderte deshalb die Kandidaten auf, nachzudenken, wie es bis zur nächsten Podiumsdiskussion 30 Drahtesel werden könnten. Als daraufhin Hack den UBV-Ansatz vorstellte, auf der Staatsstraße Schutzstreifen nach Dachauer Vorbild zu schaffen, kam Unruhe bei den Zuhörern auf. Angesichts dieser Unmutsäußerungen ruderte Hack etwas zurück und meinte, man könne doch zumindest mal darüber nachdenken. Ein „ganz, ganz wichtiges Thema“ sind Radwege für Hörl, der dem staatlichen Bauamt hinsichtlich der Staatsstraße „auf die Neven gehen will“. Scherf würde es ganz anders anpacken: Da helfe wohl nur, „Gutscheine für eine Leberkässemmel und ein Bier“ für Radfahrer auszuloben und am Eingang der Veranstaltung zu verteilen, schlug er augenzwinkernd vor.

Kinderbetreuung

Ein von den Zeiten her flexibleres Angebot der Kinderbetreuung wünschte sich Thomas Kreitmeier aus Stetten. Auch bei diesem Thema wählte Florian Scherf einen recht pragmatischen Lösungsansatz: „Ein Appell an die Schwabhauser: Macht mehr Kinder!“ Am besten 70 im Jahr. „Ich komm’ dem nach, lieber Florian“, nahm Thomas Hack den Ball auf, dessen Gattin ja in froher Erwartung ist. Im Ernst frage er sich allerdings schon: „Müssen wir immer alles haben?“ Auch Wolfgang Hörl findet, „wir bieten schon sehr viel an, waren zum Beispiel die erste Grundschule in Bayern mit Ganztagszweig.“ Seine eigene Familienplanung betrachte er als abgeschlossen: „Ich fang’ nimmer an...“

ÖPNV

Christina Steiner aus Rothhof beklagte eine schlechte, unzuverlässige Anbindung an München mit öffentlichen Verkehrsmitteln und fragte, wie man das verbessern könne. Verbesserungen könnten nur gemeinsam erreicht werden, die Bürgermeister müssten hier gemeinsam Druck machen, fand Hörl. Scherf steht „auch oft am Bahnhof und warte“! Er findet, dass in Sachen ÖPNV in den vergangenen Jahren „zu sehr auf die S-Bahn geachtet und zu wenig an den Busverkehr gedacht“ worden ist. Hack würde ebenfalls im Verbund mit den anderen Gemeindechefs hier „Druck machen“ wollen.

Ärztliche Versorgung

Fehlende ärztliche Versorgung im Ort war das Thema von Zuhörerin Manuela Arnold. Thomas Hack würde versuchen, Anreize zu schaffen, damit wieder ein Arzt nach Schwabhausen kommt, und sich „natürlich kümmern“. Wolfgang Hörl würde ebenfalls aktiv werden, im Gemeinderat werde es ohnehin beraten (in der heutigen Sitzung steht das Thema tatsächlich auf der Tagesordnung). Hörl würde gerne einen der drei für den Landkreis jetzt zusätzlich möglichen Kinderärzte nach Schwabhausen holen, und Florian Scherf ist einen Schritt weiter und nach vielen Telefonaten guter Dinge, dass Schwabhausen einen Kinderarztsitz bekommt: „Der Antrag läuft und wird Ende Februar entschieden.“ Keine konkreten Lösungen bei der Hand hatten die drei Kandidaten beim fehlenden Radweg von Schwabhausen nach Puchschlagen und dem Durchgangsverkehr in der Altstettenstraße in Stetten. 

tor

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