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Dank dem Abt: Kreisbäuerin Emmi Westermeier bedankt sich bei Abt Markus Eller für sein Kommen.

Landfrauenadvent im Gasthof zur Post

„Eine Tür muss auch zu öffnen sein“

Schwabhausen - Eine Tür – der Weg ins Haus, zum Herzen oder zum Himmel? Über dieses Thema sprach Abt Markus Eller beim Landfrauenadvent in Schwabhausen.

Dass die Adventszeit viele schöne und alte Traditionen beinhaltet, darauf brauchte Kreisbäuerin Emmi Westermeier die vielen Frauen aus dem ganzen Landkreis gar nicht erinnern, denn für sie alle gehört der alljährliche Landfrauenadvent im Gasthaus Zur Post in Schwabhausen zu einer liebgewordenen Veranstaltung in dieser Zeit.

Emmi Westermeier freute sich, dass sich auch Bürgermeister Josef Baumgartner die Zeit dafür genommen hat, ebenso Bezirkspräsident Anton Kreitmair, die ehemaligen Kreisbäuerinnen Maria Kreitmair und Rosmarie Böswirth sowie der Landfrauenchor unter der Leitung von Wast Kottermair. Der Chor stimme musikalisch in den Nachmittag ein: „Zur guadn Stund a Liadl , a lustigs und a stads.“

Der Ehrengast des Tages, Abt Markus Eller vom Kloster Scheyern gab zu, dass er wohl „in einer schwachen Stunde“ die Zusage zu diesem Nachmittag gegeben habe, ohne sich bewusst zu sein, was da auf ihn zukommt. Denn auch für ihn werde es erst nach der „staden Zeit“ wieder ruhiger. Doch: „Heute wollen wir uns ein wenig von der Ruhe gönnen“. Wie gekonnt er es verstand, die rund 200 Frauen in den Bann zu ziehen, zeigte sich daran, wie ruhig es im Raum war, als er sprach. Der Abt sprach über Türen, wie beim Adventslied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, und erinnerte dabei auch an die Türchen im Adventskalender. Provozierend fragte er die Frauen, ob sie zu Hause schon einmal ihre Türen, die Haus- und Zimmertüren genau betrachtet haben, ob sie um jedes Detail daran wissen, ob sie praktisch und einbruchssicher sind. „Eine Tür erfüllt nicht nur den Zweck, sondern ist viel mehr. Sie ist die Visitenkarte der Menschen, die dort leben“, erklärte der gelernte Schreiner, die Liebe zu seinem Beruf war bei ihm herauszuhören. Sicherlich gebe es auch Türen, an die man mit Unbehagen denkt, wie die der Schule, einem Krankenhaus, einer Behörde. „Und es gibt Türen, vor denen das eigene Herzklopfen lauter ist, als das Klopfen an der Türe.“ Türen, zu denen man eine Todesnachricht bringen musste, wird man nie vergessen.

Aber eine Tür müsse auch zu öffnen sein. Denn eines habe er auch beobachtet: Wenn wir vor einer Türe stehen, egal auf welcher Seite, werde nie gleich die ganze Türe aufgemacht, sondern zunächst nur ein Spalt. Genau dieser Spalt sei es, der des Herzens Tür öffne, um die Gnade Gottes hineinzulassen. Er ermunterte die Frauen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, den Menschen freundlich zu begegnen und ihnen zu helfen.

Der Abt erinnerte aber auch daran, dass Advent nicht nur Vorbereitung für Weihnachten heißt, sondern auch, dass Christus am Ende eines Lebens und der Welt wiederkommen wird. Auch angesichts des Todes werde eine Schwelle überschritten und es wird sich etwas, wie eine Türe, öffnen für ein neues Leben.

Wie der Chor am Anfang gesungen hatte, „lustig und stad“, so sollte der Nachmittag im besinnlichen Teil ausklingen. Erst wurde herzlich gelacht, etwa über den kleinen Sketch von einem besonderen Weihnachtsessen, dann hatten besinnliche Worte ihren Platz. So waren am Ende alle glücklich über das erlebte ruhige Stünderl – oder zwei.

gh

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