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Hakte im Gemeinderat zusammen mit den Kollegen der Oberrother Liste erfolgreich nach: Alfons Hauke.  

Gemeinderat Schwabhausen kippt alten Beschluss

„Standort politisch nicht durchsetzbar“: Kein Mobilfunkmast neben dem Friedhof in Oberroth!

  • Torge Wester
    vonTorge Wester
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Der Schwabhauser Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einen zwei Jahre alten Beschluss beerdigt: Der Mobilfunkmast der Telekom kommt nun nicht neben den Friedhof in Oberroth.

 

Schwabhausen/Oberroth – Ziemlich genau vor zwei Jahren hatte sich der Gemeinderat Schwabhausen dazu durchgerungen, eine Empfehlung für den von Telekom in Oberroth gewünschten Mobilfunkmasten abzugeben: der Masten solle am besten auf dem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Friedhof und Staatsstraße am nordwestlichen Ortsrand von Oberroth errichtet werden. Diese Empfehlung war auf massiven Widerstand im Ort gestoßen und hatte letztlich sogar dazu geführt, dass sich erstmals eine Oberrother Liste zur Gemeinderatswahl stellte und prompt mit drei Vertretern in den Rathaussaal einzog.

Am Dienstagabend – also zwei Jahre nach dem ersten Beschluss – beerdigte der Gemeinderat in neuer Zusammensetzung den von der Telekom stark favorisierten Standort „W01“ nahe dem Friedhof: Mit einem einstimmigen Beschluss beauftragte das Gremium Bürgermeister Wolfgang Hörl, neue Gespräche zu führen, mit dem Ziel, Konsens für einen alternativen Standort herzustellen, der ebenfalls nordwestlich von Oberroth liegt, aber rund 150 Meter außerhalb des Ortes.

An diesem Beschluss konnte auch das Ergebnis des Gutachtens eines unabhängigen Ingenieurbüros nichts mehr ändern. Diplom-Ingenieur Hans Ulrich hatte dem Gemeinderat im großen Saal des Gasthauses zur Post in Schwabhausen seine vergleichende Untersuchung von sechs in Frage kommenden Standorten präsentiert. Bei der Untersuchung standen dabei einerseits die Minimierung der Strahlenbelastung und andererseits eine möglichst gute Versorgung konträr gegenüber und mussten jeweils abgewogen werden. Unter dem Strich blieb dem Gutachter schließlich nur, die Meinung der Telekom zu bestätigen: „Der Standort W01 ist der effizienteste und zugleich von der Belastung her schonendste. Er ist belastbar und zukunftsfähig, während die anderen Standorte leider zu weit weg sind.“

Die drei frischgebackenen Oberrother Vertreter im Gemeinderat, Gerhard Geserer, Daniel Haagen und Alfons Hauke, wollten das nicht so stehen lassen und hakten erfolgreich nach. Auf eine entsprechende Nachfrage von Hauke räumte Hans Ulrich ein, den von der Oberrother Liste favorisierten Standort an der Staatsstraße in Richtung Großberghofen gar nicht erst in die Untersuchung aufgekommen zu haben. Der Grund: Die Gemeindeverwaltung habe ihn informiert, dass dort „keine positive Vermietungstendenz“ vorliege, sprich: der Grundstückseigentümer nicht mitspiele.

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn dieser Standort untersucht würde,“ betonte Alfons Hauke, der Sprecher der Oberrother Liste, daraufhin. Gutachter Ulrich erklärte immerhin den Standort technisch für machbar, auch wenn er nicht so gut wäre wie der am Friedhof. Allerdings würden für eine ergänzende Untersuchung sicherlich noch einige Monate ins Land gehen.

Die Wortmeldungen aus den anderen Fraktionen im Gemeinderat ließen darauf schließen, dass der Standort am Friedhof wohl keine neuerliche Mehrheit finden würde. Am deutlichsten machte es Markus Arnold von der CSU: „Die Ablehnung hat einfach ethische Gründe wegen der Nähe zur Kirche!“

Weil „wir wissen, dass der Standort W01 politisch nicht durchsetzbar ist“, formulierte Bürgermeister Wolfgang Hörl schließlich einen Beschlussvorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Demnach wird er selbst beauftragt, sowohl mit der Telekom als auch mit dem Grundstückseigentümer Gespräche zu führen, um den Alternativstandort zu bekommen.

Alfons Hauke bot an, die Gespräche mit dem Eigentümer zu unterstützen. Zur Stimmung in Oberroth von den Gemeinderatskollegen befragt, erklärte er, dass ein kleiner Teil im Ort den Mast neben dem Friedhof positiv gegenüberstehe, während der weitaus größere Teil den Standort ablehne.

 

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