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Ein Autofahrer in Oberroth im Landkreis Dachau konnte eine vorüberziehende Fronleichnamsprozession wie hier in Bamberg nicht abwarten und fuhr kurzerhand einen Feuerwehrmann an.

Er hatte zuvor versucht, auf Gehweg auszuweichen

Straße wegen Fronleichnam gesperrt: Mercedes-Fahrer rastet aus und fährt Feuerwehrler an

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Weil ein Autofahrer keine Lust hatte, die vorbeiziehende Fronleichnamsprozession abzuwarten, fuhr er einfach einen Feuerwehrmann an. Der sollte den Verkehr absichern.

Oberroth - Die Gläubigen in Oberroth hatten am Donnerstag Pech: Ihre geplante festliche Fronleichnamsprozession fiel buchstäblich ins Wasser, schon nach der ersten Station drehte die rund 100-köpfige Gruppe um zurück in die Kirche.

Die 15 Minuten, die die Prozession dauerte, reichten aber aus, um der Polizei und den Oberrother Feuerwehrleuten wieder einmal aufzuzeigen, dass ihr Job immer gefährlicher wird – und die Menschen, mit denen sie es zu tun haben, immer respektloser. Gegen 9.40 Uhr nämlich, als die Prozession gerade die Staatsstraße 2047 querte und die Feuerwehr entsprechend den Verkehr auf der Straße absperrte, kam eine silberne Mercedes C-Klasse mit einem 52-jährigen Erdweger am Steuer angefahren. 

Autofahrer fährt Feuerwehrmann an: Erst versuchte er, auf den Gehweg auszuweichen

Der Mann ließ sein Fenster herunter und erkundigte sich, wie lange die Sperrung dauern würde. „Maximal fünf Minuten“, lautete die Antwort. Für den Feuerwehrmann, so erinnert sich Einsatzleiter Albert Zitzelsperger, war die Sache damit erledigt. Es würden zwar immer wieder Autofahrer versuchen, Absperrungen zu durchbrechen, aber, so Zitzelsperger, „wenn man es gut erklärt, warum sie halten müssen, oder sie den Grund für die Sperrung sehen können, dann sehen es die allermeisten ein“.

Das Problem: Der Erdweger sah es nicht ein. Die Fronleichnamsprozession war zwar deutlich zu erkennen, dennoch steuerte der 52-Jährige sein Fahrzeug in Richtung Gehsteig, um die Absperrung zu umfahren. Der Feuerwehrmann sprang zur Seite und stellte sich dem Auto in den Weg, woraufhin der Mercedes erst bremste und dann – „mit voller Absicht“, wie Albert Zitzelsperger sagt – langsam auf den Feuerwehrmann zurollte und ihn mit der Stoßstange am Bein anfuhr. Dazu setzte es noch reichlich Beleidigungen. „Irgendwann, als er merkte, er kommt jetzt trotzdem nicht durch, ist er dann umgedreht und weggefahren“, wie Feuerwehr-Gruppenführer Zitzelsperger das traurige Ende der Szene erinnert. 

Bei Fronleichnam: Autofahrer nötigt Feuerwehrmann - ein „gesellschaftliches Problem“

Der angefahrene Feuerwehrmann wurde zum Glück nur leicht verletzt, aber laut Oberroths Feuerwehrkommandant Daniel Haagen steckt ihm der Schrecken noch in den Knochen. „Der Respekt vor uns ehrenamtlichen Einsatzkräften wird immer weniger. Die Leute haben einfach kein Verständnis mehr“, klagt Haagen. Die Dachauer Polizei kann diese Einschätzung nur teilen. Manche Autofahrer würden auch Absperrungen durchbrechen, „selbst wenn wir mit dem Polizeiauto quer zur Fahrbahn stehen“, berichtet Sprecher Günther Findl. Er sieht darin ein „gesellschaftliches Problem“.

Feuerwehrmann angefahren: Autofahrer konnte schnell ermittelt werden 

Immerhin: Die Polizei konnte den Erdweger aufgrund seines Kennzeichens schnell ermitteln. Sein Verhalten kommt ihn nun teuer zu stehen, den 52-Jährigen erwartet ein Strafverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Nötigung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Beleidigung.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich in Hochbrück bei Garching: Der Einsatzleiter der Hochbrücker Feuerwehr, David Ward, wurde von einem Audi-Fahrer bei einem Einsatz bedroht und beschimpft. Dann tickte der Mann völlig aus. Und auch in Geretsried ist schon einmal Ähnliches passiert: Weil ein Autofahrer wütend über eine Umleitung war, die nach einem Unfall eingerichtet wurde, fuhr er einen Feuerwehrmann an. Die Ehrenamtlichen sind schockiert über den Vorfall in Geretsried.

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