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In Arnbach gibt es dieses Jahr kein Osterfeuer, der Grund ist kurios. (Symbolbild)

Unverständnis über Vorgehen

Behörden verbieten Osterfeuer - der Grund ist absurd

Seit 40 Jahren brennen die Arnbacher Burschen in der Sandgrube hinter dem Sportgelände das Osterfeuer ab. Heuer untersagen die Behörden diese Tradition. Weil eine bestimmte Genehmigung fehlt – wie schon seit vielen Jahren.

Arnbach – Jedes Jahr am Karsamstag in der Früh machen sich die Arnbacher Burschen mit Traktoren und Anhängern auf, um im ganzen Ort Brennmaterial für ihr Osterfeuer einzusammeln. Heuer bleiben die Baumschnitte und bereit gestellten Holzabfälle in den Vorgärten liegen – das traditionelle „Jaudusbrennen“, fällt aus. Die Behörden erteilten heuer keine Genehmigung.

Arnbacher Osterfeuer seit 40 Jahren in Sandgrube hinter Sportgelände - doch nicht dieses Jahr

Seit 40 Jahren wird das Arnbacher Osterfeuer in der ehemaligen Sandgrube auf der Anhöhe hinter dem Sportgelände abgebrannt. Als Burschenvorstand Patrick Dolp aber in diesem Jahr die Genehmigung dafür wieder bei der Gemeinde einholen wollte, bekam er eine ernüchternde Abfuhr. Bürgermeister Josef Baumgartner erklärte ihm, dass es heuer keine Genehmigung gäbe, weil die zuständigen Stellen am Landratsamt Dachau mit Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die Untere Naturschutzbehörde jegliche Nutzung der ehemaligen Bauschuttgrube untersagt haben und die Gemeinde aufgefordert haben, das Gelände zu sperren. Weil der Platz in der Vergangenheit auch für die Ablagerung von Gartenabfällen und Rasenschnitt genutzt wurde, war die Rede von möglichen Methangas-Entwicklungen, die unter Umständen beim Abbrennen eines Feuers Gefahr für Leib und Leben darstellen. Weiter wurde der nahe Baumbewuchs als mögliche Brandquelle angeführt.

Osterfeuer in Arnbach verboten - Vorgehen sorgt für Unverständnis

Unverständnis über dieses Vorgehen herrscht nicht nur bei den Burschen, sondern bei allen Arnbachern, die – wieder einmal – das Wegbrechen einer lieb gewordenen Tradition aus bürokratischen Gründen befürchten.

Auch Bürgermeister Baumgartner wurmt der Zeitpunkt der angeordneten Sperre, zumal in der Vergangenheit regelmäßig Boden- und Wasserproben entnommen wurden, die keinerlei Giftstoffe aufwiesen. Er erklärte aber gegenüber unserer Zeitung den wahren Grund für das Vorgehen des Landratsamtes. „Als vor mehreren Jahrzehnten die Bauschuttgrube verfüllt und mit Erdreich, Rasen und Büschen ‚gedeckelt’ war, wurde es versäumt, eine Schlussabnahme zu machen. Das Fehlen ist anscheinend erst jetzt bemerkt worden“, sagt der Bürgermeister. Wer für dieses Versäumnis verantwortlich ist, ist unklar – möglicherweise das Landratsamt oder die Gemeinde.

Weil eine Genehmigung fehlt - Osterfeuer in Arnbach abgesagt

Nun werde diese Schlussabnahme durch einen Gutachter nachgeholt, so Baumgartner. Erst nach der Dokumentation durch das Landratsamt könne dann gegebenenfalls wieder eine Freigabe des Geländes erfolgen – aber das kann noch dauern.

Das alles hilft den Arnbacher Burschen aber wenig, denn das Osterfest steht vor der Tür. Auch wenn die Gemeinde hinter ihnen steht und die Aktion jedes Jahr unterstützt hat, sind ihr diesmal die Hände gebunden. Bemühungen der Gemeinde, für dieses Jahr ein Ersatzgrundstück zu finden, haben sich leider aus verschiedenen Gründen zerschlagen, und auch die Suche der Burschen nach einem geeigneten Platz blieb erfolglos.

Kann Osterfeuer in Arnbach 2020 wieder stattfinden?

Unterstützung bekommen die Burschen jetzt vom Bürgerblock Arnbach. Deren Vorsitzender Wolfgang Hörl (gleichzeitig 2. Bürgermeister) hat an den Gemeinderat den Antrag gestellt, die Planung für das Gelände der ehemaligen Sandgrube/Bauschuttdeponie zu überarbeiten. „Auf dem Areal ist ein Platz vorzuhalten, der es ermöglicht, das traditionelle Osterfeuer abzubrennen. Die Anforderungen der örtlichen Jagdgenossenschaft sind zu erheben und bei der Planung zu berücksichtigen“, heißt es im Antrag.

Nun bleibt zu hoffen, dass alle erforderlichen bürokratischen Hürden genommen werden können, damit 2020 das Arnbacher Osterfeuer mit der Strohpuppe „Jaudus“ auf der Spitze wieder weithin sichtbar in der Osternacht leuchten kann.

Edeltraud Lachner

Auch in Schöngeising im Landkreis Fürstenfeldbruck gab es Aufregung um ein Osterfeuer. Was ein kurioses Schild damit zu tun hatte, berichtet Merkur.de*. In Maisach galten im Vorjahr noch schärfere Regeln für Osterfeuer. Grund ist, dass es im vergangenen Jahr massive Probleme gab (Merkur.de*). Brandgefährlicher Streich im Landkreis Dachau: Unbekannte entzünden Osterfeuer schon am Vorabend.

Über die Grenzen Holzkirchens hinaus sorgte eine andere bayerische Tradition für Aufsehen: Seit Jahren streiten ein Ehepaar und eine Bäuerin um Kuhglocken. Es geht auch um Gülle und Fliegen. Nun hat das Oberlandesgericht eine Entscheidung gefällt, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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