Gemeinde und Landkreis sind sich einig

Schwabhausen: Haus statt Containerfür die Asylbewerber

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Landrat Stefan Löwl kam persönlich in die Gemeinderatssitzung in Schwabhausen. Und sein Besuch war von Erfolg gekrönt: Das Gremium gab grünes Licht in Sachen Asylunterkünfte an der Arnbacher Straße. Statt der zwei derzeitigen Container werden an gleicher Stelle ein bis zwei Unterkünfte in Holzbauweise errichtet. Die Laufzeit des Pachtvertrags zwischen Gemeinde und Landkreis wird 20 Jahre betragen.

In der September-Sitzung war das Thema noch einmal vertagt worden, weil die Gemeinderäte für die doch weitreichende Entscheidung mehr Informationen forderten. Die bekamen sie nun vom Landrat persönlich. Löwl gelang es dabei, die meisten Bedenken zu zerstreuen. Nur in einem Punkt konnte er sich (noch) nicht durchsetzen: dem Bau von zwei Wohngebäuden und damit einhergehend der deutlichen Erhöhung der Kapazität. Denn die zwei Container an der Arnbacher Straße können mit maximal 50 Personen belegt werden – aktuell wohnen dort 46. Doch die beiden vorgeschlagenen (Ersatz-)Gebäude würden bis zu 90 Menschen Zuflucht geben können.

Gemeinderat und Landrat einigten sich deshalb auf einen Kompromiss: Nur für ein Gebäude wird ein Pachtvertrag über 20 Jahre abgeschlossen, geplant wird aber vorsorglich ein zweites Haus. „Ein Haus brauche ich dringend,“ hatte Stefan Löwl betont. Zu mehr konnten sich die Gemeinderäte nicht durchringen. Da zog auch das Argument nicht, dass Schwabhausen bei der großen Lösung einen hauptamtlichen „Kümmerer“ bekommen würde.

Bedenken äußerten einige Gemeinderäte auch wegen des dritten Containers, den die Gemeinde ja vom Landkreis übernommen hat und als Obdachlosenunterkunft nutzt. Es sei schön und gut, dass dieser Container weiter geduldet werde, wenn nebenan ein neues Wohnhaus entstehe. Konfliktpotenzial sah aber nicht nur Fritz Büchler (UBV), „wenn die Obdachlosen im Container und die Flüchtlinge im Haus wohnen“. Der Landrat versicherte indes: „Da werden wir eine Lösung finden.“ Denkbar sei auch, dass die Gemeinde einige Wohnungen in einem der beiden Häuser an die Gemeinde vermiete – zum Zwecke der Unterbringung von Obdachlosen –, wenn sie nicht voll belegt seien.

Der Landrat erklärte im Übrigen, das der Landkreis nach wie vor „jede Woche fünf bis zehn Zuweisungen erhält“, also nach wie vor in der Pflicht stehe, Flüchtlinge unterzubringen, auch wenn das Thema nicht mehr so im Fokus der Öffentlichkeit stehe wie 2016. „Und wer weiß schon, wie sich die Situation mit Syrien oder Erdogan weiter entwickelt...“

Der kleiner gewordene Helferkreis in Schwabhausen war zwischenzeitlich ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten worden. Laut Bürgermeister Josef Baumgartner sprechen sich die Helfer auch für eine feste Asyl-Unterkunft aus. Der Helferkreis sei zwar deutlich geschrumpft, „aber nur deshalb, weil nur noch wenig Betreuung nötig ist!“   

Der Pachtvertrag über die Container wird jetzt noch einmal auf maximal drei Jahre verlängert, vor Ablauf der Frist soll dann das neue Wohnhaus in Holzbauweise errichtet werden. 

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