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Was muss auf den Straßen der Gemeinde für Senioren besser werden? Das versuchten (von links) Peter Aigner, Florian Scherf, Marlen Gersbeck, Immi Battermann-Fischer, Hartmut Baumgärtner, Bürgermeister Josef Baumgartner, Raymond Simon, Gisela Hahn-Collesei und vorne Wilhelm Leger herauszufinden.

Betroffene, Politiker und Interessensvertreter unternehmen Ortsbegehung

Schwabhausen ist voller Stolperfallen und anderer Hindernisse

Wo lauern in Schwabhausen Stolperfallen für Senioren? Mit welchen Schwierigkeiten haben sie sonst noch auf der Straße zu kämpfen? Das versuchten Politiker, Interessensvertreter und Betroffene bei einer Ortsbegehung herauszufinden. Wie nun bekannt wurde, gibt es bald die erste Maßnahme: die Umrüstung von Ampeln.

Bei einer Begehung in der näheren Umgebung des Schwabhauser Rathauses haben sich Vertreter aus Politik, Gemeinde und Verbänden sowie Betroffene ein Bild gemacht, wie seniorengerecht beispielsweise Bushaltestellen, Wege, Bordsteine oder auch Behindertenparkplätze sind. Das Ergebnis: Es gibt einiges zu verbessern!

An der Veranstaltung, die im Rahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts der Gemeinde stattfand, nahmen Bürgermeister Josef Baumgartner, der Behindertenbeauftragte des Landkreises Dachau, Hartmut Baumgärtner, der Sozial-Referent der gemeinde, Florian Scherf, Immi Battermann-Fischer und Marlen Gersbeck von der Nachbarschaftshilfe, Raymond Simon vom VdK, der Behindertenbeauftragte der Gemeinde Schwabhausen Wilhelm Leger, die Seniorenbeauftragte der Kommune, Gisela Hahn-Collesei, sowie der Referent für Baurecht, Peter Aigner, teil.

Als sich die Gruppe in Bewegung setzte, kam sie nicht weit. Bereits nach wenigen Metern musste sie anhalten und feststellen, dass das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus für Rollatoren ungeeignet ist. Auch die Bordsteinkante zur Straße und die Stufe auf dem Gehweg gleich rechts Richtung Postkasten waren die nächsten Stellen, die Diskussionsbedarf hervorriefen. Auf der anderen Straßenseite ging es mit den Auffälligkeiten weiter: Baumumrandungen sind zwar dekorativ, jedoch auch Stolperfallen für ältere Menschen.

Wenig Platz hat außerdem ein Rollstuhlfahrer, der auf dem Gehweg von der Pizzeria in Richtung Thoma-Wiese fahren möchte. Apropos Thoma-Wiese: Dort findet im Sommer das beliebte Bürgerfest statt. Gehbehinderte können die Veranstaltung nur in Begleitung besuchen, da der Boden vor dem Festzelt oder im angrenzenden Biergartenbereich nicht für jeden gehandicapten Bewohner gefahrlos begehbar ist, so der Tenor der Teilnehmer bei dem Ortstermin.

Weiter besahen sich Bürgermeister Baumgartner und seine Begleiter die Zugänge zu den einzelnen Geschäften an. Und sie stellten fest: Dieser ist bei manchen nur über eine Stufe zu schaffen.

Einige überbreite Hecken fielen Marlen Gersbeck auf und Florian Scherf mahnte an, dass es Senioren gerade jetzt im Herbst und Winter schwerer hätten. Angesichts der frühen Dunkelheit oder möglichen Schneefalls würde die „Bewegungsfreiheit auf den Gehwegen noch um ein Vielfaches mehr eingeschränkt“.

Aber auch wenn noch lange nicht alles perfekt ist, so zeigten die Erfahrungen im Gemeindebereich zuletzt, dass man sich immerhin gegenseitig unterstützt, wo man kann. Dies bestätigte Wilhelm Leger. Er meinte, dass er im Fall des Falles bis dato stets Hilfe bekam. „Man muss halt fragen“, meinte der Behindertenbeauftragte und nannte Beispiele: der Fußgänger, der neben einem steht, die Ladenbesitzer oder der mobile Zahnarzt, der zu einem nach Hause kommt. „Schwabhausen mag noch so viele Stolperstellen haben, aber die Bürger helfen sich gegenseitig“, so Leger.

„Manches Mal sind die Kleinigkeiten viel wichtiger als die großen Sachen“, erläuterte der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Baumgärtner, und Bürgermeister Baumgartner gab zu bedenken, dass man nicht nur an Rollstuhlfahrer, Geh- und Sehbehinderte denken dürfe, sondern auch an die Hörbehinderten. Eine erste Maßnahme hierzu werde nun ein Antrag an das Straßenbauamt sein, dass die Fußgängerampeln in Schwabhausen sowie eine weitere Ampel in Stetten mit Blindensignalen ausgestattet werden.

Für Bürgermeister Baumgartner war es ein „sehr wertvolles Treffen, da viele Hinweise bei künftigen Neuplanungen und Neubauten von Anfang an berücksichtigt werden können“. Für Scherf war es eine „Grundsteinlegung für ein barriereärmeres Schwabhausen“. Roswitha Höltl

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