Frau hebt arme, dazu Kinder
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Im Kreise der geliebten Kinder: Ulla Rees bei ihrer Verabschiedung im Jahr 2001.

Langjährige Kindergartenleiterin der Tschu-Tschu-Bahn ist gestorben

Schwabhausen trauert um Ulla Rees

  • Torge Wester
    VonTorge Wester
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Trauer um Ulla Rees: Die langjährige Leiterin des Schwabhausener Kindergartens Tschu-Tschu-Bahn starb im Alter von 72 Jahren.

Schwabhausen/Augsburg – Schwabhausen trauert um Ulla Rees. Die langjährige Leiterin des Kindergartens an der Agricolastraße, damals noch „Tschu-Tschu-Bahn“, ist jetzt nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben. Vielen Kindern und ihren Eltern ist die herzensgute Erzieherin noch in bester Erinnerung.

Es gab viele Bewerbungen, als 1993 die Stelle der Leitung des neuen Kindergartens in Schwabhausen zu vergeben war, erinnert sich der damals zuständige Rudolf Stauß. „Wir haben uns dann für Frau Rees, die damals noch Scheel hieß, entschieden, aufgrund ihrer großen Erfahrungen in diesem Bereich. Und wir haben es nie bereuen müssen: Sie war über all die Jahre eine unserer besten Leiterinnen“, betont der ehemalige Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, das damals der erste Träger der neuen Tschu-Tschu-Bahn war.

Ulla Rees bleibt in Erinnerung als fähige Organisatorin. 18 Jahre lang ab der Gründung war sie die Leiterin, bevor sie 2011 in Altersteilzeit ging. Vor allem aber wurde sie von Kindern und Eltern gleichermaßen geliebt. Denn die Arbeit mit Kindern war für die aus Rottweil im Schwarzwald stammende Erzieherin nicht nur Beruf, sondern vielmehr Berufung und Teil ihres Lebens.

Vor über 40 Jahren war sie nach Dachau gekommen, um ein soziales Jahr zu absolvieren. Die Mutter von zwei Söhnen – einer davon war behindert und wurde von ihr gepflegt – arbeitete zunächst in verschiedenen Kindergärten und in einem Jugendzentrum, bevor sie die Stelle als Kindergartenleiterin in Schwabhausen antrat.

„Es hat sich seitdem viel verändert. Mit drei Gruppen haben wir 1993 begonnen, heute betreuen wir 130 Kinder in fünf Gruppen“, sagte Rees nicht ohne Stolz im Rückblick, als sie 2011 mit einem großen Fest verabschiedet wurde. Dass der liebevolle Umgang mit den ihr anvertrauten Kindern ebenso geschätzt wurde wie ihre Personalführung und die kompetente Zusammenarbeit mit dem Kindergartenträger BRK und der Gemeinde Schwabhausen, wurde in den Festreden deutlich. „Einsteigen, mitfahren, sich wohlfühlen und gemeinsam ankommen, ist das Motto des Kindergartens, das Ulla Rees 18 Jahre lang als Lokomotive in der Tschu-Tschu-Bahn gelebt hat“, sagte der damalige BRK-Kreisgeschäftsführer Markus Crhak und überreichte Ulla Rees in dankbarer Anerkennung die BRK-Medaille in Silber für soziale Arbeit.

Der damalige Bürgermeister Josef Mederer erinnerte an die gemeinsamen Erlebnisse in den Anfängen des Kindergartens. „Die Tschu-Tschu-Bahn trägt Deine Handschrift. Du hast die Bauarbeiten beaufsichtigt, geputzt, eingerichtet, einen unkomplizierten Umgang mit der Gemeindeverwaltung gepflegt und vor allem den Kindern eine hervorragende Erziehung angedeihen lassen“, sagte der Gemeindechef.

Nach ihrem Abschied blieb sie dem BRK verbunden, leistete ehrenamtliche Arbeit, wenn sie gebraucht wurde, etwa bei der Aktion „Kinder für Kinder“, bevor sie dann nach Augsburg zog. In Schwabhausen wird sie unvergessen bleiben.

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