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Karotten, Paprika, Kohlrabi und Co.: Die Schwabhauser Kinder pflanzen ihr Gemüse ab sofort selbst an.

Auftakt zu bayernweitem Projekt an Grundschule Schwabhausen

Unterricht im Gemüsebeet

Kamerateams, Fotografen, Journalisten: In der Grundschule Schwabhausen konnten die Kindern gestern Medienerfahrung sammeln. Denn die Schule hatte sich für das Projekt „Gemüse pflanzen. Gesundheit ernten“ der BayWa-Stiftung beworben – und den Zuschlag erhalten.

Schwabhausen – Unterricht im Gemüsebeet: Den haben ab sofort die Drittklässler der Grundschule Schwabhausen. Der Auftakt des bayernweiten Projekts „Gemüse pflanzen. Gesundheit ernten“ der BayWa Stiftung fand gestern dort statt – im Beisein der Presse.

Laureen (9) und Emily (9) treten Erde in der neuen Kräuterschnecke fest. Die beiden sind in der AG Schulgarten. Sie dürfen, wie alle anderen Drittklässler, die in der AG sind, den neuen Schulgarten mit anlegen. Dazu gehören eine Kräuterschnecke, zwei Hochbeete, ein Gewächshaus für Tomaten sowie ein Apfelbaum. Das alles bekommt die Schule kostenlos. Denn: Vor etwa einem Jahr hatte sie sich für das Projekt „Gemüse pflanzen. Gesundheit ernten.“ der BayWa Stiftung beworben – und wurde ausgewählt. Die Stiftung will mit dem Unterricht im Gemüsebeet das Wissen rund ums Thema Ernährung verbessern.

„Vielen Kindern fehlt der Bezug zur Natur. Sie wissen nicht, dass Milch ursprünglich nicht aus dem Tetrapack kommt“, erklärt der BayWa-Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz, der nach Schwabhausen gekommen war, um das Engagement der Kinder selbst zu erleben. Die BayWa setzt nämlich auf praktisches Lernen: Die Kinder legen den Schulgarten selbst an, pflegen das Gemüse und ernten es für Pausen- und Mittagssnacks.   

Und das kommt an: „Ich finde das Projekt megacool“, sagt Andrea aus der 3a. Die Schüler dürfen mit dem Akkuschrauber die Hochbeete zusammensetzen, Erde einfüllen, die Schichten für das gute Gedeihen der Kräuter anlegen und den Apfelbaum einpflanzen – alles begleitet von zwei Kamerateams und Fotografen. Ganz professionell antworten sie auf Fragen, posieren vor Beeten oder mit Gurkenpflänzchen für die Kameras und berichten von ihren Erfahrungen. „Am besten hat mir gefallen, als wir im Schubkarren saßen und Fotos gemacht haben“, erzählt Chiara aus Oberroth. Hinter ihr wuchten ihre AG-Kameraden das fertige Hochbeet in die Luft und tragen es an den dafür ausgewählten Platz.

Die 34 Drittklässler der AG durchlaufen, aufgeteilt in drei Gruppen, drei Stationen: die praktische Arbeit im Garten, die Zubereitung einer gesunden Gemüsepizza zusammen mit einem Ernährungspädagogen in der Schulküche sowie einen spielerischen Ernährungs-Parcours. „Ich habe gelernt, dass es gute und böse Fette gibt“, berichtet die achtjährige Lisa. Sie hat gerade den Ernährungs-Parcours absolviert und sich vorgenommen, einmal in der Woche Fisch zu essen. In der Schulküche schnippelt Lukas aus Oberroth eine Karottenschlange. „Das habe ich vorher noch nie gemacht. Es macht total viel Spaß! Ich freu mich schon, wenn wir das alles später essen dürfen.“

Doch das Projekt soll nicht nur momentan Spaß bringen, sondern die Kinder dauerhaft gesünder machen. Deswegen wurden die Schwabhauser Grundschüler vor dem Startschuss des Projekts auf ihre Gesundheit und Fitness hin getestet. Im Sommer soll der Test wiederholt werden, um Veränderungen feststellen zu können.

„Eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der TU München durchgeführt wird, soll dokumentieren, welche Wirkung ein Schulgarten auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Kindern hat“, sagt Maria Thon, Geschäftsführerin der BayWa-Stiftung. Zumindest die kurzfristige Wirkung auf die Kinder war gestern für alle ersichtlich: Die Schüler sind mit Feuereifer dabei und freuen sich schon auf ein gutes Gedeihen „ihrer“ Pflanzen.

Bewerbungen

Grundschulen, die einen Schulgarten anlegen oder erweitern möchten, können sich unter baywastiftung.de bewerben.

sue

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