Der Kreis schließt sich

Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner leitet seine letzte Bürgerversammlung

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Josef Baumgartner ist seit fast acht Jahren Bürgermeister in Schwabhausen. Seine ersten Bürgerversammlungen sind inzwischen fast legendär: In 15 bis 20 Minuten gab der „Sepp“ einen kurzen, gerafften Überblick übers Gemeindegeschehen. Die Zuhörer hatten ihr erstes Bier noch gar nicht ausgetrunken, da hieß es schon: „Jetzt seid’s Ihr dran, habt’s was?“

Die Angesprochenen schienen überrascht, nach wenigen Wortmeldungen war nicht selten auch die Fragerunde schnell vorüber. Gut 30 Minuten dauerten diese ersten Bürgerversammlungen gerade mal. Am vergangenen Donnerstag im kleinen Saal des Gasthauses zur Post in Schwabhausen, da schließt sich der Kreis.

Josef Baumgartner steht das letzte Mal auf einer Bürgerversammlung Rede und Antwort. Unter den Zuhörern sitzen seine potenziellen Nachfolger, Florian Scherf (CSU), Wolfgang Hörl (BBA) und Thomas Hack (UBV), denn aus Altersgründen wird Baumgartner im März bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten.

Das letzte Mal legt Baumgartner also Rechenschaft ab. Der 67-Jährige nimmt sich dabei schon ein bisschen mehr Zeit als vor acht Jahren. In rund einer Stunde erfahren die Zuhörer im randvollen Post-Saal alles Wissenswerte über Schwabhausen. Das reicht von der Zahl der Einwohner (6787) und der Staatsangehörigkeiten (66), über das Haushaltsvolumen heuer (24,4 Millionen Euro), bis hin zu den Verstößen „im ruhenden Verkehr“ (70) und denen im fließenden (1600!) sowie zur neuen Ausstattung im Jugendzentrum (Tischkicker) und wie viele Kinder bislang heuer als Gemeindebürger geboren wurden (42).

Aber auch sensible Themen werden nicht ausgeklammert, etwa die Probleme, die in zwei Kindereinrichtungen vergangenes Jahr aufgetreten waren und die sich heuer im Denkmit-Kindergarten an der Agricolastraße fortsetzten – eine Gruppe konnte im September gar nicht erst öffnen. Baumgartner ist froh, dass er jetzt melden kann: Im November öffnet die Gruppe!

Vergangenes Jahr um diese Zeit kochten bei diesem Thema die Emotionen in der Versammlung an gleicher Stelle hoch. Rund 50 betroffene Eltern sorgten für eine aufgeheizte Stimmung.

Doch zurück zur jüngsten Bürgerversammlung. Eine Stunde lang wird die Zuhörerschaft mit Daten und Fakten gefüttert, illustriert wird das Ganze mit vielen Fotos und Grafiken auf einer großen Leinwand – auch kein Vergleich zu dem kleinen Flugblättchen, das es in der Anfangszeit gab.

Dann heißt es auch diesmal: „Feuer frei für Fragen!“ Und da fühlt sich auch der Zuhörer erinnert an Baumgartners frühe Bürgerversammlungen. Jedenfalls geht es bei den Wortmeldungen um parkende Fahrzeuge, die den Weg versperren, um einen Fußgängerüberweg über die Staatsstraße auf Höhe der Schule, oder das fehlende Radwegenetz in der Gemeinde. „Vieles scheitert am Grunderwerb“, bedauert der Gemeindechef hier. „Das ist eines der Dinge, wo ich sagen muss, es ist schade, dass wir das nicht zusammengebracht haben!“

Es geht noch um einen Zuschuss für die Jugendgruppe in Oberroth (Daniel Haagen), einen Biber am Rothbach (Richard Hack), und warum E-Ladesäulen nicht von der Gemeinde betrieben werden (Baumgartner: „Die Gemeinde würde ja auch keine normale Tankstelle bauen, das sollte privat bleiben.“)

Kritische Worte, Vorhaltungen, Angriffe – sie bleiben allesamt aus. Josef Baumgartner darf eine friedliche, harmonische letzte Bürgerversammlung moderieren, deutet kurz die Zielgerade an, auf der er sich befindet: „Am 1. Mai darf ich mich dann verabschieden...“ Nach rund 90 Minuten beendet er offiziell die Versammlung, die damit etwa dreimal so lang gedauert hat wie seine ersten vor vielen Jahren.

Die Senioren dürfen sich noch auf Josef Baumgartner freuen: Am Dienstag, 5. November, ist um 15 Uhr im Pfarrheim die Seniorenbürgerversammlung.

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