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Die Schwabhauser Asylunterkunft besteht derzeit aus Containern. Das Landratsamt will die Unterkunft nun aber umbauen. 

Landratsamt will Verlängerung um 20 Jahre

Schwabhauser Asyl-Unterkünfte vor ungewisser Zukunft

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Dass der Landkreis sein einseitiges Optionsrecht gezogen hat und den Pachtvertrag für die Asylbewerberunterkunft an der Arnbacher Straße bis Januar 2021 verlängert hat, mussten die Schwabhausener Gemeinderäte so zur Kenntnis nehmen. Als jetzt allerdings ein Eilantrag aus dem Landratsamt zu behandeln war, zog der Gemeinderat erst einmal die Bremse.

Die Behörde hatte nämlich angefragt, ob die Gemeinde mit einer Umstellung von Containern auf Gebäude in Holzständerbauweise einverstanden sei. Damit gehe dann allerdings auch eine Verlängerung des Pachtvertrags um mindestens 20 Jahre einher, so das Landratsamt.

Die Gemeinderäte fühlten sich von diesem Antrag „überfahren“, wie es Hans Bopfinger (Freie Wähler) ausdrückte. Denn die Gemeinde solle ihre Willenserklärung „schnellstmöglich“ abgeben, hieß es in dem Schreiben. Die Zeit dränge, weil „wir gemeinsam in der Pflicht sind, innerhalb der Laufzeit von drei Jahren für die Containeranlagen eine dauerhafte und menschenwürdigere Unterbringung für die Asylbewerber zu schaffen“, hieß es aus dem Amt.

Bevor man eine Entscheidung über die nächsten 20 Jahre fällen könne, müsste aber erst noch einiges geklärt werden, fanden einige Gemeinderäte. Dazu gehört, herauszufinden, ob die anderen Gemeinden im Landkreis „sich nicht langsam rausziehen“ würden, fand etwa 2. Bürgermeister Wolfgang Hörl (Bürgerblock Arnbach). Diesen Verdacht hege er nämlich, gerade im Hinblick darauf, dass die zwei Containerreihen an der Arnbacher Straße in Schwabhausen fast voll belegt seien mit 46 Flüchtlingen. Man wolle schon seinen Teil leisten, aber nur wenn alle Gemeinden das täten, so Hörl.

In die Entscheidung müsse auch mit einfließen, was langfristig die Gebäude in Holzständerbauweise an dieser Stelle für das Ortsbild am nördlichen Rand von Schwabhausen bedeuten würden, gaben zudem Max Patzelt (Freie Wähler) und Florian Scherf (CSU) zu bedenken.

Bedenken müsse man in der Gemeinde auch, dass im Falle einer Ablehnung das Landratsamt 2021 nicht nur die Container für die Asylbewerber abhole. Vielmehr sei dann auch die dritte Containerreihe dort nicht mehr haltbar, die die Gemeinde ja vom Landkreis gekauft hatte, um Obdachlose aus der Gemeinde unterzubringen. Derzeit leben dort 13 Personen, darunter zwei Familien.

Erst wenn all diese Punkte aufgeklärt und besprochen worden seien, könne eine Entscheidung fallen, so der Tenor im Schwabhauser Gemeinderat.

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