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Ein Stein im Brett bei den Hexen hat Bürgermeister Josef Baumgartner (der Pantomime).

Hexen in Schwabhausen

Der Bürgermeister darf sogar den Geburtstag einer Hexe vergessen

Mit lautem Geheul stürmten die Schwabhausener Hexen das Rathaus. Doch Bürgermeister und Verwaltung waren bestens gerüstet für den Hexenansturm.

Schwabhausen – So hatte sich das Rathausteam nicht nur unter dem Motto „Pantomime“ toll maskiert, Geschäftsleiter Franz Lamm hatte sich dazu gleich drei Krawatten umgebunden. „Man muss der besigen Schar ja schließlich was zum Austoben bieten“, fand er, und ehe er sich’s versah, waren die Krawatten auch schon ab.

Keiner weiß, wie er das macht, aber Josef Baumgartner muss bei den Hexen einen riesigen Stein im Brett haben. Denn auch in seiner 7. „Hexen-Amtszeit“ kam er beim Leviten-Lesen in Gedichtform wieder recht glimpflich davon. Dabei ist dem Gemeindechef vergangenes Jahr ein Riesenfehler unterlaufen: Er hat den 60. Geburtstag von Oberhexe Heike übersehen. Da gab’s dann doch einen Tadel und den Hinweis, er solle doch seine Geburtstagslisten im PC gefälligst genauer überwachen. Doch er zeigte Reue und lud die Hexen zum Weißwurstessen ein – natürlich auf eigene Rechnung.

Dagegen nahmen sich die weiteren, von Oberhexe Heike und Hexenmeister Eckhart abwechselnd vorgetragenen Verfehlungen relativ harmlos aus. Moniert wurde zum Beispiel, dass seit zehn Jahren kein Bauland mehr in Schwabhausen ausgewiesen wurde: „Kein Zuzug, kein Nachwuchs, leere Kindergärten und Schulen – wie sieht denn dann die Zukunft für unsere Jugend aus?“

Angesprochen wurde auch der Abbau eines Containers für die Asylbewerber und das neue Kinderhaus. Um das alte Gebäude zu nutzen, wurde die Gründung einer Hexenschule oder eine Uni für Zauberei empfohlen: „Da wäre unsere Gilde sofort dabei“. Weil die Straßen in der Gemeinde immer noch in einem mitleiderregendem Zustand sind, wurde vorgeschlagen, die „Rallye Paris-Dakar“ in „Paris-Schwabhausen“ umzubenennen, weil die Strecke dank der vielen Löcher dazu gut geeignet wäre. Sorgen machen sich die Hexen auch um die Oberrother Jugend, die aus dem Wasserhäusl ausziehen muss. Der Vorschlag hierzu lautet: „Vielleicht bietet der Gemeinderat ein Hexenhäusl an, damit sich der Nachwuchs wieder treffen kann“. Lob gab es aber auch: Dafür, dass Baumgartner sich zusammen mit seiner Frau das letzte Theater in Schwabhausen angesehen hat, und für die Fertigstellung der Fahrradgaragen, die allerdings nicht so genutzt werden wie sie sollten. Hexe Renate würde sich hier als Hexen-Politesse einsetzen lassen, Einführungskurse geben und Strafzettel an die „Wildparker“ verteilen.

Weitere Themen des Hexengedichts waren der geplante Funkmast am Oberrother Friedhof und die Freude der Oberrother Feuerwehrler über das neue Fahrzeug. Ein besonders großes Loblied sangen die Hexen auf die Mitarbeiter der Verwaltung. „Ihr fleißigen Bienen seid einfach eine Schau, darauf ein liebliches hex, hex und ein kräftiges Schwabhau“.

Schließlich wandten sich die Hexen dem Gesundheitszustand des Gemeindeoberhauptes zu: „Du schwächelst öfter, so mussten wir hören, das sorgt uns und tut uns sehr verstören.“ Sie hatten einen ganzen Korb voller Mittelchen zur Abhilfe dabei. Das wirksamste Mittel neben allerlei Mineralien und Vitaminen sei eine Urintherapie, war zu hören. Mit den Worten „eine Mischung aus dem Urin aller Hexen, dann strotzt Du vor Kraft und bist fit wie nie, damit Du durchhältst und Deine Amtszeit gut überstehst“ wurde dem Bürgermeister eine Flasche mit einer gelblichen Flüssigkeit überreicht, die aber schwer nach einem guten Brandy aussah.

Mit dem Rat, einen möglichen Nachfolger im Bürgermeisteramt in der verbleibenden Zeit bis zum Amtsende gut in die große Hexenkunde einzuweisen, endete der Vortrag, für den es viel Beifall gab. Mit großem Hallo zog die Schar dann ein Stockwerk tiefer ins Rathausstüberl, wo nicht nur eine Brotzeit wartete, sondern auch die Mitarbeiter aus dem Rathaus und der beiden Schwabhausener Banken, um mit den Hexen zu feiern.

ela

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