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Das Publium auf seiner Seite: Latexmann Tobi van Deisner im Ballon. 

Ballonkünstler in der Post

Schwabhauser Kleinkunstbühne: Dem Latexmannkommt keiner aus

Die Kleinkunstbühne Schwabhausen hat heuer wieder hochkarätige Künstler eingeladen. Im Gasthof zur Post begeisterte jetzt Tobi van Deisner, Europameister der Ballonkunst, die Besucher als „Iron Latex Man“.

Schwabhausen – Unter den Gästen war auch ein gewisser Harry, der mittendrin aufsprang, die Arme in die Höhe riß und schrie: „Tobi, ich bin dein größter Fan!“.

Ein fantastisches Publikum unterstützte neben Harry, der immer wieder auftauchte, den Künstler, der mehrere Zuschauer aktiv in Teile seines Programmes einband. Egal, wen er im Laufe seines Programms ansprach und auf die Bühne bat, seine grenzenlose Energie übertrug sich auf alle. Lediglich bei den lauten Verzweiflungsschreien in der Nacht hätte man sich noch eine leichte Steigerung wünschen können.

Egal, ob er Tiere, Taucher oder Blumen aus Luftballons zusammendrehte, Zaubereien, Glücksspiel und geschickte Ablenkung präsentierte – Ovationen waren ihm sicher. Mit einer kleinen Fotoshow zeigte er auf, wie er auf seinen Reisen ins Ausland mit seiner Ballontechnik in Kontakt mit den dortigen Menschen kommt und wie schön Latex in der Natur aussieht.

Ferne Länder, das war das Stichwort für ein weiteres interaktives Projekt. Nach einem Muskelvergleichstest entführte er sein Publikum ins zauberhafte Ägypten. Es war eine gelungene Inszenierung, als er den überaus starken Caesar, die Mumie und Cleopatra mit Kopf- und Körperschmuck aus Luftballons ausstattete und alle mit klaren Anweisungen zum finalen „Siegesknutscher“ begleitete.

Rasant ging es aber auch in heimischen Gefilden zu. Mit einer sportlichen Blondine schwang er sich auf das Luftballon-Motorrad, legte sich mit 200 Sachen elegant in die Kurve und schlug ein überaus scheues Reh in Zeitlupe in die Flucht. Seine Kunststücke, seine Experimente und sein Riesenballon erfahren allabendlich eine individuelle Anpassung. Was nicht passt, wird ganz frech mit viel Witz passend gemacht.

Wichtiges Feedback gab zwischendrin sein größter Fan. Das freute van Deisner total, da er damit gar nicht gerechnet hatte. Harry und das gesamte Publikum waren voll bei der Sache und halfen ihm sogar auf die abstruse Nachfrage nach einer Klopapierrolle aus. Nur wenn sich Kandidaten für weniger spektakulären Möglichkeiten entschieden, „missfiel“ das van Deisner.

Aber auch mit der harmlosen Variante „Spielkarten nur per Hand zu mischen und nicht mit vollem Oberkörpereinsatz“, hatte er seine Überleitung zum letzten Höhepunkt des Abends. Aufblasen, reinsteigen, hochhüpfen und dann platzen lassen. Sehr schräge Eindrücke waren es, als er zum Latex-Mann mutierte und am Ende tatsächlich die zuvor ausgesuchte Spielkarte in den Händen hielt. Der lang anhaltende Schlussapplaus, ja: der Jubel und die Forderung nach einer Zugabe ließen nur einen Schluss zu: Harry wird es schwer haben, weiter der „größte Fan“ von Tobi van Deisner zu bleiben. Roswitha Höltl

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