15 Wohneinheiten in zwei Gebäuden sind am östlichen Ortsrand von Stetten derzeit geplant. foto: tor

15 geplante Wohneinheiten inStetten

Anliegerprotest gegen „massive Bebauung“

Anlieger der Ringstraße in Stetten wehren sich gegen eine ihrer Ansicht nach „zu massive Bebauung“ in ihrer Nachbarschaft.

Schwabhausen/Stetten – Ein Lärmschutzwall entlang der Staatsstraße, 15 Wohneinheiten in Gebäuden mit teilweise Erdgeschoss und zwei Vollgeschossen, eine problematische Zufahrt und ein Schleichweg für Fußgänger, der wegfallen würde – die Anlieger in der Ringstraße haben starke Bedenken wegen der „massiven“ Bebauung, die auf dem freien Grundstück am östlichen Ortsrand von Stetten nahe der Staatsstraße geplant ist.

Der Bebauungsplan sollte eigentlich in der jüngsten Gemeinderatssitzung gebilligt werden, doch das Gremium beschloss einstimmig, das Ganze noch einmal zu vertagen. Eine Woche zuvor war es zu einem Ortstermin in der Ringstraße gekommen, wo die Anlieger mit Wolfgang Hörl (Bürgerblock Arnbach), Florian Scherf (CSU) und Dieter Rubner (UBV) über das Vorhaben diskutierten.

Bereits Anfang Juli hatten sich Anlieger in einem Brief an die Gemeinde, den Bürgermeister und den Gemeinderat gewandt, in dem starke Bedenken gegen die Bebauung am Ortsrand von Stetten geäußert wurden, die sich nicht in die umliegende Bebauung einfügen würde. Dieses Schreiben, abgeschickt vom Anlieger-Ehepaar Müller, ist aber wohl nicht an die Gemeinderäte weitergeleitet worden, wie sich jetzt herausstellt. „Die Bedenken der Anlieger kommen im Zuge des Verfahrens zur Geltung“, informierte Bürgermeister Josef Baumgartner auf Anfrage.

„Die formalen Einwände werden erst bei der ersten Auslegung des Bebauungsplans gewürdigt“, bestätigt 2. Bürgermeister Wolfgang Hörl. Gleichwohl räumen Hörl und auch Florian Scherf ein, dass sie im Zuge der Entscheidung für eine der alternativen Entwürfe das Schreiben der Anlieger schon gerne vorliegen gehabt hätten.

Obwohl es auch Alternativen mit Doppelhäusern und dreiteiligen Reihenhäusern mit Erdgeschoss plus einem weiteren Geschoss gab, entschied sich der Gemeinderat Mitte Juli einstimmig für die Variante mit zwei größeren Gebäuden, eines mit E+II+D und eines mit E+I+D. Der Hintergrund ist, dass auf dem Gemeindegrundstück auch sozialer Wohnungsbau verwirklicht werden soll.

Kritisiert wird von den Anliegern auch die jetzt geplante Zufahrt, die als Verlängerung der Ringstraße in einen Feldweg gedacht ist. Eine Stichstraße zur Staatsstraße hin ist derzeit nicht möglich, unter anderem weil sich die Gemeinde mit einem privaten Eigentümer nicht über einen (Ver-)Kauf einigen kann, der hier einen schmalen Grundstücksstreifen besitzt.

Das war einer der Gründe, warum der Gemeinderat jetzt den Tagesordnungspunkt vertagte: Die Verwaltung wurde damit beauftragt, bei der Regierung von Oberbayern bzw. dem staatlichen Bauamt abzuklären, ob eine Zufahrt von der Staatsstraße nicht doch möglich ist. Bis jetzt winken beide Behörden ab. Möglichst bald soll der Bebauungsplan dann wieder auf die Tagesordnung genommen werden, so der Wunsch einiger Gemeinderäte.

Aus deren Reihen regt sich aber inzwischen bereits Widerstand gegen die „massive Bebauung mit 15 Wohneinheiten“, die „nicht zu den umliegenden Einzel- und Doppelhäusern passt“, sagte etwa Martina Purkhardt/Freie Wähler im vorberatenden Bauausschuss Mitte November. Das Bauvorhaben füge sich „im ländlich geprägten Stetten nicht ein“.

Ähnlich sieht das Sven von Kummer (Bürgerblock Arnbach): „Ein dreigeschossiges Gebäude am Ortseingang ist zu gewaltig.“ Man verstehe die Anlieger schon, hört man von einigen Gemeinderäten. „Aber es ist auch ein 51 Jahre alter Bebauungsplan!“ klärt Hörl auf. Dass nicht mehr die Maßstäbe von damals angelegt werden könnten, sei normal.

In Zeiten von fehlendem Wohnraum müsse irgendwo auch verdichtet werden, erklärt auch Florian Scherf. Und auf diesem Gemeindegrundstück habe man jetzt die Möglichkeit dazu.

Das sehen die Anlieger aus der Ringstraße anders: Sie haben 40 Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt, die sich gegen die „massive Bebauung“ ausspricht. „Dabei haben wir grundsätzlich nichts gegen eine Bebauung, so lange sie vernünftig ist“, sagt Bernhard Müller. „Wir wussten immer, dass hier irgendwann Wohnbebauung hinkommt!“

Torge Wester

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