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Kritische Bürger: Florian und Sigrid Hacker (v.l.) informierten sich bei Projektmanager Reinhold Kliegel über die Stromtrassenerneuerung zwischen Oberbachern und Ottenhofen.

Erneuerung der Stromtrasse zwischen Oberbachern und Ottenhofen

Das Stromprojekt „kritisch begleiten“

  • Anna Schwarz
    VonAnna Schwarz
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Rund 70 Bürger sind nach Stetten gekommen, um sich über die Pläne des Stromnetzbetreibers Tennet zu informieren: Die Stromtrasse muss erneuert werden, auch das Umspannwerk sind größer. Die Bürger sind skeptisch.

Stetten – Sigrid und Florian Hacker aus Stetten sind skeptisch, was die Erneuerung der Stromtrasse zwischen Oberbachern und Ottenhofen (Kreis Erding) angeht (wir berichteten). Das Ehepaar wohnt nur 300 Meter von der bisherigen Stromleitung entfernt und informierte sich am vergangenen Donnerstag bei einer Veranstaltung im Gasthaus Lachner über die Pläne des Stromnetzbetreibers Tennet. Rund 70 Bürger sahen sich dort Infotafeln an und sprachen mit Tennet-Mitarbeitern. Fazit von Sigrid Hacker: „Man muss das Projekt kritisch begleiten!“

Tennet will die bestehende, rund 50 Kilometer lange Stromtrasse aus den 70er Jahren wegen der Energiewende erneuern – möglicherweise mit neuem Verlauf. Grund dafür ist die Energiewende: Weil in Zukunft mehr Strom aus dem Norden, zum Beispiel aus Windenergie, in den Süden fließen wird, müssen die Stromleitungen leistungsfähiger werden. Dazu soll auch das Umspannwerk in Oberbachern soll vergrößert werden, sagte die Tennet-Referentin für Bürgerbeteiligung, Catherin Krukenmeyer. „Die Anlagen stehen schon seit 40 Jahren und sind einfach veraltet.“ In der kommenden Woche will die Tennet deshalb mit Grundstückseigentümern verhandeln, um Masten nahe des Umspannwerks versetzen zu können.

Wolfgang Sterflinger aus Stetten kritisierte, dass das Werk vergrößert werden soll: „Da bin ich nicht begeistert, man kennt ja die ganzen Auswirkungen von Elektrosmog nicht.“ Gleichzeitig zeigte er auch Verständnis für die Erneuerungspläne: „Wenn was über 40 Jahre alt ist, dann muss eben was Neues her.“

Auch Eheleute aus Arzbach befürchteten, dass sie die Pläne von Tennet nicht verhindern können: „Aber uns wäre es wichtig, dass die Masten zumindest nicht näher zu uns herkommen“, bisher wohnen sie etwa 250 Meter davon entfernt: „In unserem Haus merken wir manchmal die Geräusche und Schwingungen von der Leitung.“ Ähnlich geht es dem Ehepaar Hacker: „Im Winter hört man ein Surren, und optisch sind die Masten natürlich auch kein Highlight“, sagt sie: „Am liebsten wäre es mir, wenn die Leitung im Boden verlaufen würde.“ Aber das sei bei einer Höchstspannungsleitung gesetzlich nicht möglich, so Krukenmeyer.

Der Stromnetzbetreiber will die Bürger bei seiner Trassenplanung einbinden. Im Sommer sollen die ersten Pläne vorgestellt werden, wohl wieder in Stetten.

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