Beschluss im Gemeinderat Schwabhausen

Unbeliebter aber einziger Standort: Grünes Licht für Mobilfunkmast neben Friedhof

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Es gibt nur einen Standort für die neue Mobilfunkanlage der Telekom, die Oberroth mit GSM-, UMTS- und LTE-Technik versorgen kann: neben dem Friedhof. Nur an dieser Stelle kann der Ort aufgrund der Hanglage – 25 Meter Höhenunterschied – ordentlich bedient werden. Darüber waren sich die Gemeinderäte und die Telekom einig. Trotz Widerstands aus Oberroth selbst votierte das Gremium deshalb für den Mobilfunkmasten an dieser Stelle.

Schwabhausen – Wohin der Mobilfunkstandort für die Versorgung von Oberroth vor allem mit LTE-Technik kommen wird, das muss letztendlich die Telekom entscheiden. Doch zumindest hat sich der Gemeinderat Schwabhausen am Dienstagabend dazu durchgerungen, eine Empfehlung abzugeben: der Masten soll am besten auf dem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Friedhof und Staatsstraße am nordwestlichen Ortsrand von Oberroth errichtet werden.

Dieser von der Telekom favorisierte Standort war in Oberroth offenbar auf wenig Gegenliebe gesto

ßen, da sich in der Nähe eine Bank und auch ein Kreuz befinden. Bürgermeister Josef Baumgartner bestätigte im Rat, dass es Kritik hinsichtlich der Optik gegeben habe. Er sei aber überzeugt, dass man den Masten kaum noch wahrnehmen werde, weil er bald eingewachsen sei.

Und Frank-Peter Käßler, der Telekom-Kommunalbeauftragte „Mobilfunk Bayern“, legte bei seinem zweiten Besuch im Schwabhauser Gemeinderat überzeugend dar, dass eine gründliche Überprüfung der vorgeschlagenen Alternativ-Standorte ergeben hat, dass die Stelle am Friedhof aufgrund der Topographie die mit Abstand beste sei. Denn bei allen anderen Vorschlägen müsste der Masten deutlich höher werden, oder es sei technisch gar nicht machbar.

Wenn der Gemeinderat mit dem Friedhofsstandort nicht einverstanden sei, dann müsse sich die Telekom auf die Suche nach privaten Hausbesitzern im nordwestlichen Bereich Oberroths machen, erklärte Käßler – mit wenig Aussicht auf Erfolg, wie Bürgermeister Josef Baumgartner erklärte. Denn bei einer Befragung durch die Verwaltung hätten die Anlieger allesamt abgewunken. Käßler machte deutlich, dass dann auf absehbare Zeit die Versorgungslücke, die für Oberroth bei GSM-, UMTS- und LTE-Technik besteht, nicht geschlossen werde, weil die Telekom dann Standorte in anderen Gemeinden realisiere, die bessere Voraussetzungen mitbrächten.

„Wir drehen uns jetzt seit einem halben Jahr im Kreis,“ wurde Käßler deutlich, „wir sind im Prinzip an der gleichen Stelle, wo wir letztes Mal schon waren!“ Schließlich waren die Gemeinderäte quer durch die Fraktionen überzeugt, dass der Standort neben dem Friedhof der einzig sinnvolle sei. Man könne doch die Oberrother in einer Befragung vor die Wahl stellen, ob sie Mobilfunk haben wollten oder nicht, schlug Georg Sonnenberger von den Freien Wählern noch vor. Das werde die Telekom aber „definitiv nicht“ abwarten, erklärte Käßler. Und auch der Gemeindechef winkte ab: Das sei doch nicht praktikabel.

Schließlich kam Bewegung in die Debatte. Hans Bopfinger (Freie Wähler) appellierte an seine Gemeinderatskollegen, sich nicht „abzuducken“ bei unangenehmen Themen, denn: „Schließlich sind wir gewählt worden, uns der Verantwortung zu stellen und auch heikle Entscheidungen zu treffen!“

Auch Florian Scherf erklärte für die CSU, dass man dem Standort zustimmen werde, weil er nach gründlicher Abwägung der einzig sinnvolle sei. Auch Dieter Blimmel und Georg Hillreiner argumentierten in dieser Richtung.

Die Mehrheit war dann nach der kontroversen Diskussion in der Abstimmung überraschend eindeutig. Denn mit 17:2 Stimmen votierten die Räte dafür, der Telekom einen Mietvertrag für den Standort Flurnummer 201 neben dem Friedhof in Oberroth am Ortsausgang an der Straße nach Großberghofen anzubieten. Nur Dieter Rubner und Josef Perchtold waren dagegen.

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