Gemeinderat schwabhausen

Wieviel Wachstum ist noch verträglich?

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Wieviel Wachstum verträgt die Gemeinde Schwabhausen? Darüber zerbricht sich derzeit der Gemeinderat den Kopf. Dazu soll nun eine Expertenmeinung eingeholt werden.

Schwabhausen– Ein Wachstum zwischen 0,5 und 1,0 Prozent jährlich – das können sich die Schwabhauser Gemeinderäte für ihre Gemeinde vorstellen. Zwar fiel darüber noch kein Grundsatzbeschluss – der soll noch kommen –, doch diese Tendenz wurde bei der jüngsten Diskussion im Gremium sichtbar.

Nach umfangreichen, wiederkehrenden Vorberatungen im Bauausschuss, die nichtöffentlich stattgefunden hatten, setzte die Gemeindeverwaltung jetzt einen Beschlussvorschlag auf die Tagesordnung. Der Tischvorlage war zu entnehmen, dass man sich ein „durchschnittliches, maximales Einwohnerwachstum von 1 Prozent“ jährlich vorstellen könne. An dieser Formulierung entzündete sich flugs eine Debatte. Einig war sich das Gremium, dass man sich hier noch nicht festlegen und erst einmal die Expertise eines Fachmanns abwarten wolle. „Wir wissen zum Beispiel nicht, welche Folgen welches Wachstum mit sich bringt“, betonte etwa Florian Scherf (CSU). Erst auf der Grundlage von belastbaren Zahlen sei eine Festlegung möglich, so der Tenor im Rat.

Um durchschnittlich 0,7 Prozent sei die Gemeinde Schwabhausen in den vergangenen zehn Jahren gewachsen, berichtete Bauausschussmitglied und zweiter Bürgermeister Wolfgang Hörl. Das sei moderat, da könne auch die Infrastruktur „mithalten“.

Ein wenig Wachstum sei in jedem Fall nötig, war die einhellige Meinung. Allein schon wegen der jungen Leute, von denen immer mehr beklagten, dass es schwierig sei, sich im Heimatort anzusiedeln (Dieter Blimmel, Thomas Böswirth, beide CSU). Allerdings müsse Schwabhausen „die Bremse reinhauen“ (Max Patzelt, UBV) im Angesicht von Prognosen, dass der Landkreis Dachau in den nächsten Jahren „massiv wachsen“ werde. „Bei 1,5 oder 2 Prozent gehe ich nicht mit, dafür hebe ich nicht die Hand“, ließ auch Wolfgang Hörl dazu verlauten.

Die weiteren Empfehlungen des Bauausschusses hinsichtlich der künftigen sozialen Bodennutzung nahm der Gemeinderat dagegen in den Beschluss mit auf, ohne sie in Frage zu stellen. Demnach sollen etwa unbebaute Flächen im Innenbereich ausgenutzt oder auch nachverdichtet werden. Auch Platz für Gewerbe soll vorgehalten und sozialer Wohnungsbau vorangetrieben werden. Und das wichtige Instrument des Einheimischenmodells soll unbedingt wiederbelebt werden, nachdem es in der Februar-Sitzung wegen rechtlicher Bedenken aufgehoben werden musste.

Schließlich gab der Gemeinderat der Verwaltung noch die Hausaufgabe mit auf den Weg, die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans zu forcieren: Noch heuer will man Ergebnisse aus dem Gutachten vorgelegt bekommen, mit dem man vor längerer Zeit das Büro Brugger (Landschaftsarchitekten, Stadtplaner) betraut hatte.

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