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Führungsduo: Bürgermeister Wolfgang Hörl (rechts) nach der Vereidigung seines Stellvertreters Florian Scherf. 

Schulterschluss im Gemeinderat: Florian Scherf einstimmig zu 2. Bürgermeister gewählt

Weit auseinander und doch eng beisammen

Schulterschluss im Gemeinderat Schwabhausen: Florian Scherf ist einstimmig zum 2. Bürgermeister gewählt worden.

Schwabhausen – Sie saßen weit auseinander und rückten doch ganz eng zusammen: Die Mitglieder des neuen Schwabhausener Gemeinderats starteten mit der konstituierenden Sitzung in die neue Legislaturperiode und demonstrierten gleich einen großen Zusammenhalt. Auch wenn es bei dem einen oder anderen Thema durchaus unterschiedliche Standpunkte gab, so war doch stets das Bemühen der Wortführer erkennbar, die andere Meinung gelten zu lassen. Schon im Wahlkampf hatten ja alle Gruppierungen und Bürgermeister-Kandidaten immer wieder betont, die gute Zusammenarbeit der vergangenen sechs Jahre im Gemeinderat fortsetzen zu wollen. Das war offenbar kein Lippenbekenntnis.

Geradezu eine Demonstration der Geschlossenheit war die Wahl des 2. Bürgermeisters – anders als vor sechs Jahren, als sich Edeltraud Lachner (BBA) in einer Kampfabstimmung knapp mit 11:10 Stimmen gegen Jeanette Schaberl (CSU) durchgesetzt hatte. Diesmal hatten sich im Vorfeld alle Fraktionen auf einen 2. Bürgermeister verständigt: Nicht nur, dass Florian Scherf von der CSU von vier Gruppierungen (!) vorgeschlagen wurde, erhielt er mit 21:0 Stimmen auch noch das bestmögliche Votum.

Wolfgang Hörl, der zuvor als Gemeindechef selbst vereidigt worden war, durfte also die Amtskette umlegen und jenem Mann den Amtseid abnehmen, der ihm in der Bürgermeister-Stichwahl Ende März unterlegen war.   

Die Gemeinderäte entsprachen mit dieser Entscheidung irgendwo auch dem Wählerwillen, denn Scherf hatte als einziger Kandidat bei der Gemeinderatswahl mehr als 2000 Stimmen bekommen und war damit sogar knapp vor Wolfgang Hörl (1900) gelegen.

Dass auch Hörl jetzt den Namen Scherf bei der geheimen Wahl des 2. Bürgermeisters auf den grünen Zettel schrieb, darf als Beleg dafür dienen, dass die von allen Seiten immer wieder bemühte Formulierung, man habe einen sehr fairen Wahlkampf erlebt, keine Worthülse war. Und die Tatsache, dass sich neben Josef Reischl von der CSU auch Max Patzelt für die Freien Wähler, Tanja Kreis für den Bürgerblock Arnbach sowie Thomas Hack für UBV explizit für Florian Scherf als 2. Bürgermeister aussprachen, zeugt vom guten Miteinander im neuen Gremium.

Wolfgang Hörl, der seine erste Sitzung als Amtschef souverän und gut vorbereitet leitete, wird im Übrigen neben Scherf keinen weiteren Stellvertreter haben. Denn zuvor hatten die Gemeinderäte – ebenfalls einstimmig – beschlossen, keinen 3. Bürgermeister einsetzen zu wollen. Für den Fall, dass sowohl Hörl als auch Scherf verhindert wären, bestimmte der Gemeinderat zwei weitere Stellvertreter. Mit 12:9 Stimmen konnte sich dabei Martina Purkhardt (FWS) knapp gegen Thomas Hack (UBV) durchsetzen. Die beiden Gruppierungen hatten jeweils ihren Kandidaten bzw. ihre Kandidatin als ersten Stellvertreter vorgeschlagen. Martina Purkhardt ist jetzt erste Stellvertreterin, Thomas Hack zweiter.

Die Stellvertreter mussten nicht vereidigt werden, wohl aber die neu einrückenden Ratsmitglieder: Josef Reischl und Markus Arnold von der CSU, Max Gailer von den Freien Wählern, Bernhard Rapp vom Bürgerblock Arnbach sowie Gerhard Geserer, Daniel Haagen und Alfons Hauke von der erstmals zur Wahl stehenden Oberrother Liste. Sie hatten allesamt vordere Plätze an den Einzeltischen im großen Saal des Gasthauses zur Post zugewiesen bekommen und mussten so für die Eidesformel ihre Plätze nicht verlassen.

Später ging es um die Besetzung der Ausschüsse und Verbandsversammlungen, aber auch darum, ob der Bauausschuss aufgewertet und im Katastrophenfall ein Sonderausschuss eingerichtet werden sollte (ausführlicher Bericht folgt).

Torge Wester

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