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Die Bürgermedaille wurde Erich Dengler im Jahr 2015 verliehen.

Träger der Bürgermedaille stirbt im Alter von 86 Jahren

Schwabhausen trauert um Erich Dengler

Schwabhausens Ehrenbürger Erich Dengler senior ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Mit ihm verliert der Ort eine bekannte und beliebte Persönlichkeit.

Schwabhausen – Erich Dengler war in vielen Vereinen und bei vielen Anlässen ein unverzichtbarer Helfer im Hintergrund. Er hinterlässt auch in seiner Familie eine gewaltige Lücke.

1933 in Lessau in der Nähe von Karlsbad im Sudetenland geboren, wuchs Erich Dengler in einer schwierigen Zeit auf. Nach dem Kriegsende verschlug es ihn 1946 nach Schwabhausen, wo er schon als 13-Jähriger bei der Schreinerei von Josef Baumgartner eine Lehre begann. Fast drei Jahrzehnte blieb er der Firma des Großvaters des jetzt ausgeschiedenen Bürgermeisters treu. Dann wechselte er als Schreiner zur MAN, der er bis zum Renteneintritt treu blieb.

1956 heiratete Erich Dengler seine Maria. Bald wurde Sohn Erich geboren, zwei Enkel und ein Urenkel vergrößerten die Familie. Neben der Familie und dem Beruf nahm sich Erich Dengler noch Zeit, sich ehrenamtlich in seinem Ort zu engagieren. Ob bei der Feuerwehr, wo er unter anderem 2. Kommandant war, bei der Soldaten- und Reservistenkameradschaft oder beim TSV Schwabhausen – überall war Dengler ein vielgefragter Mann. Das hatte natürlich auch mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Schreiner zu tun, vor allem aber mit seiner großen Hilfsbereitschaft und seinem umgänglichen Wesen.

Gerade die Tischtennis-Familie des TSV Schwabhausen trauert um Erich Dengler senior. „Als im Jahr 1975 unsere Abteilung ins Leben gerufen wurde, war Erich von der ersten Stunde an im Hintergrund mit dabei“, erzählt Chef Helmut Pfeil. Der Vater des heutigen Managers und Gründungsmitglieds Erich Dengler junior habe der Führungs-Crew, zu der auch schon Pfeil gehörte, in den vergangenen 45 Jahren stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „Auf seine Unterstützung, Erfahrung und tatkräftige Hilfe war immer verlass.“

Die von Erich Dengler senior übernommenen Aufgaben waren vielfältig: Um Renovierungsarbeiten, die Instandhaltung des Tischtennis-Materials oder aber den Bau von Mobiliar kümmerte er sich leidenschaftlich.

„Außerdem war er immer zuverlässiger Chauffeur unserer Jugendlichen“, erinnert sich Pfeil. „Zur Not fuhr er auch mitten in der Nacht los, um eine Mannschaft aufgrund einer Autopanne nach Hause zu fahren.“

Auch beim Auf- und Abbau im Rahmen des Bürgerfestes war Dengler stets mit dabei. Selbst im hohen Alter konnte es der Verstorbene nicht lassen, vor den Heimspielen der Bundesliga-Mannschaft in der Heinrich-Loder-Sporthalle beim Aufbau mitzuhelfen. Anschließend nahm er dann die Zuschauerrolle ein.

„Mit seiner offenen und humorvollen Art war Erich bei uns allen äußerst beliebt. Trotz Familie, Beruf und Engagement in mehreren anderen Vereinen fand er immer die Zeit, Anfragen und Wünsche aus der Tischtennis-Abteilung mit bekannter Fachkompetenz möglichst zeitnah und in bester Qualität zu erfüllen“, ergänzt Helmut Pfeil. „Die Tischtennis-Abteilung hat ihm viel zu verdanken und wird ihn stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Ende 2015 wurde Erich Dengler senior dann auch die verdiente Auszeichnung seiner Gemeinde verliehen: Der Enkel des Mannes, bei dem er als 13-Jähriger in die Lehre gegangen war, hatte als Bürgermeister die Ehre, Erich Dengler die Schwabhauser Bürgermedaille zu überreichen. Josef Baumgartner beschrieb Dengler als einen „Mann für alle Fälle“, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang ehrenamtlich eingebracht habe. Nicht zuletzt sei er „langjähriger Auf- und Abbauhelfer und Standby-Schreiner beim Christkindlmarkt oder beim Bürgerfest“.

„Im vergangenen September haben wir noch seinen 85. Geburtstag nachgefeiert, in Südtirol mit der ganzen Familie“, erinnert sich sein Sohn. Im engsten Familienkreis wird Erich Dengler senior zu Grabe getragen, das sei leider jetzt in der Corona-Krise nicht anders möglich. „In jedem Fall wollen wir aber noch eine große Trauerfeier nachholen, damit sich gerade auch die Vereine gebührend verabschieden können“, sagt Erich Dengler junior.

Torge Wester und Marco Steinbrenner

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