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Feiert heute ihren 90.: Schwester Ruth Becker. 

Die Weichser haben sie nicht vergessen

Schwester Ruth Becker wird 90 Jahre alt 

Auch wenn sie seit 2014 im Altenheim der Armen Schulschwestern in Dorfen lebt, vergessen ist Schwester Ruth Becker in Weichs nicht. Im Gegenteil: Wegen ihrer Fürsorge und Herzlichkeit hat sie hier viele Spuren hinterlassen. Am heutigen Donnerstag wird sie 90 Jahre alt.

Weichs – Über 60 Jahre lang lebte Schwester Ruth im Kloster in Weichs. Im Ort hat sie viele Spuren hinterlassen. Zeit, um anlässlich ihres 90. Geburtstags an ihr Leben zu erinnern:

Erstaunlich, wie sie ihr Leben meisterte, denn in jungen Jahren brachte es so viel Leid über sie. Ihre Wiege stand in der Batschka, im ehemaligen Jugoslawien. Über das, was sie als junges Mädchen dort während des Krieges erlebte, hat sie eine umfangreiche private Niederschrift verfasst. Beim Lesen kann man nur den Kopf darüber schütteln, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sein konnten. Zusammen mit der Großmutter gelang ihr schließlich die Flucht aus dem Lager über Ungarn und Österreich in die Nähe von Regensburg.

Mit 22 Jahren entschloss sie sich 1950, dem Orden der Armen Schulschwestern beizutreten. 1952 wurde sie eingekleidet. Im selben Jahr führte ihr Weg ins Kloster Weichs, was über sechzig Jahre lang zu ihrer zweiten Heimat wurde.

Es ist nicht übertrieben, wenn sie in ihrer bescheidenen Art gerne davon erzählte, dass es etwa 2000 Schülerinnen waren, mit denen sie in irgendeiner Form hier zusammentraf. Fast schon mütterlich sprach sie immer von „unseren Kindern“. Und die „Kinder“ mochten sie. Viele davon hielten auch nach der Schulzeit Kontakt zu ihr. Sie war für sie eben oft mehr als nur eine Lehrerin an der ehemaligen klösterlichen Realschule. Sie unterrichtete Steno, Maschinenschreiben und Wirtschaftskunde.

Aus Altersgründen ist Schwester Ruth vor einigen Jahren aus dem Weichser Kloster ausgezogen. Erleichtert wurde ihr der Umzug nach Dorfen aber dadurch, dass sie dort wieder mit ihrer langjährigen Mitschwester in Weichs, der mittlerweile schon über 95-jährigen Schwester Anastasia, zusammentreffen konnte. Mit ihr war sie fast das ganze Klosterleben lang unzertrennlich.

Am kommenden Samstag, 7. April, wird sie eine kleine Delegation aus der Pfarrei Weichs in Dorfen besuchen, und die Glückwünsche aus der Glonntalgemeinde überbringen. Eine größere Feier wird es aber leider nicht geben können, denn der Gesundheitszustand der Jubilarin lässt dies leider nicht mehr zu.

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