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Mit einem großen Dankeschön und einem kleinen Geschenk hat Bürgermeister Josef Baumgartner die scheidenden Kommandanten Max Patzelt (links) und Thomas Lachner verabschiedet.

Vater übergibt an Sohn 

Generationswechsel bei Feuerwehr

Sebastian Patzelt ist neuer Kommandant der Feuerwehr Rumeltshausen. Bei der Hauptversammlung wurde er ebenso einstimmig gewählt wie Stellvertreter Andreas Hof. Damit hat sich ein Generationswechsel vollzogen – aber es bleibt in der Familie.

Zunächst hatte große Ratlosigkeit geherrscht, als sich der bisherige Rumeltshauser Kommandant Max Patzelt nach 36 Jahren und der 2. Kommandant Thomas Lachner nach 24 Jahren nicht mehr zur Wahl stellten. Keiner von den 23 bei der Versammlung anwesenden Feuerwehrleute wollte zunächst diese verantwortungsvollen Aufgaben übernehmen. Bürgermeister Josef Baumgartner musste als Wahlleiter große Überzeugungsarbeit leisten, bis sich schließlich der 23-jährige Andreas Hof für das Amt des 2. Kommandanten zur Verfügung stellte und sich der 28-jährige Sebastian Patzelt bereit erklärte, das Kommandantenamt zu übernehmen.

Keiner war davon mehr überrascht als sein Vater Max Patzelt, der zuerst recht ungläubig dreinschaute, dann aber doch mit ein wenig Stolz darüber, dass der Sohn die Tradition fortsetzt, Unterstützung bei der Einarbeitung zusicherte.

Nach der „schweren Geburt“ war die Antrittsrede des neuen Kommandanten fällig. Sebastian Patzelt gab recht selbstbewusst zu verstehen, dass sein Führungsstil ein etwas anderer sein wird und er sich auch nicht davor scheut, Aufgaben zu delegieren. Die Unterstützung dabei wurde ihm von den Feuerwehrkameraden mit viel Beifall bestätigt.

Vor den Neuwahlen hatte Max Patzelt seinen letzten Kommandantenbericht abgegeben. Die derzeit 27 Aktiven mussten im vergangenen Jahr zu neun Einsätzen ausrücken. Darunter waren die Beseitigung von Sturmschäden und Ölspuren sowie der Einsatz bei Verkehrsunfällen oder eine Hubschraubereinweisung. Der Standort der Rumeltshausener Wehr am „Bermuda-Dreieck“ an der DAH 10, zwischen den vielbefahrenen Staatsstraßen 2047 und 2050, erfordert ständige Einsatzbereitschaft, die dank der engen und guten Zusammenarbeit mit der Schwabhausener Wehr auch erfüllt werden kann.

„Der Bau des Kreisels an der St 2050 hat sich als Segen erwiesen, die Unfälle sind seitdem viel weniger geworden“, konstatierte Patzelt. Bei den Übungen, die sich über das Jahr verteilten, wurde die Einweisung in den Digitalfunk, ein Fahrtraining und die Wasserförderung an offenen Gewässern und Hydranten trainiert. Dazu kamen Besuche im Umspannwerk Oberbachern und in der integrierten Leitstelle Fürstenfeldbruck. Mit einem Seitenblick auf den Bürgermeister berichtete Patzelt auch, dass die Geräte wie zum Beispiel die Pumpe und der Anhänger zwar noch einsatzbereit sind, aber schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel haben.

Auch beim Feuerwehrverein waren die Neuwahlen das Hauptthema des Abends. Einstimmig wurden hier die Vorsitzenden Josef Böck und Roman Reischl und Kassier Reinhard Forstner für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Lediglich beim Schriftführer gab es eine Änderung. Zum Nachfolger von Helmut Patzelt wurde Stephan Polz, der auch der neue Gerätewart ist, gewählt. Die Fahnenabordnung wird gestellt von Andi Grill, Josef Böck und Reinhard Forstner.

Der Verein verfügt über 34 Mitglieder, hat geordnete Finanzen und im vergangenen Jahr wieder die gemeinsame Weihnachtsfeier im Ort ausgerichtet und war beim Kirchenjubiläum in Schwabhausen vertreten.

Bürgermeister Josef Baumgartner verabschiedete Max Patzelt und Thomas Lachner und damit „60 Jahre Feuerwehrerfahrung“. Max Patzelt war gerade mal 19 Jahre alt, als er erstmals zum Kommandanten der Feuerwehr Rumeltshausen gewählt wurde. 36 Jahre lang leitete er die Geschicke der Rumeltshausener Wehr und zählte damit zu den dienstältesten Kommandanten im Landkreis. Ihm zur Seite stand 24 Jahre lang Thomas Lachner als 2. Kommandant. Patzelt war maßgeblich daran beteiligt, dass die Rumeltshausener Wehr 1980 wieder zum Leben erweckt wurde und aus dem kleinen Häufchen Freiwilliger eine rund 30 Mann starke, gut ausgebildete Truppe geworden ist, die mit einer ordentlichen Unterkunft und einem passablen Einsatzfahrzeug gut ausgerüstet ist.

ela

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