+
Die Mahd kann für Rehkitze sehr gefährlich werden. Im Landkreis wurden jetzt sechs getötet.

Durch Mähwerke getötet

Jäger erschüttert: Bauern lassen sterbende Rehkitze auf Wiese liegen

  • schließen

Jäger sind erschüttert: Sechs Rehkitze sind innerhalb von zwei Tagen in einem Jagdrevier im Landkreis durch Mähwerke getötet worden. Noch schlimmer: Die Landwirte haben die Kitze einfach liegengelassen.

Landkreis– Er war abends auf dem Weg zu seinem Hochsitz, mit Messer und Flinte im Gepäck. Doch dann machte der Jäger im Revier einer Landkreisgemeinde eine schreckliche Entdeckung: Zwei junge Rehkitze lagen mitten auf einer Wiese. Schwerverletzt, aber noch am Leben. Über die Wiese ist gerade ein Landwirt mit seinem Kreiselmäher gefahren – die Kitze kamen in das Mähwerk. „Der Landwirt hat die Kitze einfach liegen gelassen“, sagt Barbara Karcher vom Jäger- und Jagdschutzverein Dachau: „Der Jäger hat sie dann erlöst.“ Doch das Gefühl, das bei den Jägern bleibt, ist: Unverständnis.

Dabei waren es nicht die einzigen Bambis, die in dem Jagdrevier ihr Leben lassen mussten: Vier weitere gerieten innerhalb von zwei Tagen unter das Mähwerk der Landwirte. Wo das Ganze passiert ist, will Karcher nicht sagen. Sie will den oder die Bauern nicht denunzieren. Trotzdem ist sie sauer: „Vielen Landwirten sind die Kitze einfach wurscht.“ Ihnen sei gar nicht bewusst, dass sie sich strafbar machten – wenn sie Kitze töteten.

Denn nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes wird jemand mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, der „ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet“. Deshalb seien die Landwirte dazu verpflichtet, die Wiese zuvor auf Rehkitze zu durchsuchen. Das haben die Landwirte im Falle der sechs getöteten Rehkitze offenbar nicht gemacht. Und sie haben nicht einmal dem Jagdrevierpächter Bescheid gesagt.

Ob die Landwirte die Unfälle vielleicht nicht bemerkt haben? Für Karcher ausgeschlossen: „Zumindest rumpelt es dann kurz“, sagt sie. Denn frisch geborene Rehe wiegen etwa ein Kilo und sind etwa 15 Zentimeter hoch.

Karcher will die Landwirte wachrütteln. Denn diese könnten etwas tun, um die Jungtiere vor dem Mähwerk zu retten: die Wiese vor dem Mähen nach Jungtieren, eventuell mit Hund, absuchen, Lärm machen, Radios an den Feldern aufstellen, um die Kitze aus den Wiesen zu vertreiben, oder Stöcke mit flatternden Müllsäcken aufstellen. Denn davor fürchten sich die Rehgeißen und kommen mit ihren Jungen gar nicht erst in das Feld.

Die Landwirte hätten sogar selbst etwas davon. Denn wenn Überreste von getöteten Tieren in ihr Gras kommen, schadet das ihrem Viehfutter. Das Nervengift Botilininiumtoxin kann sich bilden und dadurch Kuh oder Stier töten.

Die Maßnahmen seien jetzt besonders wichtig, denn gerade treiben sich viele Kitze in den Wiesen des Landkreises herum – sie warten im Gras auf ihre Mama. Sie kommt nur zweimal am Tag, um sie mit Milch zu füttern. Einige Rehgeißen finden dann nur ihre toten Babys wieder.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Theresa aus Einsbach
Überglücklich über die Geburt ihres ersten Kindes sind Miriam und Michael Wörrle aus Einsbach. Ihr kleiner Schatz kam im Zeichen des Widders im Starnberger Krankenhaus …
Theresa aus Einsbach
Schock im Rathaus Erdweg: Bürgermeister ist tot
Schock im Rathaus Erdweg und Trauer in der ganzen Gemeinde: Bürgermeister Georg Osterauer ist tot. Er starb im Alter von nur 61 Jahren.
Schock im Rathaus Erdweg: Bürgermeister ist tot
Das große Festival für Mitmacher 
Konzerte, Flohmarkt, Bars, Badepool, Graffiti-Workshop, Kinderprogramm und vieles mehr. Das alles erwartet die Besucher des 1. Glonntal Festivals am Indersdorfer …
Das große Festival für Mitmacher 
Maria Riedlberger „opfert“ sich
18 Jahre lang war Wolfgang Graf Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Altomünster. Für ihn eine lange Zeit. Bei der Jahresversammlung wollte er jetzt das Amt in andere Hände …
Maria Riedlberger „opfert“ sich

Kommentare