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Sein zweites Zuhause: Dieter Kleiber-Wurm in der Galerie-Kunstwerkstatt.

Kunstkreis Karlsfeld

Heimat seit zwei Jahrzehnten

Karlsfeld - Am kommenden Sonntag sind es auf den Tag genau 20 Jahre, dass der Kunstkreis Karlsfeld seine Galerie-Kunstwerkstatt am Drosselanger beziehen durfte. Das Datum, der 28. Februar 1996, ist von enormer Bedeutung. „Ohne die Galerie“, da ist sich der Kunstkreis-Vorsitzende Dieter Kleiber-Wurm sicher, „würde es uns heute nicht mehr geben.“

Der Kunstkreis wurde 1977 gegründet. Über Jahre stellten die Mitglieder mal hier, mal dort aus. Was fehlte, war eine Heimat. „Wir haben uns sogar nach Doppelgaragen umgesehen“, erinnert sich Kleiber-Wurm.

Es kam besser. Als Mitte der 90er Jahre das Baugebiet am Drosselanger entstand, musste entlang der viel befahrenen Bajuwarenstraße Lärmschutz her. „Da kam der damalige Bürgermeister Fritz Nustede zu mir und hat mir die Pläne gezeigt“, so Kleiber-Wurm. Nustede Frage: „Wär das nicht was für euch?“

„Das“ – damit meinte der Bürgermeister einen Raum im Lärmschutzriegel, der im Brückenhaus unmittelbar über der Durchfahrt zum Drosselanger liegt. Die gut 100 Quadratmeter dort im ersten Stock wären wohl Abstellfläche für die Gemeinde geworden. Sie wurden aber zur Galerie – mit Saal, Sanitäreinrichtungen, kleiner Küche und Besprechungsraum.

Und es musste flott gehen. Denn zunächst einmal sollte der neue Raum als Wahllokal dienen bei der Kommunalwahl 1996. Die Bauarbeiter hielten sich ran, der Termin konnte gehalten werden. Der Coup mit der nun gefundenen Galerie für den Kunstkreis „hat dem Nustede damals sicher auch ein paar Wählerstimmen gebracht“, schmunzelt Kleiber-Wurm.

Anfangs nutzten der Kunstkreis und das Karlsfelder Vivaldi-Orchester den von der Gemeinde gegen die Übernahme eines Teils der Kosten überlassenen Raum gemeinsam. Wegen der schlechten Akustik aber zog das Orchester gleich wieder aus.

Der Kunstkreis blieb, hatte sein Domizil gefunden. Kunstkreis-Mitglieder stellen dort aus, ebenso Gastkünstler. Das hält sich in etwa die Waage. Derzeit sind Bilder und Skulpturen von Kunstkreis-Mitglied Aysim C. Woltmann dort zu sehen, es ist schon die 109. Ausstellung, seit jenem 28. Februar 1996.

Die Gastkünstler kommen mitunter von weit her, es gab schon Aussteller aus Italien und der Türkei. Vor wenigen Monaten zeigte der Dachauer Ehrenbürger und ehemalige KZ-Häftling Max Mannheimer in der Galerie-Kunstwerkstatt seine viel beachteten Bilder.

Wer im Kunstkreis dabei ist, bekommt keinen Mitgliederausweis, sondern einen Schlüssel für die Galerie. Kleiber-Wurm: „Immer wieder kommt jemand und arbeitet hier an seinen Werken.“ „Kunstwerkstatt“ trifft die Sache also ziemlich genau.

27 Männer und Frauen sind aktuell im Karlsfelder Kunstkreis. „Alle sind der Moderne verbunden“, sagt Kleiber-Wurm, „ein Wiesenblumen-Maler würde sich bei uns sicher nicht wohlfühlen.“

Am kommenden Sonntag wird der Galerie-Geburtstag mit einem Festakt gefeiert. Anschließend richtet sich der Blick schon aufs nächste Jubiläum: 2017 wird der Kunstkreis 40 Jahre alt. Kleiber-Wurm: „Wir überlegen jetzt schon, was wir da machen sollen.“

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