Sexueller Missbrauch: Indersdorfer muss hinter Gitter

Dachau - Fünf Jahre und zehn Monate wird Harald M. hinter Gittern verbringen. Wegen sexuellen Missbrauchs eines elfjährigen Nachbarsmädchens wurde der Indersdorfer vor dem Landgericht München verurteilt.

„Kurz vor knapp haben Sie sich noch zu einem Geständnis durchgerungen“, erklärt der Staatsanwalt. Sonst wäre die Strafe weitaus höher ausgefallen, sind sich Staatsanwalt und Richter Thomas Bott einig.

„Ich habe Harald (Name geändert) bedingungslos vertraut. Er hat den Kindern vorgelesen, mit ihnen Schneemänner gebaut oder mit ihnen im Garten getobt“, sagt die Mutter der Betroffenen vor Gericht. „Sachen, die ein Papa mit seinen Kindern eben so macht.“ Obwohl der Indersdorfer nicht der leibliche Vater des Kindes ist, schenkte ihm die damals Elfjährige Vertrauen. Oft gab es Streit mit der Mutter, die unter Anorexie litt. Bei Harald M. suchte das Mädchen Schutz und Geborgenheit.

Erst zwei Jahre nach den Ereignissen vertraute sich das Opfer ihrer Mutter an. „Sie gab mir ihr Tagebuch zu lesen. Dort war alles aufgeschrieben“, sagt die Mutter. „Sie sagte mir, dass ich nicht alles wissen brauche.“ Manches sei so schrecklich gewesen, dass sie nicht wollte, dass die Mutter sich das alles vorstellen muss. „Kurz bevor wir ausgezogen sind, wollte meine Tochter nicht mehr alleine zu unserem Nachbarn gehen“, erklärt die Mutter. Sie hätte richtige Panikattacken bekommen, wenn er nach Hause kam. „Sie hat mir gesagt, dass sie nicht mehr mit dem Harald duschen will.“ Die Mutter hat ihr erklärt, dass sie das auch nicht müsste. Anzeichen einer sexuellen Missbrauchs hatte sie allerdings nicht wahrgenommen.

Bis sich die heute 18-Jährige dazu durchringen konnte, ihren Peiniger anzuzeigen, vergingen fünf Jahre. „Sie hat es gemacht, dass Harald M. keinen anderen Kindern das antun kann, was er ihr angetan hat“, sagt die Mutter. Zur Zeit macht die 18-Jährige ihr Abitur. Vergessen wird sie wohl nie.

reg

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