Unverständliche Aktion: Vandalen haben die Sicherheitsbarrieren am Bahnübergang bei Arnbach beschädigt. Foto: KN

Barrikade erneut verwüstet

Arnbach - Der Ärger um den Bahnübergang westlich von Arnbach reißt nicht ab. Die Absperrungen erneut von Vandalen heimgesucht. Die Gemeinde hat jetzt eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Wie berichtet, ist die Absperrung des kleinen Arnbacher Übergangs bei Bahn-Kilometer 19,570 heuer von der Gemeinde nötig geworden, weil die Bahn sonst keine Sicherheitsgarantie übernommen hätte. Grund dafür ist der Mais. Sobald dieser Mais eine Höhe von 1,50 Metern über den Schienen erreicht, sind die beiden unteren Spitzensignale des herannahenden Zuges von den Benutzern des Feldweges im Bereich des Bahnüberganges nicht mehr zu erkennen.

„Wenn wir keine Maßnahmen getroffen hätten, hätte die Bahn uns in die Haftung genommen“, betont Bürgermeister Josef Baumgartner. „Diesen Schuh können wir uns natürlich nicht anziehen.“

Deshalb wurde der Bahnübergang zunächst mit Baken und Warntafeln für den Straßen- und Fußgängerverkehr gesperrt. Doch weil diese Mitte vergangener Woche von Unbekannten wiederholt weggeräumt und auch beschädigt worden waren, hatte der Bauhof eine Ladung Kies vor dem Bahnübergang gekippt und dies mit den Warntafeln einschließlich einer Beleuchtung bei Nacht abgesichert.

Doch die unbekannten Vandalen ließen nicht lange auf sich warten. Am Wochenende haben sie erneut zugeschlagen. Irgendwann zwischen vergangenem Samstag, 13 Uhr, und Montag, 7.30 Uhr, wurden die Absperrungsvorrichtungen geradezu verwüstet. Dazu entdeckten die Bauhofmitarbeiter am Montagmorgen Fahrspuren im Kies.

Die Gemeinde hat daraufhin die Polizei eingeschaltet. „Wir haben eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt“, sagt Josef Baumgartner. Einen Verdacht habe man allerdings nicht, betonte der Bürgermeister auf Anfrage der Polizeibeamten. Man gehe von purem Vandalismus aus. Dass einer der beiden Landwirte beteiligt sein könnte, die in den vergangenen Jahren so vehement gegen die Schließung des Bahnübergangs argumentiert hatten, will Baumgartner nicht glauben. Dagegen spreche schon die Logik, denn die bahnnahen Maisfelder des einen betroffenen Landwirts seien beispielsweise noch gar nicht reif. „Also muss er da derzeit gar nicht hinfahren“, nimmt der Bürgermeister ihn in Schutz.

Die Gemeinde hat den Schaden am Montag wieder behoben und die Absperrung instandgesetzt. „Der Bauhof fährt jeden Tag vorbeit und schaut nach dem Rechten, viel mehr können wir nicht machen“, sagt Baumgartner. Immerhin sollen auch die Bayerische Landespolizei und die Bundespolizei hinsichtlich der Überwachung des Übergangs um Mithilfe gebeten werden. Denn es handelt sich schließlich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Die Bahn hatte früher schon immer wieder auf Sichtbehinderungen auf der westlichen Seite der Bahnlinie hingewiesen. Indem entsprechende Sichtfelder in die Maisfelder geschnitten wurden, war das Problem behoben. Seit dem vergangenen Jahr ist allerdings die Einschränkung der erforderlichen Sichtfläche auf der nördlichen Seite der Bahnlinie so groß, dass der Bahnübergang gesperrt werden muss.

Wie berichtet, muss der kleine Bahnübergang westlich von Arnbach heuer wohl zum letzten Mal gesperrt werden. Denn wenn 2014 planmäßig die Baumaßnahmen zur Elektrifizierung der Bahnlinie Dachau-Altomünster starten, wird der Übergang endgültig geschlossen („aufgelassen“). (tor)

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