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So sieht er aus: Der Dachau Tourist

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Dachau - Jeder Vierte auf Dachaus Straßen ist ein Tagestourist. Das ist ein wirtschaftliches Potenzial, von dem bislang hauptsächlich die Gastronomie profitiert.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt nimmt die Dachauer Situation unter die Lupe. Einen Zwischenbericht gab es im Kulturausschuss.

Die Powerpointpräsentation nach zwei Erhebungen - die dritte erfolgt im Mai - zeichnete ein klares Profil: Der Dachauer Tagestourist ist zwischen 30 und 70 Jahre alt, hat Hochschul- oder Fachschulabschluss und verdient deutlich mehr als der Durchschnitts-Deutschland-Tagestourist, nämlich 1200 Euro - das entspricht knapp 45 Prozent. Und er lässt auch mehr Geld da: 35 Euro statt 30 Euro (Deutschlandwert). Er kommt zu 56 Prozent aus der Landeshauptstadt oder dem Münchner Umland und interessiert sich hauptsächlich für Sehenswürdigkeiten. Allerdings fließt der Mammutanteil - nämlich 71 Prozent, den dieser statistische Dachau-Besucher ausgibt, in die Gastronomie. So sagte einer bei der Befragung deutlich: „Ohne die Tagestouristen hätten wir schon längst geschlossen.“

Nicht so klar sehen die befragten Einzelhändler ihre Chancen. Sie schätzen den Anteil der Tagestouristen sehr gering: Nämlich auf 10 Prozent statt tatsächlich 28,4 Prozent. Ob es daran liegt, dass das Angebot so unattraktiv ist, so wenig zum Kauf verlockt? Was soll man aus Dachau mit nach Hause nehmen, was es dort nicht gibt?

Ziemlich trocken war der Kommentar von Professor Dr. Günter Heinritz. Er bemerkte, „dass die Altstadt als zentraler Einkaufsort ziemlich windig dasteht.“ Daran kann der Kulturausschuss recht wenig ändern. Deshalb soll nun die Wirtschaftsförderung ran. Bei der Abschlusspräsentation nach der dritten Erhebung soll der Wirtschaftsförderer miteingebunden werden.

Das ist das vorläufige Fazit nach dem Zwischenergebnis der Passantenbefragung. Die Gesamterhebung wird auch Vereine, Verbände und Museumsleiter einschließen. Und einen weiteren Standort. An insgesamt zehn Standorten wurden im Mai 2012 und im Oktober 2012 insgesamt 2128 Tagestouristen befragt, jeweils Freitag, Samstag und Sonntag. Der Schwerpunkt lag dabei in der Altstadt. Auch das Cinema Dachau-Ost und der Bahnhof waren Stützpunkte. Horst Ullmann (SPD) forderte mit Nachdruck, dass auch die Münchner Straße, die ja Dachaus Einkaufsmeile ist, in die dritte Erhebung einbezogen wird. Sein Fraktionskollege Heinritz nannte es „problematisch, die Freitag- und Sonntagswerte zusammenzuzählen“.

„Da ist ökonomisch noch enorm viel Luft drin“, sagte Professor Hopfinger, der extra seinen Urlaub für seinen Informationsvortrag unterbrochen hatte. Er wusste, dass Tagestouristen auch nur zu einem Kinobesuch oder wegen des Freibads nach Dachau kommen.

Bedauerlicherweise umfasst diese Studie keine Erhebung, wie viele Tagestouristen zum Musiksommer oder anderen kulturellen Veranstaltungen nach Dachau kommen.

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