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Das Sinfonieorchester Karlsfeld mit Solistin Petra Christina Varlan.

Sinfonieorchester Karlsfeld

Die packen sogar die Schicksalssinfonie

Karlsfeld - Im restlos gefüllten Bürgerhaus-Saal hat sich das Karlsfelder Sinfonieorchester zum 25-jährigen Bestehen selbst ein Ständchen gespielt. Vor dem Hauptwerk des Abends hatten Dirigent Bernhard Koch und die Musiker großen Respekt. Aber sie blieben cool.

Das Karlsfelder Sinfonieorchester hat dieses Jahr einen besonderen Grund zum Feiern: Bereits seit 25 Jahren musizieren interessierte Laienmusiker in dem Ensemble und haben mittlerweile sogar eine richtige Fangemeinde. Bei ihrem Jubiläumskonzert stellten sie unter Beweis, dass sie sich seit ihrer Gründung 1991 stetig weiterentwickeln.

„Wir waren in Karlsfeld schon immer stolz, ein Sinfonieorchester zu haben“, verkündete Stefan Kolbe, Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, in seiner Begrüßungsrede im ausverkauften Bürgerhaus-Saal und erfreute die Musiker als Geburtstagsgeschenk mit einem Zuschuss.

Von Anfang an dabei war der Dirigent Bernhard Koch, der das Orchester auch bei diesem Konzert wieder durch ein anspruchsvolles Programm führte. „In den 25 Jahren hat sich vieles verändern, das Niveau ist gestiegen und ich selbst bin natürlich auch gewachsen“, erklärte Koch. „Was aber gleich geblieben ist: Dass die ersten Proben mit schwierigen neuen Stücken eher mühsam verlaufen“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Jedes Jahr sucht sich das Ensemble für sein Sinfoniekonzert ein Programm aus, an dem es sich „die Zähne ein bisschen ausbeißen und einen Knackpunkt mehr“ überwinden kann. Diesmal standen neben dem „Marsch der Priester“, einem Auszug aus der Bühnenmusik „Athalie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch und als Höhepunkt Ludwig van Beethovens fünfte Sinfonie auf dem Programm.

Der „Marsch der Priester“ erwies sich als äußerst passendes Einstiegsstück, mit Pauken, Tusch und Feierlichkeit leiteten die Musiker den Abend festlich ein.

Bei dem Violinkonzert, einem der beliebtesten Repertoirestücke für Geiger, konnte besonders das Orchester mit vielseitigen Klangfarben, Feinfühligkeit beim Begleiten und dramatischer Stimmung in den Zwischenspielen glänzen. Solistin des Abends war Petra Christina Varlan, die bereits in früheren Konzerten mit dem Karlsfelder Sinfonieorchester gespielt hat.

„Ich gehe immer mit sehr viel Freude an die Konzerte mit dem Karlsfelder Sinfonieorchester heran, und das Bruchkonzert ist eines meiner Lieblingskonzerte“, berichtete sie hinterher.

Die Geigerin spielte technisch sehr präzise, hatte jedoch Mühe, klanglich gut durchzukommen. Ihr Ton war trotz der exponierten Geigenstimme eher schüchtern als solistisch, der Eindruck wurde durch die ohnehin schwierige Akustik des Bürgerhauses noch verstärkt.

Im Hauptwerk des Abends, Beethovens „Schicksalssinfonie“, stellte sich das Orchester einer technischen wie musikalischen Herausforderung. „Das Stück erfordert irrsinnig viel Konzentration“, berichtete Bernhard Koch. Außerdem sei das Werk für die Musiker alleine und zu Hause kaum zu üben, da die Schwierigkeit vor allem bei den exakten Einsätzen im Zusammenspiel liege.

„Jetzt ist die Frage: Wie cool können wir bleiben?“, scherzte der Dirigent vor der Aufführung der Sinfonie. Als die ersten Takte der berühmten Sinfonie erklangen, hatten die Mitwirkenden ihr Publikum bereits voll in ihren Bann gezogen. Da das Laienorchester überzeugte beim „Schicksalsmotiv“, welches ja eigentlich nur aus zwei unterschiedlichen Tönen besteht, nicht unbedingt mit pompöser Klangfülle, sondern eher mit Liebe zum Detail und klanglichem Abwechslungsreichtum. Hochkonzentriert bewältigte das Ensemble die komplexe Sinfonie und begeisterte seine Zuhörer.

„Normalerweise müssen wir nach einem Sinfoniekonzert unsere Leistung erstmal verdauen, dann überlegen wir, welches Werk für das nächste Konzert vielleicht noch einen kleinen Ticken anspruchsvoller wäre“, sagte der Dirigent zur Programmauswahl.

Nachdem das Jubiläumskonzert des Karlsfelder Sinfonieorchesters ein absolutes Erfolgserlebnis war, darf sich das Publikum wohl auf einige großartige Werke in den Konzerten der nächsten 25 Jahre freuen.

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