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Wirkte zerbrechlich, spielte virtuos: die japanische Fagottistin Nana Ozaki.

Ovationen für Solistin und Orchester

Frühjahrskonzert der Sinfonietta

Dachau – Für ihr Frühjahrskonzert hatte sich die Sinfonietta Dachau etwas ganz Besonderes überlegt: Wann bekommt man schon ein Fagott als Soloinstrument zu hören?

Mit Mozarts Fagott-Konzert in B-Dur KV 191 konnten die Sinfonietta und die Solistin Nana Ozaki ihr Publikum restlos begeistern.

Zur Einstimmung auf das Werk begann das Orchester den Abend mit einer anderen, wesentlich bekannteren Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Ouvertüre zur Oper „Don Giovanni“ erwies sich als hervorragend ausgewählt, da die Stärken der Sinfonietta hierbei bestens zur Geltung kamen. Der überwältigend donnernde Einstieg und die düstere, dramatische Stimmung ließen die Zuhörer spüren, wie gern die Mitwirkenden diese Ouvertüre spielten.

Mit großem Eifer, jedoch nicht immer ganz intonationssicher, erklangen die Instrumente der Musiker mal im unheilvollen, kräftigen „forte“, wechselten sich dann mit für Mozart typischen kecken Antworten der Violinen in einem vielseitigen Gespräch ab.

Kaum zu glauben, dass Mozart die Ouvertüre erst in der Nacht vor der Premiere der Oper komponiert haben soll! Eine vollkommen andere Seite des Komponisten bekam das Publikum beim Fagott-Konzert zu hören, welches einen viel freundlicheren und leichtfüßigeren Charakter hatte als der dramatische „Don Giovanni“.

Die japanische Fagottistin Nana Ozaki wirkte in ihrem zartrosa Kleid beim Betreten der Bühne eher zerbrechlich, beim Spielen bewies sie jedoch große Musikalität und technisches Geschick. Die verschiedenen Klangfarben ihres Instrumentes reichten von warm und weich bis frech und charmant. Bei virtuosen Läufen und Trillern konnte sie die Zuhörer ebenso für sich einnehmen wie bei tiefen Brummtönen und einfühlsamen Passagen in Tenorlage.

Vom Orchester spritzig begleitet, steckte das Werk voller Verspieltheit und Lebensfreude, besonders in den Kadenzen wirkte der Klang des Fagottes, als ob es fröhlich und leichtfüßig vor sich hin singen würde. Hingebungsvoll gestaltete Ozaki langsame Passagen sehr ausdrucksvoll und war im letzten Satz ein wahrer Ausbund an Temperament und Lebhaftigkeit.

Die Leute waren restrlos begeistert und machten wett, was sie nach dem vorherigen Werk erst verzögert begonnen hatten: Mit Händen und Füßen spendeten die Zuhörer der Solistin und dem Orchester einen gigantischen Beifall, sie applaudierten sogar nach jedem Satz des Konzertes begeistert.

Schade, dass Nana Ozaki, die in ihrem langen Kleid leichte Schwierigkeiten beim Erklimmen der Bühne hatte, keine Zugabe spielte.

Der letzte Programmpunkt des Frühjahrskonzertes war wieder ein Klassiker, die berühmte zweite Sinfonie in D-Dur von Ludwig van Beethoven. Es war allerdings eher schwer für die Sinfonietta, sich selbst nach dem Erfolg des Mozart-Konzertes mit einem derart anspruchsvollen Werk zu übertreffen. Auch wenn es kleine Unstimmigkeiten im Zusammenspiel und der Intonation gab, bewältigte das Laienorchester die schwierige Sinfonie aber wieder mit großem Engagement. Die Stärken der Sinfonietta lagen hier eindeutig bei den kräftigen Stellen, die voller Spannung, Bestimmtheit und auch Witz steckten.

Die triumphale Wirkung des ersten Satzes verleitete das Publikum auch diesmal zum stürmischem Applaus, was sich nach jedem Satz wiederholte. Mit einigen hervorragenden Leistungen von Orchester und Solistin und einer äußerst geschickten Stückauswahl kann die Sinfonietta Dachau das Frühjahrskonzert 2016 eindeutig auf die Liste ihrer Erfolge setzen.

san

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