Amtsgericht Dachau

Für Sohn gelogen: Vater zu Bewährungsstrafe verurteilt

Dachau - Wegen uneidlicher Falschaussage und vorsätzlicher Körperverletzung hat sich  ein Dachauer Familienvater vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Neben ihm nahm seine Frau auf der Anklagebank Platz.

Der Ehefrau wurde vorgeworfen, den Ehemann zu der falschen Aussage gedrängt zu haben. Grund für die Anklage war ein Gespräch des Ehepaars im Münchner Landgericht, das zwei Justizbeamte zufällig mithörten. Der Sohn der beiden stand dort vor Gericht, er wurde unter anderem beschuldigt, seine Mutter mit einem Messer bedroht und gewürgt zu haben – möglicherweise unter Drogeneinfluss. Die Mutter verweigerte damals die Aussage, nicht aber der Vater. Er spielte die Tat des Sohnes herunter. Ein Messer sei nicht im Spiel gewesen und der Sohn habe die Mutter lediglich an der Hüfte gepackt.

Bei der polizeilichen Aussage hatte sich das noch ganz anders angehört. Während einer Verhandlungspause soll seine Frau ihm schließlich geraten haben, dem Richter zu sagen, dass er bei der Polizei nur ein leeres Blatt Papier unterschrieben habe. Die Aussage darauf stamme nicht von ihm. Die hellhörigen Justizbeamten meldeten das Gespräch und jetzt kam es in Dachau zum Verfahren. Nach den Aussagen der in Dachau erneut geladenen Polizisten, die bei dem Familienkonflikt vor zwei Jahren im Einsatz waren, bekräftigten sich die Vorwürfe der Anklage. Die beiden Beschuldigten sagten dazu – nichts.

Auch nicht zum zweiten Punkt der Anklage. Darin hieß es, der 53-jährige Vater habe einen 16-jährigen Dachauer eine Ohrfeige verpasst, weil der mit der Tochter des Beschuldigten um die Häuser gezogen war. „Das Faustrecht haben wir vor langer Zeit abgeschafft“, kommentierte Richter Clemens Albert, nachdem er die glaubwürdige Aussage des Geohrfeigten gehört hatte.

Er verurteilte den 53-Jährigen, der vor zehn Jahren bereits eine Bewährungsstrafe überstanden hatte, zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die wieder auf Bewährung ausgesetzt wurde. Als Bewährungsauflage muss der Mann 1000 Euro bezahlen. Er nahm das Urteil an. Das Verfahren gegen die Ehefrau wurde gegen eine Geldauflage von 300 Euro eingestellt. Die „unrichtige und abmildernde Version“, wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Aussage vor dem Münchner Gericht bezeichnete, blieb im Übrigen ohne Erfolg. Der Sohn sitzt mittlerweile im Gefängnis.

dg

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