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Diener zweier Vereine? Wolfgang Moll musste den Soli-Mitgliedern über seine Pläne mit dem TSV 1865 Rede und Antwort stehen. Einer seiner Hauptkritiker ist Radsportabteilungsleiter Freddy Burkhart (2.v.r.).

Zwietracht bei der Soli-Jahresversammlung

Wolfgang Moll hat noch nicht fertig

Wolfgang Moll bleibt Vorsitzender der Soli Dachau. Auf der turbulenten Jahresversammlung wurde der Stadtrat, der auch als Präsident des TSV 1865 Dachau im Gespräch ist, am Mittwoch von den Mitgliedern im Amt bestätigt. Während der Versammlung hatte Moll schon das Handtuch geworfen, ruderte dann aber zurück.

Dachau – Knapp dreieinhalb Stunden dauerte die Jahresversammlung des Vereins Solidarität Dachau im Thoma-Haus – inklusive einer zehnminütigen Auszeit, die in Anbetracht der erhitzten Gemüter auch bitter notwendig war. Ausgangspunkt der Debatten waren Unstimmigkeiten zwischen dem Gesamtvorstand und der Radsportabteilung. 

Im Laufe des Treffens stellte sich heraus, dass die Differenzen zwischen den beiden Radsportchefs Freddy Burkhart und Werner Schiller auf der einen und Wolfgang Moll auf der anderen Seite unüberbrückbar sind. In den immer wieder hitzig aufflammenden Diskussionen wurde nicht mit deftigen Worten gespart. So bezeichneten die Radler Moll beispielsweise als „eigensinnig“ oder „selbstherrlich“ und warfen ihm vor, andere Vorstandsmitglieder zu übergehen. 

Im Mittelpunkt der Debatte stand jedoch das Gerücht, dass Moll beim TSV 1865 Dachau als Präsident im Gespräch ist. „Ich habe mich nicht beim TSV 1865 ins Gespräch gebracht“, stellte der Soli-Chef dazu fest. „Fakt ist, dass der erste Vorsitzende dort seinen Posten abgegeben hat. Der Vereinsrat hat mich als Teil des Vorstandes daraufhin gebeten, diesen Posten kommissarisch zu übernehmen. Noch ist keine Tendenz da, was genau in Zukunft passiert. Wir sind dabei, Konstrukte für die Zukunft aufzustellen, es ist aber noch nichts entschieden“, so Moll über sein Verhältnis zum TSV 1865. 

Doch am Mittwoch hatte Moll alle Hände voll zu tun, um mit den Mitgliedern der Soli klar zu kommen. Eingangs der um 19 Uhr beginnenden Sitzung sagte Moll, dass er erneut als Vorsitzender zur Verfügung stünde. Um 21.15 Uhr hatte Wolfgang Moll dann wegen unglückseligen Disputs die Nase gestrichen voll. „Ich habe meine Meinung geändert. Ich hatte gedacht, es ändert sich was. Ich werde nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich habe fertig“, sagte er wutentbrannt in Anlehnung an die legendäre Wutrede von Giovanni Trapattoni. 

Uli Rosenmüller von der Skiabteilung trat daraufhin als Schlichter auf: „Es kann nicht sein, dass eine Abteilung gegen ihn ist und die anderen für ihn – und er deshalb geht. Wenn die Mehrheit der Versammlung dafür ist, dann soll er unser aller erster Vorsitzender sein.“ 

Nach kurzer Beratung mit seiner Frau stellte sich Wolfgang Moll um 21.40 Uhr dann doch zur Wahl. „Es gebietet die Sportlichkeit, aufeinander zuzugehen und es wieder zu probieren“, appellierte Wahlleiter Johann Moser an die Konfliktparteien. Nach geheimer Wahl gab der Ehrenpräsidenten um 21.50 Uhr bekannt: Wolfgang Moll ist mit 48 Ja-Stimmen, 21 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen im Amt bestätigt. „Ich habe es befürchtet, dass es zu solch hitzigen Debatten kommt. Ich hoffe, dass jetzt aber Ruhe einkehrt und alles wieder in geordneten Bahnen läuft“, so Moll, als er die Versammlung schloss. Das war um 22.31 Uhr.

Bruno Haelke

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