1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau

Solidarisch gegen den Rest der Welt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

So kennt man sie: die vier Bremer Stadtmusikanten. Hab
So kennt man sie: die vier Bremer Stadtmusikanten. Hab

Dachau - Es hätte ihr erster Auftritt werden sollen - aber die Zuhörer flüchten Hals über Kopf. Sie stürzen geradezu hinaus, sobald der erste Ton erklingt. „Ich bin vom Publikum sehr enttäuscht“, sagt die Katze. „Ich hätte so gern mein Solo gesungen.“

Dachau - Die enttäuschten Musiker, das sind die Bremer Stadtmusikanten. Das erschrockene Publikum, das sind die Räuber. Und die einzigen, die großen Spaß haben, das sind die Kinder. Leider sind einige Plätze für kleine Besucher in den ersten Reihen im ASV-Theatersaal leergeblieben. Die Jugendbühne des Theaters am Stadtwald hätte für ihre Premiere der „Bremer Stadtmusikanten“ ein volles Haus verdient. Denn Theater auf Augenhöhe - von Kindern und Jugendlichen für Kinder - begeistert Schauspieler und die Zuschauer.

Ein alter Hase - oder besser: alter Esel - mischte in einer der Hauptrollen auch mit: Franz Vieregg spielte den Esel Langohr, der von dem Bauern an den Fleischer verkauft werden soll, weil er alt, müde und ein bisschen vergesslich ist. Er flieht vom Hof und trifft unterwegs Hund Packan, der seinem Herrn davongelaufen ist. Der Jäger hatte noch nach seinem Hund gesucht. Während einer kurzen Umbaupause fragte er die Zuschauer nach dem Vierbeiner. Der ist zwar fürs Jagen zu alt und zu langsam, kann sich aber noch bestens vor seinem Herrn verstecken - und zwar vor und hinter dem Theatervorhang, was die Kinder lauthals dem Jäger mitteilten. Natürlich gelingt es dem Hund trotzdem zu fliehen. Gemeinsam mit dem Esel stellt er fest: „Ohne Menschen fühlen wir uns viel wohler.“

Nach dem Bühnenumbau: eine Küche. Eine Katze sitzt auf einem Stuhl am Ofen und leckt sich die Pfoten. Eine freche Maus taucht auf, stibitzt sich etwas vom Tisch und tippelt davon. Die Katze wirft sich ihre schicke Federboa um den Hals, steht gemächlich auf, versucht die Maus zu fangen. Vergeblich. Sie soll ertränkt werden, weil sie zu alt und zu langsam zum Mäusefangen ist. Der Vierte im Bunde ist der Hahn, den das gleiche Schicksal ereilt: „Genieße diesen Tag, morgen bist du im Kochtopf drin“, rät ihm die freundliche Magd Magda.

Die vier Tiere sprechen miteinander, vertreiben düstere Gedanken und beschließen, Musikanten zu werden und nach Bremen zu gehen. Nach einer kleinen Missstimmung (Katze: „Dieses Gebell konnte ich noch nie vertragen“) sind sie frohen Mutes. Sie kommen zu einer Hütte, in der Räuber hausen.

Räuberhauptmann Karottenpaul knabbert an Karotten, während er Überfallpläne ausheckt, der unzufriedene Grünlich plant eine Intrige, die scheitert, weil er ein bisschen feige ist, Räuber Brünnlein ist nicht sehr schlau, und er weiß es. Und Schweinebacke, Warzenpeter und den fünften Räuber muss man einfach gernhaben, wenn sie ihren Spruch aufsagen. „Wir sind Räuber, echte Räuber, mit Herz und Hand und ohne Verstand!“

Der Verstand ist es auch, der fehlt, als die vier Musikanten den Räubern ein Ständchen vorbringen wollen. Aufgeschreckt vom Lärm nehmen die Räuber Reißaus. Die vier Tiere machen es sich in der Hütte gemütlich - und verteidigen ihr frisch gefundenes Glück mutig. Gemeinsam sind sie stark und vertreiben Räuber Grünlich, der zurückkehrt. Die schwachen Bauerntiere werden zu Tierhelden, und alle Kinder freuen sich mit ihnen.

Weitere Aufführungen finden statt am Samstag und Sonntag, 21. und 22. Dezember, sowie an Heiligabend, Dienstag, 24. Dezember, in der ASV-Theaterhalle. Beginn ist jeweils um 13 Uhr, Einlass ab 12.30 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Dachauer Rundschau. (no)

Auch interessant

Kommentare