Diskussion im werkausschuss

Eine Frage, zwei Bäder und ganz viel Zeit

Sollen Hallenbad und Familienbad länger parallel geöffnet werden? Das wollte ein Stadtrat von den Stadtwerken wissen. Die Antwort befriedigte ihn nicht.

Dachau – Manche Fragen brauchen einfach etwas länger, um erschöpfend beantwortet zu werden. Unbefriedigend ist es am Ende nur, wenn eine Anfrage selbst nach langer Zeit nur noch eine unzureichende Antwort findet.

So erging es nun Stadtrat Jürgen Seidl (FDP), der am 11. September 2016 vom Werkausschuss beziehungsweise den Stadtwerken Dachau hatte wissen wollen, ob es denn möglich sei, einen Parallelbetrieb von Hallen- und Freibad einzurichten. Monatelang, klagt Seidl, habe Stadtwerke-Chef Robert Haimerl die Beantwortung der Frage „infolge von Arbeitsüberlastung“ auf die lange Bank geschoben. Doch auch das, was nun am Mittwoch in der jüngsten Werkausschusssitzung zum Thema Parallelbetrieb der Bäder präsentiert wurde, war Seidl zufolge „äußerst dünn“. Damit, so Seidl zu Werksleiter Haimerl, „kann ich nix anfangen“.

Im Kern ging es in der Diskussion um die Frage, ob es möglich sei, nach der Öffnung der Freibadsaison die Schließung des Hallenbads um ein paar Wochen nach hinten zu verschieben, um, im Fall einer Schlechtwetterphase, trotzdem einen Schwimmbetrieb anbieten zu können.

Haimerl legte daraufhin dar, dass es bereits jetzt einen vierwöchigen Parallelbetrieb gebe – in diesem Jahr ist dies übrigens vom 19. Mai bis zum 16. Juni der Fall – und jede Verlängerung „aus personellen und betrieblichen Gründen nicht sinnvoll“ sei. Zwischen Juni und September würden Wartungsarbeiten stattfinden, in denen das Hallenbad geschlossen werde müsste, so Haimerl weiter. Allein die Energiekosten würden Haimerl zufolge 650 Euro pro Tag betragen. Im Falle eines Parallelbetriebs im Sommer, bei gutem Wetter, würden diesen Energiekosten also null Einnahmen gegenüberstehen. Und selbst bei schlechtem Wetter, glaubt der Stadtwerke-Chef, seien die Besucherzahlen im Hallenbad „nicht überbordend hoch“.

Seidl gab sich dennoch überzeugt, den bislang vierwöchigen Parallelbetrieb doch bis wenigstens Ende Juni verlängern zu können. Wichtig sei in diesem Zusammenhang nur herauszufinden, in welchem Verhältnis die Kosten für das Vorhalten des Hallenbads mit den Umsatzeinbußen im Freibad bei Schlechtwetter stehen.

Bis dies geklärt ist, wird Seidls Anfrage weiter vertagt. Der FDP-Stadtrat nimmt es mittlerweile fast schon gelassen: „Mit den kleineren Parteien kann man ja derart verfahren.“

Stefanie Zipfer

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