Der Kindergarten Sankt Laurentius wurde für zwei bis drei Jahren ertüchtigt - danach braucht es eine Lösung. rds

Diskussion im Petershausener Gemeinderat

Wo sollen die neuen Kindergärten hin?

Petershausen - Die Gemeinde Petershausen möchte zwei Kindergärten bauen. Geplant ist, den Sankt Laurentius Kindergarten neu zu bauen und in Kollbach eine zusätzliche Einrichtung zu schaffen. Jetzt ging es in der Gemeinderatssitzung um die Frage, wo die Bauten hin sollen.

Wohin kommen die Kindergärten? Wann wird gebaut? Und wie lange dauert es bis zur Eröffnung? Es gibt viele offene Fragen zum Neubau zweier Kindergärten. Das zeigte sich in der Gemeinderatssitzung.

Fakt ist: Die Gemeinde muss handeln. Bürgermeister Marcel Fath (FW) erklärte, dass allein durch den erwarteten Zuzug in das geplante Neubaugebiet an der Rosenstraße zusätzlich mit einer kompletten Schulklasse an der Grundschule sowie mit drei weiteren Kindergarten- und einer Krippengruppe zu rechnen sei. Dringend an dem Thema ist außerdem, dass der Sankt Laurentius Kindergarten in Petershausen überaltet und marode ist. Er wurde zwar für zwei bis drei Jahre notdürftig saniert. Eine Dauerlösung ist das aber nicht.

Gemeinderätin Inge Dinauer (FW) hatte beantragt, dass sich die Gemeinde auf einen Neubau des Kindergartens Sankt Laurentius auf einem bestehenden Grundstück in der Moosstraße festlegen sollte. Auch sollte ein Neubau eines Kindergartens in Kollbach betont werden. Die Gemeinderäte lehnten den Antrag jedoch mit acht zu zwölf Stimmen ab.

Mit Blick auf Kollbach befürchtete FW-Fraktionsvorsitzende Andrea Stang, dass, wenn der Dinauer-Antrag beschlossen würde, der Kollbacher Grundstückseigentümer nur noch seine Forderungen bekanntzugeben bräuchte. Die Gemeinde möchte in Kollbach beim Sportplatz gerne einen Kindergarten mit vier Gruppen bauen, um den Kindergarten Sankt Laurentius zu entlasten. Schon lange wird über dieses Thema diskutiert. Das ärgert Gerhard Weber (CSU): „Seit einem Jahr eiern wir bei dem Thema herum und nichts geht voran. Ich werde stocknarrisch, wenn am Ende zu wenig Kindergartenplätze da sind. Wir müssen rechtzeitig eine Entscheidung treffen“, schimpfte er bei der Sitzung. Immerhin müssten die Planungszeit und eineinhalb bis zwei Jahre Bauzeit berücksichtigt werden. Fath, der seit Mai 2014 im Amt ist, entgegnete den Vorwürfen trocken: „Richtig, das hätte bereits vor drei Jahren entschieden werden müssen.“

Weiter unklar ist außerdem, wie es mit dem Sankt-Laurentius-Kindergarten weiter geht, der nur für zwei bis drei Jahre notdürftig saniert wurde. Eine Festlegung auf das Grundstück an der Moosstraße würde den Verhandlungsspielraum der Gemeinde einengen, befürchtete Bürgermeister Marcel Fath (FW). Er sei vom gegenwärtigen Standort des Sankt-Laurentius-Kindergartens gar nicht so sehr überzeugt ist, sagte er. Für Autofahrer sei der Ort nicht so gut erreichbar. Dagegen hielt Gerhard Weber (CSU) den Standort fußläufig sogar für „ideal“.

Petershausens Gemeindekämmerer Daniel Stadelmann mahnte generell zur Vorsicht bei der Diskussion. Denn Träger des Kindergartens ist das Franziskuswerk Schönbrunn. „Es ist überhaupt noch nicht klar, ob das erzbischöfliche Ordinariat bauen will. Wir reden hier über ein Grundstück, das uns nicht gehört und auf dem ein anderer bauen soll“, sagte Stadelmann. Die Baukosten bezifferte er geschätzt auf eine Viertelmillion Euro.

Der Gemeinderat hatte bereits im Februar beschlossen, sich mit maximal 70 Prozent an den Baukosten zu beteiligen, wenn ein Trägervertrag mit dem Franziskuswerk Schönbrunn zustande kommt und eine Finanzierungsvereinbarung mit der katholischen Kirche abgeschlossen werden kann.

Doch die Standortfrage ist Sache des Ordinariats. „Wir können so einen Beschluss nur nach dem Gespräch mit dem Generalvikar fassen“, mahnte Josef Mittl (FW). Sein Fraktionskollege Dr. Ernst Nold erklärte bezüglich des Antrags von Inge Dinauer: „Jeder weiß, dass wir auf der Kindergartenseite etwas tun müssen. Da brauchen wir solch einen Beschluss überhaupt nicht.“ So halfen letztlich auch redaktionelle Änderungen an dem Beschlusstext nichts mehr. Der Antrag fiel durch.

R.-Dietmar Sponder

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