Sondersitzung des Stadtrats: Wohin führt der Dachauer Weg?

Dachau - Der 8. Februar ist für Dachau ein besonderes Datum. An diesem Tag tagt der Stadtrat. „Eine Sondersitzung“, betont Oberbürgermeister Peter Bürgel. Auf der Sitzung werden mehrere Studien vorgestellt. Mit deren Hilfe will Bürgel die künftige Entwicklung der Stadt steuern - zusammen mit den Stadträten und den Bürgern.

Die Stadt hat zahlreiche Gutachten in Auftrag gegeben. Sie ließ eine Mobilitätsstudie erstellen, ebenso eine über die Bevölkerungsentwicklung in den Stadtteilen, dazu noch eine Untersuchung über Freiflächen und Baulücken. Diese Datensammlung soll als Grundlage für wichtige Entscheidungen im Stadtrat dienen. Bürgel ist begeistert: „Jetzt können wir entscheiden: Wie wollen wir als Stadt wachsen? Wo wollen wir wachsen? All das können wir jetzt durch kluge Entwicklung steuern.“

Wohin diese führen soll, das hat Bürgel klar vor Augen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der in der Bürgerbeteiligung engagierten Dachauer und dem OB nennt Bürgel die Ziele: Neue Flächen für Gewerbe finden. Gleiches gilt für die längst an ihre Auslastungsgrenze gekommenen Sportanlagen. Und Baulücken im Stadtbereich auffüllen - Schlagwort: Verdichtung. Bürgel: „Innenverdichtung ist der richtige Weg in die Zukunft. Denn dort ist die Infrastruktur schon vorhanden.“

Arbeitsplätze zu schaffen ohne neue Gewerbeflächen auszuweisen, das hält der OB für eine Illusion. Die Gewerbegebiete müssten im Eigentum der Stadt sein, damit die Kommune mitbestimmen kann.

So extremen Widerstand gegen neue Gewerbegebiete, wie es ihn jüngst bei der geplanten Ausweisung eines Karlsfelder Gewerbegebiets gegeben hatte, kann der OB nicht verstehen. „Wohnortnahes Arbeiten, das ist doch seit 20 Jahren ein Ziel des Umweltschutzes. Aber wenn man das will, muss man Flächen bereitstellen. Und die sind nun mal vorher meistens grün.“

Gleiches gilt für den Ausbau der Sportmöglichkeiten. Die beiden großen Vereine TSV 1865 und ASV sind längst an ihre Belastungsgrenzen gestoßen. Neue Flächen für Sportanlagen, vor allem Fußballplätze, sind ebenso notwendig wie schwer aufzutun. Hier sieht Bürgel die Stadt auf einem guten Weg: „Ich bin optimistisch, dass wir in naher Zukunft zu einem Ergebnis kommen werden.“ Und zwar für den TSV, dessen Aussiedlung trotz aller Schwierigkeiten mit einigen Grundstückseigentümern immer noch Thema ist, aber auch für den ASV im Süden der Stadt.

Die Suche nach geeigneten Gewerbeflächen könnte dagegen länger dauern. Denn die Eigentümerschaft der Stadt ist für Bürgel absolute Voraussetzung. Und dass allein schon das Wort „Gewerbegebiet“ Konflikte auslösen kann - wie etwa beim Versuch der Nachbargemeinde Karlsfeld, ein neues Gewerbegebiet auszuweisen -, ist Bürgel bewusst. Bürgel spricht von einem „Spannungsfeld, in dem wir die Balance finden müssen. Und die müssen wir gemeinsam mit den Bürgern finden.“ (flg)

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