Der Sonnenschein des Priesterblocks

Dachau - Im Alter von 28 Jahren wurde der katholische Priester Alois Andritzki im KZ Dachau ermordet worden. Er war "der Sonnenschein des Priesterblocks". Am Pfingstmontag wird er in der Hofkirche in Dresden seliggesprochen.

Vor diesem Hintergrund hatte die Kolpingfamilie Dachau zu einem Vortrag eingeladen. Die Referentin Dr. Christina Agerer-Kirchhoff berichtete mit fundierter Kenntnis vom Leben und Werk des Geistlichen.

Andritzki wurde am 2. Juli 1914 in Ratibor geboren, in Bautzen absolvierte er das Abitur und studierte danach Theologie, mehrere Semester davon in Paderborn. Er war dem Sport und der sorbischen Kultur sehr verbunden.

Nach der Primiz am 6. August 1939 war er Kaplan und Jugendseelsorger an der Hofkirche in Dresden, außerdem Präses der Kolpinfamilie.

Am 21. Januar 1941 wurde er von den Nazis in Untersuchungshaft genommen wegen "gehässigen, hetzerischen und böswilligen Äußerungen gegen leitende Persönlichkeiten der NSDAP". Andritzki kam nicht mehr frei. Im Oktober 1941 wurde er ohne Verurteilung ins KZ Dachau überstellt, wo er als Häftling Nummer 27829 geführt wurde. Der Benediktinerpater Maurus hat in seinen Aufzeichnungen Einzelheiten aus dem gemeinsamen KZ-Leben festgehalten. Unter anderem schreibt er darin: "Alojs war der Sonnenschein des Priesterblocks. Ihm verdanken wir Minuten des Lachens."

Nach Weihnachten 1942 erkrankte Andritzki an Bauchtyphus, am 19. Januar 1943 meldete er sich im Krankenrevier. Er wurde am 3. Februar 1943 mit einer Giftspritze ermordet. Pater Maurus schrieb: "Andritzki war das Bild eines Heiligen, ein Vorbild für die Jugendlichen." Seine Urne wurde nach Dresden überführt und auf dem katholischen Friedhof beigesetzt.

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