Mit Thomas Worten begrüßte Edi Hörl die Festgäste. ScH (2)

Im Spagat zwischen Thoma und Moderne

Dachau - Mit einem erheiternden Streifzug durch die Vereinsgeschichte hat die Ludwig-Thoma-Gemeinde Dachau ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Mit Thoma-Zitaten, mit Theaterszenen, mit einem Rückblick und viel Humor.

Mit kräftigen Worten aus Thomas „Fahnenweihe“ und der Komödie „Die Medaille“ begrüßte der Vorsitzende Eduard Hörl die vielen ehrengeachteten Honoratioren aus Bezirk und Stadt im Thomahaus. Das Publikum, antwortete dem dreifachen „Vivat“ des Vorsitzenden mit einem freudigen „Hoch“. Die Festredner OB Peter Bürgel, Landrat Hansjörg Christmann und Bezirkstagspräsident Josef Mederer identifizierten sich mit Ludwig Thomas Satire: Bürgel als Dachauer, der an der Thomaschule war und mit Thoma aufgewachsen ist, Christmann, der mit dem Zitat aus der Erzählung „Der Vertrag“ über den königlichen Landgerichtsrat Alois Eschenberger als „guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand“ Humor bewies, und Josef Mederer, der sich im Sinne Thomas auf den Streckenausbau der Lokalbahn zwischen Dachau und Altomünster bezog, die schon damals ein Jahr Verspätung hatte.

Der ehemalige Kreisheimatpfleger Dr. Norbert Göttler gab als Chronist den historischen Hintergrund zum Jubiläum. Anderl Wagner verlas alte Zeitungskritiken über die Aufführungen. Die Darstellung der Thomagemeinde war in vier Abschnitte gegliedert: Die Anfangsphase mit Vereinsgründung am 18. Februar 1932 im Zieglerbräu, die Wiederbelebung nach dem Zweiten Weltkrieg mit adventlichen Lesungen und den legendären Oberdinghartinger Festen, die Neuausrichtung des Vereins mit wechselndem Spielort und der Hinwendung zu ernsteren Themen. Neue Gesichter, die bis heute dabei sind, bereicherten das Ensemble: Hans Kron, Franz Eder und Gertraud Weber.

Der Interimspräsident für zwei Jahre Dr. Enzo Amarotico würdigte den Verein in einem heiteren Gedicht, in dem er auf die 90er Jahre blickte, in der die 20-jährige Ära Karl Bruckmayers begann mit der Inszenierung von Ödön von Horvath, Heimito von Doderer und Bert Brecht, ohne je Thomas Werk aus den Augen zu verlieren. Dass es zwischen Bruckmayer und Franz Eder als eisernem Verfechter bayerischen Kulturgutes so manche Diskussion gab, stellten beide in einem Talk dar.

Eine Ausstellung im Foyer rundete den Rückblick ab. Und natürlich spielte die Thoma-Gemeinde auch: „Gelähmte Schwingen“ von Ludwig Thoma und „Die Laien“ aus der Feder von Regisseur Wolfgang Möckl, worin er frühere Inszenierungen mit Augenzwinkern betrachtet. Das Tanzwerk Indersdorf führte eine Choreografie dazu auf. Mit einem freudigen „Vivat“ bedankte sich das hochlöbliche Publikums. (sch)

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