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Das Vögelchen sitzt am liebsten auf der Stange unter dem Dachfenster – das man nicht so ohne weiteres öffnen kann.

Der Spatz im Kaufland ist endlich frei

Zehn Tage lang irrte ein Spatz durch den Discounter „Kaufland“ in Dachau-Ost. Viele Kunden machten sich Sorgen, helfen konnte keiner. Doch es gibt ein Happy End.

Dachau– Gisela Grieser aus Dachau geht regelmäßig im Lebensmittelgeschäft einkaufen. Am Mittwoch vergangene Woche hörte die 65-Jährige Zwitschern und Flügelschläge durch das Warenhaus hallen. Sie entdeckte einen Spatz, der auf der Metallstange unter einem Fenster an der Decke der Halle saß. Sie wandte sich an den Marktleiter, der sich aber laut Grieser nicht so sehr für den Vogel interessiert habe. „Man kümmert sich“ und dass sich der Vogel „schon mit Tomaten aus der Auslage ernährt“, sagte er ihr. Die Rentnerin war schockiert.

Zur Presse wollte der Filialleiter nichts sagen. Die Kaufland-Pressestelle in Neckarsulm gab Mitte der Woche bekannt, dass inzwischen „eine Spezialfirma engagiert wurde“. Wie diese Firma vorgehen wird, wurde nicht mitgeteilt. Alle Versuche, das Tier „hinaus zu begleiten“, seien fehlgeschlagen.

Für Gisela Grieser gäbe es einen einfachen Rettungsweg: „Das Dachfenster müsste einfach aufgemacht werden.“ Der Marktleiter sah das anders: Die Fenster dienen im Brandfall als Rauchabzug. „So einfach ist das wirklich nicht“, bestätigt Wolfgang Reichelt, Pressesprecher der Feuerwehr. Trotz Absprachen könne solch ein Auftrag als Einsatzfall abgerechnet werden. Anfallende Kosten könnte die Stadt dem Unternehmen in Rechnung stellen. „Allerdings könnte man unseren hauptamtlichen Gerätewart anrufen und versuchen, das Ganze auf dem kurzen Dienstweg zu klären“, meint Reichelt.

Gisela Grieser war empört. Die tierliebe Hundebesitzerin findet das Verhalten des Einzelhändler unverantwortlich. „Das ist auch ein Lebewesen, das ein Recht auf Leben hat.“

Gestern am späten Nachmittag, kam die Nachricht, dass es ein Happy End gibt: „Der Spatz hat selbstständig den Weg in die Freiheit gefunden“, so Andrea Kübler von der Pressestelle. 

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