Neue Chance für das Projekt Seniorenvilla Karlsfeld?

Karlsfeld - Vor rund zwölf Jahren schon entstand die Idee, mit einer Seniorenvilla bezahlbaren Wohnraum für ältere Karlsfelder zu schaffen. Doch aus der Umsetzung wurde bislang nichts. Jetzt aber ist wieder Bewegung in die Sache gekommen.

Dass die Seniorenvilla ein unterstützenswertes Projekt ist, ist im Karlsfelder Gemeinderat unstrittig. Doch wie so oft scheitert es am Geld. Immerhin: Ein Grundstück nahe des Heizkraftwerks gibt es schon. Die Gesamtkosten liegen bei gut 5 Millionen Euro. Etwa eine Millionen davon müsste die Gemeinde aufbringen. Angesichts der angespannten Finanzlage fehlte dieses Geld bisher. Jetzt hat die SPD einen Lösungsvorschlag: Die Kreiswohnbaugesellschaft soll die Million für die Gemeinde vorfinanzieren. „Die Tilgung kann dann auf mehrere Jahre gestreckt werden“, so Reinhard Pobel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat.

Vor wenigen Wochen hatte sich die SPD bei einem so genannten Werkstattgespräch mit dem Thema „Seniorenvilla“ befasst. Zu Gast war Karin Boger, ehemalige SPD-Gemeinderätin und Vorsitzende des Vereins Seniorenvilla Karlsfeld. Bei der Veranstaltung klagte sie: „Seit fast zwölf Jahren schon kämpfen wir, und seit fünf Jahren geht nichts mehr voran. Wir treten auf der Stelle.“ Pobel versprach am selben Abend dafür zu sorgen, „dass dieses Projekt wieder Sache des Gemeinderats wird“. Deshalb hat er nun einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat gestellt. Darin schlägt Pobel vor, einen Vertreter der Kreiswohnbaugesellschaft zu einer der nächsten Gemeinderatssitzungen einzuladen.

„So betreut wie nötig, aber so selbständig wie möglich“ lautet das Motto für die Seniorenvilla. Das Haus soll eine Art Wohngemeinschaft bieten. Die Senioren leben in einer eigenen, behindertengerechten Wohnung, haben also Privatsphäre. Falls aber Hilfe nötig ist, sei es beim Versorgen mit Essen, beim Erledigen von Botengängen, bei Begleitung zum Arzt oder bei einer Erkrankung, dann ist fachmännische Hilfe da.

„Wir wissen, dass es um die Finanzen der Gemeinde nicht gut bestellt ist“, so Reinhard Pobel in seiner Antragsbegründung. „Trotzdem ist es notwendig, in den sozialen Wohnungsbau gerade für alte Menschen mit niedrigem Einkommen Einkommen zu investieren.“ (mm)

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