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Steven-Daniel Zimmer, Birgit Burgers und Alina Dietrich (v.l.) nehmen ab Montag an den Special Olympics teil.

Es geht nicht nur ums Gewinnen

Trio bei den Special Olympics

Dachau - Alina, Steven-Daniel und Birgit sind erfolgreiche Sportler. Sportler, die anders sind, als die meisten anderen jungen Erwachsenen: Die drei haben eine geistige Behinderung. Jetzt nehmen sie an den Special Olympics in Hannover teil.

„Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben!“ Birgit Burges, 39, schüttelt den Kopf. „Den Spruch finde ich irgendwie ein bisschen blöd“, sagt sie. Der erste Satz ist es, der Birgit an dem Eid stört, den die Teilnehmer an den Special Olympics zu Beginn der Spiele sprechen. „Es geht ja nicht nur ums Gewinnen“, sagt sie. Sondern auch um Spaß, um den fairen Wettbewerb, um neue Erlebnisse.

Die Special Olympics sind die größte Sportveranstaltung in Deutschland für Menschen mit geistiger Behinderung. Von Montag bis Freitag messen sich rund 4800 Athleten in 18 Sportarten. Auch Birgit Burges aus Röhrmoos, Steven-Daniel Zimmer, 23, aus Dachau und Alina Dietrich, 23, aus Dachau reisen an. Alina hat das Down-Syndrom, Birgit und Steven Daniel haben ebenfalls ein Handicap. Trotzdem sind Birgit und Steven-Daniel erfolgreiche Leichtathleten, und Alina ist eine sehr gute Schwimmerin.

Mindestens einmal pro Woche trainieren die drei beim Kreis Eltern behinderter Kinder Olching. Sport ist ihr größtes Hobby. „Ich trainiere viel, damit ich in Form bleibe“, sagt Steven-Daniel. Er macht auch noch Crosslauf und spielt Fußball.

Zur Leichtathletik ist er über einen Trainer gekommen. „Er wurde angesprochen, weil er so schön läuft“, sagt seine Mutter Nicole Zimmer. Darauf ist sie besonders stolz, denn: „Als Kind konnte er nur schlecht laufen.“ Schwer vorstellbar bei dem eleganten und sportlichen Stil, den Steven-Daniel pflegt. „Mein Vorbild ist Usain Bolt“, erzählt er und lacht: „Aber ganz so schnell bin ich dann doch noch nicht.“ Aber sehr erfolgreich. Steven-Daniel war schon vier Mal bei den Special Olympics dabei, in seinem Zimmer hängen olympische Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen.

Ähnlich ist es bei Alina und Birgit. Nervös sind sie trotz ihrer Erfolge und ihrer Erfahrung noch immer. „Am letzten Tag bin ich am aufgeregtesten“, sagt Birgit. „Da sind dann alle Sportler zusammen.“ Dann findet der große Staffellauf statt, eine Disziplin, auf die sich die Leichtathleten besonders freuen.

Auch Alina hat einen Lieblingswettkampf. „Ich mag besonders Brustschwimmen“, erzählt sie. „Schauen wir mal, ob es da eine Medaille gibt.“

Eines ist auf jeden Fall jetzt schon sicher: Bei den Special Olympics werden Alina, Birgit und Steven-Daniel auch außerhalb der Wettkämpfe viel Spaß haben. „Da findet man immer neue Freunde“, sagt Steven-Daniel. Birgit und Alina freuen sich schon sehr darauf, in der Athletendisco zu tanzen. „Mir gefällt die Musik“, sagt Alina. „Auch die Eröffnungs- und die Schlussfeier sind schön“, fügt Birgit hinzu. Wie bei den anderen olympischen Spielen gibt es eine aufwändige Inszenierung, ein olympisches Feuer, und alle Sportler dürfen in das Stadion einlaufen. Für alle ein emotionaler Moment, auch für die Eltern, die ihre Kinder fördern und unterstützen: „Es ist eine ganz besondere Atmosphäre“, sagt Nicole Zimmer. „Da fließen immer die Tränen.“

24 Sportler fahren vom Kreis Eltern behinderter Kinder nach Hannover, dazu ganz viele Eltern, Großeltern und Fans. Im Verein gibt es sogar einen eigenen Schlachtruf: „Alles klar, wir machen keine Witze, wir sind einfach spitze“ werden alle schreien, wenn Steven-Daniel, Birgit und Alina laufen, weitspringen oder schwimmen.

cla

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