Auf die Spitze getrieben

Dachau - Kinder und Jugendliche mit starkem Bewegungsdrang kommen (fast) überall hin. Oft müssen sie in Dachau über Stacheldrahtzäune klettern. Die Verletzungsgefahr ist groß. Das bemängelt das Bündnis und stellt einen Antrag zum Rückbau der spitzen Gitter.

In Wohngebieten, an Spielplätzen, rund um das Freibad - immer wieder finden sich Bereiche in Dachau, die mit Stacheldraht umzäunt sind, an städtischen und privaten Grundstücken gleichermaßen. Der spitze Draht ist Stadtrat Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) ein Dorn im Auge. Deshalb stellte das Bündnis jetzt einen Antrag bei der Stadt zum Rückbau des Stacheldrahts im Stadtgebiet.

Das Drahtgeflecht mit seinen Spitzen und Metallhaken ist eine echte Gefahr für den Nachwuchs, findet Kühnel. „Hier wird billigend in Kauf genommen, dass Kinder durch Verletzungen ihre Grenzen aufgezeigt bekommen“, kritisiert der Stadtrat. Seit Jahren moniere das Bündnis im Bauausschuss die Verwendung von Stacheldraht an Einfriedungen. Dieses Engagement hat schon Wirkung gezeigt. „Am Spielplatz an der Thiemann-Anlage in Dachau-Ost wurde der Draht bereits rückgebaut“, berichtet Kühnel. Gemeinsam mit Vertretern der Initiative Soziale Stadt Dachau-Ost ist er Teile des Stadtgebiets abgegangen und hat dabei immer wieder mit Stacheldraht versehene Umzäunungen entdeckt. „Mir wäre es ein Anliegen, dass die Stadt auch bei Privatgrundstücken darauf hinweist, keinen Stacheldraht zu verwenden.“

Grundlage für den aktuellen Antrag ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz aus dem Jahr 2006. Demnach können die Bauaufsichtsbehörden die Beseitigung eines Stacheldrahts verlangen, wenn dadurch spielende Kinder gefährdet werden könnten. „So ein 14-Jähriger kommt ja quasi überall hin“, findet Kühnel, daher solle die Stadt aktiv werden.

Der Antrag liegt nun bei der Stadt. Rechtsamtsleiter Josef Hermann gibt an: „Wir werden den Antrag jetzt entsprechend prüfen.“ Das Stadtbauamt liefert dann eine Vorlage für den Bauausschuss, der nach der Sommerpause über den Antrag entscheiden wird.

Kai Kühnel jedenfalls ist optimistisch: „Wir haben das ja schon einmal im Bauausschuss mündlich vorgebracht.“ Die Folge war der Rückbau am Thiemann-Spielplatz. Jetzt soll der nächste Schritt folgen.

Dominik Göttler

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