+
Seit 20 Jahren gab es keinen Unfall, wenn Schulweghelfer wie Elisabeth Peren im E insatz waren.

Stadt sucht dringend Freiwillige

Immer weniger Schulweghelfer

Stadt und Schulen schlagen Alarm. Der Grund: Es fehlen massiv Schulweghelfer. Immer weniger Freiwillige erklären sich bereit, in der Früh und mittags an der Straße zu stehen, um den Kindern und Jugendlichen das gefahrlose Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Ein Posten musste sogar aufgegeben werden.

Dachau – Dort, wo Schulweghelfer im Einsatz sind, gab es seit 20 Jahren keinen einzigen Unfall mehr. Doch die Zahl der fleißigen Helfer nimmt immer mehr ab. In Dachau ist es nun so schlimm, dass nicht mehr alle neuralgischen Stellen morgens und mittags besetzt werden können.

Elisabeth Peren ist eine der fleißigen Helferinnen, die einmal in der Woche an der Straße stehen. Und das schon lange. Sehr lange sogar. Denn angefangen hat die Dachauerin, als ihre Enkel zur Schule gegangen sind. Das ist jetzt schon über 15 Jahre her. „Nicht nur meine Enkel, auch die vielen anderen Kinder kommen jetzt sicher über die Straße“, sagt die 76-Jährige.

„Es macht mir wirklich viel Spaß. Die meisten Kinder sind so lieb und grüßen mich jeden Morgen sehr freundlich.“ Es ist die Arbeit mit den Kindern, die ihr so große Freude bereitet. „Es ist einfach so wichtig, dass den Kindern nichts passiert.“ Wenn es regnet oder bitterkalt ist, dann macht ihr die Arbeit natürlich nicht so viel Spaß. „Aber es geht ja schnell rum.“ Denn ein Einsatz dauert morgens ab 7.30 Uhr eine halbe Stunde, mittags etwas mehr als eine Stunde, von 11 bis 12.15 Uhr. Für jeden Einsatz gibt es übrigens 5,10 Euro von der Stadt.

Der Leiter des Ordnungsamtes, Stefan Januschkowetz, berichtet, dass die Stadt für Schulweghelfer im Moment pro Jahr 38 000 Euro einplant. „Wir würden auch gerne mehr für unsere Schulweghelfer einplanen, aber es gibt einfach nicht genügend Ehrenamtliche, die sich zur Verfügung stellen.“ Gerade in Augustenfeld werden zu den momentan gerade einmal zehn Ehrenamtlichen dringend noch weitere Helfer gesucht. Am „Theo 8“, dem großen Bürogebäude Ecke Theodor-Heuss- und Schleißheimer Straße, würde die Stadt zum Beispiel gerne noch einen weiteren Übergang aufmachen, „doch ohne Freiwillige ist das einfach nicht möglich.“ Denn wenn ein solcher Schulweghelferübergang eröffnet wird, muss auch gewährleistet sein, dass dieser regelmäßig besetzt ist. „Das ist von der Polizei so vorgeschrieben, da sich die Kinder darauf verlassen müssen“, sagt Januschkowetz. In Augustenfeld sei die momentane Lage sogar so knapp, dass eventuell einer von drei Posten geschlossen werden muss.

Lediglich an der Klosterschule sind es genügend Ehrenamtliche. 49 Aktive helfen hier den Kindern über die Straße. „Manchmal ermahne ich auch Erwachsene, wenn sie beim Überqueren trödeln“, sagt Elisabeth Peren. Oft muss sie sich auch ärgern, wenn Eltern ihre Kinder zum Beispiel an der Straßenseite aus dem Auto aussteigen lassen. „Ich weise sie dann aber immer auf die Gefahren hin. Manchmal werde ich deshalb auch schon mal angeschnauzt“, erzählt sie. „Aber ich habe eine robuste Natur. Das macht mir nichts.“

Auch in Dachau-Ost sind es lediglich 19 Freiwillige, die sich für die Sicherheit der Kinder einsetzen. Bei der Grundschule Dachau-Süd sind es zwar weit mehr Helfer (39), „jedoch sind es hier acht Übergänge, die besetzt werden“, erklärt Januschowetz. Deshalb sei es auch hier sehr knapp.

Für Elisabeth Peren kommt ein Aufhören nicht in Frage. „Das ist ein Tag in der Woche, dann habe ich ja wieder frei“, sagt sie lächelnd. Die Sicherheit der Kinder steht für sie an erster Stelle.

Wer Schulweghelfer werden möchte, kann sich beim Ordnungsamt telefonisch unter 0 81 31/7 51 39 oder per Mail an ordnungsamt@dachau.de melden.

reg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaffeerösterin wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Eine Kaffeerösterin aus dem Landkreis Dachau ist wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden
Kaffeerösterin wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Dealer entlarvt sich selbst
Er warf Polizeibeamten einen Joint direkt vor die Füße. So wurden die Beamten auf einen Drogendealer aufmerksam gemacht.
Dealer entlarvt sich selbst
Feuerwehrmann wird attackiert und sagt: „Hinschmeißen? Nie!“
Der Feuerwehrmann Thomas Schuster wurde von einem Autofahrer in Feldgeding angefahren und attackiert. Jetzt spricht er über Gewalt an Einsatzkräften und was sich durch …
Feuerwehrmann wird attackiert und sagt: „Hinschmeißen? Nie!“
Bundespolizist plündert Kaffeekasse
War es eine spontane Einzeltat, oder ist ein 51-jähriger Bundespolizist für eine ganze Diebstahlserie in seiner Dienststelle am Münchner Flughafen verantwortlich? Ein …
Bundespolizist plündert Kaffeekasse

Kommentare