Ex-Minister der SPD gestorben: Erhard Eppler ist tot

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Tierschützer demonstrierten vor und im Rathaus gegen das Ponyreiten.

Bürgerantrag knapp abgelehnt

Das Ponyreiten bleibt verbannt

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Dachau - Das Ponyreiten bleibt verbannt vom Dachauer Volksfest. Zwar hatten Bürger wieder einen Antrag dafür gestellt, doch der wurde im Stadtrat mit knapper Mehrheit abgelehnt. Vermutlich jedoch nicht wegen des Protests gegen das Ponyreiten. 

Es war schon des öfteren Thema auf der Tagesordnung des Dachauer Stadtrats und seinen Ausschüssen: Das Ponyreiten am Dachauer Volksfest. Fiel da nicht schon eine Entscheidung?, mag sich da der eine oder andere fragen. Ja, die fiel schon. Im Juli hat der Hauptausschuss beschlossen, dass es keine Tierattraktionen mehr am Dachauer Volksfest geben soll. Das Ergebnis war nicht mal knapp – mit 9:6 Stimmen wurden die Tiergeschäfte abgelehnt.

Doch dann kam ein „Bürgerantrag“, initiiert von den Bürgern für Dachau und der FDP. Die sammelten ziemlich zackig ziemlich viele Unterschriften, 742 an der Zahl. 450 wurden benötigt, 549 waren gültig – und so schaffte es der Antrag wieder in den Stadtrat (wir haben berichtet). Zusammen mit acht Demonstranten, jedoch Gegen-Ponyreiten-Demonstranten, die den Politikern ihre Plakate entgegenhielten wie „Ponys sind keine Maschinen“ oder „Dachau, bleib standhaft“. Zudem hatten Gegener offenbar vor der Sitzung eine Art konzertierte Aktion gestartet, und zwar per E-Mails. Die Verwaltung erwähnte in ihrer Beschlussvorlage, dass „in der Zwischenzeit“ viele Mails bei der Stadtverwaltung eingetroffen seien, „die die Absage des Ponyreitens positiv sehen“, und mehrere Stadträte berichteten von einer wahren Email-Flut der Ponyreit-Gegner. Wolfgang Moll (CSU) etwa erklärte gestern, er habe „gefühlt 100“ E-Mails bekommen, und zwar mehrheitlich ohne Adresse. „Für mich ist das eine Protest-Kampagne“, betonte er.

Gebracht hat die aber nichts. Denn die Politiker, die schon im Hauptausschuss gegen das Ponyreiten waren, blieben nun auch im Stadtrat hart – Luise Krispenz (Grüne) hielt gar eine flammende Rede dagegen. Und die Politiker, die schon damals dafür waren, blieben auch diesmal dafür. Zum Beispiel Edgar Forster (FW), der erklärte, dass es auf der Auer Dult in München genau so ein Ponyreiten gebe, und es dort niemanden störe. Jürgen Seidl (FDP) wiederum schlug seinen Kompromissvorschlag vor, mit strengeren Auflagen: etwa öftere Richtungswechsel und kürzere Laufzeiten. „So, wie es bisher betrieben wurde, entspricht es den Vorgaben“, sagte Hauptamtsleiter Josef Hermann dazu. „Wenn es neue Auflagen gäbe, müssten wir Dinge kontrollieren, die wir nicht beurteilen können.“ Außerdem sei der Bürgerantrag der weitergehende Antrag, und müsste somit zuerst abgestimmt werden.

Zunächst aber beantragte Peter Gampenrieder (ÜB) eine erneute Vertagung: Der Schausteller solle gefragt werden, wie weit er auf die Stadt zugehen könne. Die Abstimmung lautete 19:19. Gleichstand. Also wurde die Vertagung abgelehnt.

Dann wurde über den Bürgerantrag abgestimmt. Der zunächst etwas umformuliert werden musste. Denn dort hieß es: „Künftige Fortsetzung des von der Familie Kaiser betriebenen Ponyreitens auf dem Dachauer Volksfest“. Das ist nicht zulässig, weil man damit den einen Betrieb bevorzugen würde – es musste also ohne „Familie Kaiser“ über das Ponyreiten an sich abgestimmt werden. Und diese Abstimmung fiel denkbar knapp aus: 18:20. Dominik Härtl (CSU) hatte, wie auch schon im Hauptausschuss, gegen seine Fraktion abgestimmt, und damit auch gegen das Ponyreiten. Florian Schiller (CSU), der im Hauptausschuss auch dagegen war, fehlte diesmal. Ansonsten waren SPD, Grüne, ÜB und Bündnis dagegen.

Als die Sitzung vorbei war, gingen auch die Demonstranten nach Hause. „Ist das jetzt endgültig?“, fragte einer. „Ja“, antwortete ein anderer.

Na, wer weiß.

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