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Das ist der geplante Standort der Windkraftanlage, die die Stadtwerke errichten wollen.

Werkausschuss stimmt Planung zu

Startschuss für ein drittes Windrad

Der Werkausschuss hat den Startschuss für die Planungen zum Bau einer dritten großen Windkraftanlage gegeben. Im Sigmertshauser Holz möchten die Stadtwerke das Projekt verwirklichen.

Bei Etzenhausen und Pellheim drehen sich bereits die Rotoren zweier großer Windmühlen als 230 Meter hohe Erkennungsmerkmale der zaghaften Energiewende im Landkreis Dachau. Am Donnerstag hat der Werkausschuss mit 12:3 Stimmen der Startschuss für eine dritte große Anlage gegeben. Die Stadtwerke sollen das Windrad im Sigmertshauser Holz ab sofort planen dürfen, auf einem Gelände, das die Stadt bereits seit einiger Zeit vom Grundstückseigentümer gepachtet hat.

Laut Gesetz können Kommunen beim Bau von Windrädern selbstständig handeln. Die 10-H-Regelung, die nur die Privilegierung einschränkt, hindert sie nicht daran. Die Gesamtkosten des Projekts bis zur Genehmigung sind auf 200 000 bis 245 000 Euro taxiert. Ab dem Frühjahr werden zwei Beobachter 18 Mal jeweils sechs Stunden im Sigmertshauser Holz unterwegs sein, um zu kartieren, ob es „signifikante Tötungsrisiken für die kollisionsrelevanten Vogelarten gibt“, wie sich Robert Sing vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Landsberg am Lech ausdrückte. Das Waldstück werde vom Wind „relativ gut angeströmt“, so Sing. 

Das Windrad soll deshalb 3300 Kilowattstunden Strom liefern, womit mehr als 2000 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden können. Wenn alles gut geht, soll 2019 Baubeginn sein. Wenn!

Sing drückte sich so aus: „Sie müssen jede Pfütze, in der sich eine Gelbbauchunke befindet, schließen, einen Zaun bauen und darumherum fahren“. Was der Energieexperte damit sagen möchte: Es könnte viele Hindernisse geben, die die Planungen erschweren oder verzögern.   

Und es könnte sehr wohl möglich sein, dass die Anlage niemals gebaut wird. Die Windkraftanlagenbauer sprechen diesbezüglich von „K.o.-Kriterien“. Das sind etwa: der Denkmalschutz oder luftfahrtrechtliche Hindernisse. Und: Es drohen Proteste der Anwohner. Deshalb haben Teile der CSU Bedenken. Er habe schon jetzt Anfragen und Beschwerden von Bürgern erhalten, meinte etwa Peter Strauch. So liegt Viehhausen lediglich 800 Meter vom vorgesehenen Standort entfernt, bei Sigmertshausen sind es 1,1 Kilometer, die Prittlbacher sehen „das Ding“ in einem Kilometer Entfernung. Auf Antrag von Wolfgang Reichelt (CSU) beschloss der Ausschuss, dass es im Frühsommer 2017 eine Bürgerversammlung im geplanten Standortgebiet geben wird.

Trotz allen (Gelbauch-)Unkenrufen zum Trotz. Die Stadt will bauen. „Es ist das einzige Projekt, was man realisieren könnte – eine einmalige Chance“, so Gerald Nübel, technischer Leiter der Stadtwerke. Und: Die Stadt möchte die Genossenschaft Bürgerstrom Dachau mit ins Boot holen. Über diese könnten Bürger Anteile am Windrad kaufen. Für den Bau stark macht sich auch OB Florian Hartmann. Er wohne im schönen Etzenhausen nicht weit weg vom dortigen Windrad. „Ich habe es noch nie gehört“, sagt er. Und: „Das Windrad spielt dort keine große Rolle.“

zim

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