Stadtwerke sprechen ein Machtwort

Dachau - Der Mühlbach hat schon für einigen Unmut zwischen Stadtverwaltung und Architekten geführt. Doch nun kommt ein Machtwort: von den Stadtwerken.

Die einen sind für den nördlichen Verlauf, die anderen für den südlichen. Darüber, welche Variante denn die Haupt-Variante sei, entbrannte ein Streit zwischen Stadt und Planern, in einer öffentlichen Bauausschusssitzung (wir haben berichtet).

Anschließend lud die Stadt zu einer Pressekonferenz ein, in der sie ausführlich ihre Sicht der Dinge schilderte: 2011 hatte der Stadtrat beschlossen, dass der Nordverlauf weitergeplant werden soll. Danach sei das Planerbüro auf die Süd-Variante gekommen. Die Stadt habe erlaubt, diese Variante weiterzuverfolgen, aber nur nebenher, als Alternativlösung. Das hatte die Architektin in der Bauausschusssitzung jedoch wieder und wieder abgestritten. Und, so die Stadtmitarbeiter: Es habe immer wieder die Frage im Raum gestanden, wie denn die Südvariante technisch überhaupt machbar wäre. Denn bei ihr würde die Rampe hinunter zur Freisinger Straße so steil werden, dass sie laut Stadt erstens gesetzlich gar nicht erlaubt wäre und zweitens im Winter nicht eisfrei zu bekommen wäre. Und damit auch nicht befahrbar. Das Fazit des Oberbürgermeisters Florian Hartman (SPD) lautete bei der Pressekonferenz: „Wir wollten als Stadt nicht zu restriktiv sein.“ Und Bauamtsleiter Michael Simon erklärte: „Wir wollten möglichst ergebnisoffen sein. Vielleicht haben wir dieses Spiel zu lang mitgespielt.“

Doch damit scheint es nun vorbei zu sein. Denn die Stadtwerke haben nun in einer Pressemitteilung klare Worte gefunden: „Die Stadtwerke Dachau werden das Grundstück nicht zur Bachnutzung frei geben.“ Dabei geht es um jenes Grundstück, das gebraucht werden würde für den südlichen Verlauf des Mühlbachs. „Der südliche Mühlbachverlauf verläuft über das Grundstückseigentum der Stadtwerke“, so heißt es weiter. „Das Büro Trojan plant also einen Bachverlauf, den es mangels Grundstücksbesitz gar nicht verwirklichen kann.“

Als Gründe für ihr Verbot führen die Stadtwerke außerdem unter anderem diese Argumente auf: Das Grundstück wurde übergeben, damit die Stadtwerke es „lukrativ nutzen und gleichzeitig am neuen Kraftwerk Energie gewinnen können“. Doch bei zwei Turbinen (die es in der Süd-Variante geben müsste) wäre nur eine halbe Energieproduktion möglich, und dann würden die Stadtwerke dort „mit Sicherheit keine Wasserkraftnutzung anstreben“. Außerdem haben sie, so heißt es weiter, als Träger öffentlicher Belange die Südvariante bereits abgelehnt.

Damit wird der Mühlbach wohl im Norden bleiben.

Nina Praun

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